Die SPD und CDU legen deutlich zu

Gespannt verfolgten die Kiersper, die gestern ins Rathaus gekommen waren, den Aushang der Ergebnisse durch Sachgebietsleiterin Dorette Vormann-Berg für die einzelnen Wahlbezirke. -  Foto: Schüller

Kierspe - Die Kiersper haben keinen Zweifel daran gelassen, wen sie auch in Zukunft als ihren Bürgermeister möchten: Frank Emde hat die Wahl mit 75,2 Prozent klar für sich entschieden. Da es in einem Wahlbezirk Stimmengleichheit gab, ist noch unklar, wie der Wählerwille auf die Sitze im Rat verteilt wird. Sicher ist aber, dass es deutliche Verschiebungen bei der Verteilung geben wird.

Von Johannes Becker

Freuen konnten sich Sonntagabend auf jeden Fall SPD und CDU, denn diese beiden Parteien konnten ihr Wahlergebnis von vor fünf Jahren deutlich steigern. Kam die CDU 2009 noch auf 32,6 Prozent, so holte sie jetzt 36,06 Prozent der Stimmen. Die SPD legte deutlich stärker zu, allerdings von einem deutlich niedrigeren Ergebnis. Sie hatte 2009 gerade einmal 21,8 Prozent der Stimmen geholt, nun sind 28,36 Prozent. Das sind 6,56 Prozent mehr als vor fünf Jahren.

Damit hat sich die SPD auch wieder deutlich von der UWG abgesetzt, die 2009 mit 20,7 Prozent nur knapp hinter den Sozialdemokraten lag und im Rat auf die gleiche Zahl der Sitze kam. In diesem Jahr kamen die Unabhängigen nach einem Verlust von 3,91 Prozent noch auf 16,82 Prozent.

Fast unverändert das Ergebnis der Grünen. Mit 8,51 Prozent liegen sie nur knapp unter dem Ergebnis von 2009, wo sie neun Prozent der Stimmen holten.

Deutliche Verluste auch bei der FDP, die 3,67 Prozent verloren und nun noch auf 4,65 Prozent (8,3 Prozent in 2009) kommen. Das dürfte die Freien Demokraten einen Sitz im Rat kosten.

Einen Sitz weniger haben auch die Freien Wähler, die gestern auf 5,6 Prozent der Stimmen kamen, vor fünf Jahren holten die Freien Wähler (damals noch als „Pro Kierspe“) 7,5 Prozent.

Da es im Wahlkreis 3 ein Patt zwischen der CDU-Kandidatin Gerhardine von und zur Mühlen und Helga Stahl (SPD) gab – beide konnten 64 Stimmen für sich verbuchen – muss nun am Dienstag im Kommunalwahlausschuss das Los entscheiden.

Darüber hinaus hat die CDU mit 13 beziehungsweise 14 Direktmandaten mehr Sitze geholt, als ihr nach Prozenten zustehen würde. Das wird zu einer Vergrößerung des Rates führen. Wie groß dieser letztlich sein wird, entscheidet sich ebenfalls mit der Stichwahl zwischen zur Mühlen und Stahl.

Entscheidet das Los zu Gunsten der CDU wird der neue Rat 40 Sitze (mit Bürgermeister 41) haben, hat die SPD Losglück, bekommt der neue Rat 36, beziehungsweise 37 Sitze.

Im für die CDU günstigsten Fall verteilen sich die Sitze folgendermaßen: CDU 15, SPD 11, UWG 7, Grüne 3, FDP 2 und Freie Wähler 2.

Im für die SPD günstigsten Fall: CDU 13, SPD 10, UWG 6, Grüne 3, FDP 2 und Freie Wähler 2.

Vollkommene Klarheit herrschte dagegen gestern bei der Frage nach der Entscheidung bei der Bürgermeisterwahl. Frank Emde konnte die Wahl gestern mehr als deutlich für sich entscheiden. Mit 75,2 Prozent hat der parteilose Bürgermeister zum dritten Mal in Folge die Wahl für sich entschieden.

Sein Herausforderer Jörg Hentschel (SPD) kam auf 24,8 Prozent der Stimmen. „Ich freue mich, dass ich drei Mal in Folge das Vertrauen der Kiersper gewinnen konnte. Daraus ist dann sicher auch abzulesen, dass ich in den vergangenen Jahren nicht allzu viel falsch gemacht haben kann“, freute sich Frank Emde nach der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Wenig Grund zur Freude dürfte allerdings bei allen Kandidaten und auch den Kierspern, die zur Wahl gegangen sind, das Ergebnis der Wahlbeteiligung ausgelöst haben. Diese lag in diesem Jahr bei gerade einmal 44,5 Prozent. Damit wurde das schlechte Ergebnis von vor fünf Jahren mit 46,16 Prozent noch einmal unterboten.

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