Ausgaben für Flüchtlinge deutlich gestiegen

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Städtischer Wohnraum für Flüchtlinge, wie hier die Unterkunft am Herlinghauser Weg, ist derzeit nicht verfügbar.

Kierspe - Die finanziellen Aufwendungen der Stadt für Flüchtlinge werden höher ausfallen als im Haushalt für das laufende Jahr eingeplant. „Das in diesem Bereich kalkulierte Defizit von 429 000 Euro wird sich deutlich erhöhen“, sagte Kämmerer Olaf Stelse in der Sitzung des Hauptausschusses am Dienstag.

„Wir haben bereits sämtliche Erstattungen vom Bund erhalten und liegen trotzdem schon bei einem Minus von 320 000 Euro“, führte Stelse weiter aus. Für die Aufstellung des Haushaltsplanes 2016 habe man deshalb reagiert und die Ausgaben für die Unterbringung, Betreuung und Versorgung von Flüchtlingen mit einer höheren Summe einkalkuliert. Um wie viel genau sich dieser Haushaltsposten erhöhen wird, wollte der Kämmerer vor den Haushaltsberatungen mit der Politik noch nicht sagen.

Gesundheitskosten "kaum kalkulierbar"

Für den Bereich der Gesundheitskosten äußerte sich Stelse optimistisch, das erwartete Defizit von 150 000 Euro nicht zu überschreiten. „Allerdings sind diese Kosten kaum kalkulierbar. Für jeden Flüchtling müssen wir als Kommune beispielsweise für eventuelle Behandlungskosten von bis zu 70 000 Euro pro Jahr aufkommen. Erst alles was darüber hinaus geht, wird von Land und Bund getragen“, so der Kämmerer.

140 Flüchtlinge in der Volmestadt

Aktuell leben in der Volmestadt knapp 140 Flüchtlinge, Ende Juli hatte die Zahl bei 125 gelegen. Durch den ständigen Zuwachs sei städtischer Wohnraum zur Unterbringung von Flüchtlingen nicht mehr verfügbar. „Wir versuchen die Menschen, die uns zugewiesen werden, deshalb in Privatwohnungen unterzubringen“, sagte Stelse. Die Stadt verhandele derzeit über die Anmietung eines weiteren großen Privatobjektes mit rund 350 Quadratmetern, wo bis zu 30 Flüchtlinge untergebracht werden könnten.

Containerlösung als Option

Nachgedacht worden sei in der Verwaltung auch über eine Containerlösung zur Unterbringung der Flüchtlinge. Als Standort kämen dafür gleich mehrere Plätze im Stadtgebiet in Frage. „Wir versuchen dies aber möglichst lange zu umgehen, wollen eigentlich nicht von unserem Konzept abweichen, die Flüchtlinge dezentral in Gebäuden über das gesamte Stadtgebiet zu verteilen“, sagte Stelse, der mögliche Standorte für Container nicht näher kommentieren wollte.

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