Friedhofssatzung nicht zeitgemäß

+
Die Satzung für den Kiersper Friedhof wird als nicht mehr zeitgemäß empfunden und sollte überarbeitet werden.

Kierspe - Auf dem Friedhof am Büscherweg regelt eine Satzung die Grabgestaltung. Das bekommt gerade eine Kiersperin zu spüren, die laut ihrer Eingabe aus dem April dieses Jahres auf einer Grabstelle der Familie eine großflächige Granitplatte verlegen lassen möchte.

Die Grabstelle liegt ausgerechnet auf einem der acht von insgesamt 20 Friedhofsfeldern, die den Richtlinien für die Gestaltung von Wahlgrabstätten und Reihengräbern unterliegen. Mit Hinweis auf diese Satzung stellt die Stadtverwaltung klar: Die Verlegung einer großflächigen Granitplatte auf dem Grab ist nicht erlaubt.

Gräberreihen auf den durch die Satzung geschützten Feldern dürften weder mit Kies oder Splitt zugeschüttet, noch durch großflächige Abdeckplatten voll versiegelt werden. Der Wunsch der Kiersperin müsse somit abgelehnt werden, hieß es in der Vorlage, die den Mitgliedern des Hauptausschusses am Dienstagnachmittag vorlag.

So einfach mochten es sich die Kommunalpolitiker aber nicht machen. Holger Scheel (CDU) hatte mit der Familie Kontakt aufgenommen und wusste aus diesem Gespräch mit einem neuen Detail zu überraschen. Die Granitplatte sei demnach nur noch so groß, dass sie nicht einmal mehr 50 Prozent der Grabfläche überdecke, so Scheel.

Das widerspreche natürlich dem Begriff „Großflächig“ aus der im April eingereichten Eingabe. Angesichts dieser neuen Entwicklung und der Tatsache, das Granitplatten auf Gräbern derzeit wohl ein Trend seien, beantragte Scheel, das Thema zu vertagen und an die demnächst wieder tagende Arbeitsgruppe Friedhof zu verweisen.

Ob Clemens Wieland von der UWG, Oliver Busch von der SPD, Armin Jung von der FDP, Peter Christian Schröder von der FWG oder Hermann Reyher von den Grünen: Alle sprachen sich dafür aus, das Thema erneut anzugehen und, falls nötig, sogar eine Satzungsänderung durch den Stadtrat zu veranlassen.

Hintergrund des Auftrags an Arbeitsgruppe und Verwaltung ist, dass die Vorgaben der Friedhofssatzung teils über vier Jahrzehnte alt sind. „So richtig passen sie nicht mehr in die Zeit“, erklärte Oliver Busch.

Bürgermeister Frank Emde rechnet außerdem in Kürze mit einer neuen Friedhofs-Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes. Zusammen mit den jetzt zu erarbeitenden neuen Ideen der Arbeitsgruppe könnte das zu Satzungsänderungen führen.

Somit hat die Kiersperin vielleicht doch die Chance, den in ihrer Eingabe geäußerten Wunsch nach einer Granitplatte auf dem Grab in die Tat umsetzen zu können. Die Mitglieder des Hauptausschusses baten allerdings um Verständnis dafür, dass dieser Schritt zur möglichen Satzungsänderung jetzt wieder einige Zeit dauern wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare