Streetworking: Dort hingehen, wo auch die Menschen sind

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Da sein, wo die Menschen sind: Um die aufsuchende mobile Jugendarbeit effektiv durchführen zu können, wurde das Kiersper Stadtgebiet in die Bereiche Rönsahl, Bahnhof und Zentrum eingeteilt.

Kierspe - Aufsuchende mobile Jugendarbeit nennt sich der Wunsch, mit Jugendlichen dort in Kontakt zu treten, wo sie ihre Freizeit verbringen. Als Streetworking bekannt wird diese Arbeit bereits seit vielen Jahren in Kierspe geleistet. Doch nun hat sich einiges in diesem Bereich geändert – vor allem personell.

Seit rund zehn Jahren sucht Sibylle Wiehle vom Diakonischen Werk Jugendliche und junge Erwachsene dort auf, wo sie sich in ihrer Freizeit aufhalten. Dieses Streetworking richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene, die in der Regel nicht Besucher einer Jugendeinrichtung sind und ihre freie Zeit im öffentlichen Raum verbringen. In einem neuen Konzept für die offene Kinder- und Jugendarbeit des Märkischen Kreises ist beschrieben, dass der Schwerpunkt der Arbeit in der Beziehungsarbeit und dem Aufbau eines Kontaktnetzwerkes in der Lebenswelt und an den Orten, wo sich Jugendliche aufhalten liege.

Rund 30 Stunden ihrer wöchentlichen Arbeitszeit war Wiehle bislang in diesem Bereich eingesetzt, weitere zehn Stunden war sie an den Schulen eingesetzt, um dort Kinder und Jugendliche im Arbeitsfeld „Bildung und Teilhabe“ zu unterstützen. Dabei war die Sozialarbeiterin vom Diakonischen Werk angestellt, welches wiederum mit der Stadt abrechnete. An der Art der Anstellung hat sich auch nichts geändert, wohl aber an den Aufgaben.

Christian Schwanke

Nachdem Ende des vergangenen Jahres eineinhalb Sozialarbeiterstellen geschaffen wurden, um Kinder aus Flüchtlingsfamilien besser integrieren zu können, wurde die halbe Stelle, die die Stadt finanziert, mit Sibylle Wiehle besetzt. Die zusätzliche volle Stelle zahlt das Land. „Wir glauben, dass die Stellenbesetzung so sinnvoll ist, weil Wiehle bereits viele der Schüler aus ihrer Arbeit im Bereich ,Bildung und Teilhabe’ kennt“, erklärt der Beigeordnete Olaf Stelse.

Doch die aufsuchende mobile Jugendarbeit sollte nicht vernachlässigt werden. So wird Wiehle auch weiter zehn Stunden pro Woche in diesem Bereich zubringen. Die verbleibenden 20 Stunden wurden unter Lara Kahler und Christian Schwanke aufgeteilt. Da Kahler bislang keine volle Stelle als Leiterin des Rönsahler Jugendzentrums hatte, konnte die Stundenzahl aufgestockt werden. Bei Schwanke wird nach den Worten des Beigeordneten die Arbeit anders eingeteilt. Eingeteilt wurde auch das Stadtgebiet in die Bereiche Rönsahl, Bahnhof und Zentrum, um Überschneidungen zu vermeiden.

Lara Kahler

Geplant ist diese Aufteilung erst einmal bis ins Jahr 2019. Danach werde man sehen, wie weiter verfahren werde, so Stelse. Diese abwartende Haltung begründet sich zum einen aus der Förderung durch das Land für die Integration der Flüchtlingskinder, die 2019 ausläuft, zum anderen auch durch das neue Konzept der offenen Kinder- und Jugendarbeit des Märkischen Kreises. Letztgenanntes wurde im vergangenen Jahr ausgearbeitet und vom Kreistag verabschiedet, ist aber erst einmal auf ein Jahr befristet, um Erfahrungen zu sammeln.

Sibylle Wiehle

In dem neuen Konzept sind unter anderem die Öffnungszeiten, die aufsuchende mobile Jugendarbeit geregelt – aber auch die regelmäßige Weiterbildung der Mitarbeiter. „In diesem Bereich sind wir jedoch schon sehr weit. Bereits vor dem neuen Konzept war aufsuchende Jugendarbeit auch bei den Mitarbeitern der Jugendzentrum Thema“, ergänzt Petra Werth vom Sachgebiet Soziales und Familie. Vieles, was in Kierspe bereits gängige Praxis sei, müsse in anderen Kommunen erst noch eingeführt werden, so Werth.

Entscheidend für die Zahl der Mitarbeiter in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die Öffnungszeiten der Einrichtungen und auch für das Streetworking ergeben sich nicht aus der Größe der Kommune, sondern aus der Zahl der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen sechs und 24 Jahren, die in der Kommune leben. In Kierspe betrifft das 3550 Kinder und Jugendliche in diesem Alter.

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