Nach dem Unwetter: Markt und Firma bleiben geschlossen

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Im Außenbereich von Babyplast und Raiffeisenmarkt gab es ebenfalls große Schäden. ▪

KIERSPE ▪ Im ganzen Stadtgebiet waren am Freitag Anwohner und Handwerker dabei, die Sturmschäden zu beseitigen und aufzuräumen. Etliche Häuser verloren Teile ihres Daches und zahlreiche Bäume wurden umgeworfen. Doch am stärksten betroffen sind die Gebäude rund um den Raiffeisenmarkt an der Volme.

Marc Tesche, technischer Vertriebsleiter der Firma Babyplast, steht in den Trümmern, die bis Freitagnachmittag sein Arbeitsplatz waren – und ist erleichtert, erleichtert darüber, dass die beiden Mitarbeiter des Unternehmens nicht so schwer verletzt wurden, wie dies erst zu befürchten war (die MZ berichtete). Beide seien inzwischen wieder zu Hause, konnte er der Meinerzhagener Zeitung im Gespräch mitteilen.

Mit seinen verbliebenen Mitarbeitern hatte Tesche am Freitag damit begonnen, unbeschädigte Maschinen und Werkzeug zu dem befreundeten Unternehmen „Trio Technik“ in Meinerzhagen zu fahren, wo die Gerätschaften nun erst einmal gelagert werden.

„Die Halle hier ist wohl nicht mehr zu halten, da werden wir uns nach einem anderen Standort umschauen müssen“, so Tesche, der am Freitag auch erst einmal alle Kunden darüber informieren musste, dass Babyplast derzeit nicht handlungsfähig sei.

Ähnlich sieht es auch ein paar Meter weiter im Raiffeisenmarkt aus. „Mit dem Einzelhandel ist hier für die kommenden Wochen erst einmal Schluss. Wir hoffen, dass wir wenigstens das landwirtschaftliche Geschäft weiterführen können. Aber das muss ein Gutachter entscheiden, der sich die Halle anschaut“, erklärt Geschäftsstellenleiter Michael Sigmund, der sich mit Schrecken an den Sturm erinnert: „Es war egal, ob man im Laden stand oder draußen. Unglaubliche Wassermassen ergossen sich in das Geschäft, in dem sich zu diesem Zeitpunkt vier Mitarbeiter und ein Kunde aufhielten.“

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Doch erst am Tag nach dem Unwetter wird das ganze Ausmaß des Schadens sichtbar. Noch immer steht das Wasser im Ladeninneren. Die Verpackungen der Waren weichen durch und die Kleidung an den Verkaufsständern ist zerstört. Da auch die Wände der Büros Wasser „gezogen“ haben, löst sich dort die Tapete. Sigmund: „Wir hoffen, dass wir unsere EDV so weit hinbekommen, dass wir unsere Daten an die Zentrale übermitteln können.“

72 Feuerwehrleute im Einsatz

Stark beschädigt wurde auch der ehemalige „Kiersper Getränkehof“ in der unmittelbaren Nachbarschaft. Als das Unwetter einsetzte, war die Mieterin und frühere Betreiberin des Marktes Silvia Mürmann gerade mit einem Elektriker im Laden: „Wir konnten das Gebäude nicht mehr verlassen. Aber im Laden spitzte sich die Lage auch immer mehr zu. Von außen drangen große Mengen Schlamm und Wasser ins ehemalige Lager, in dem unsere Autos standen und von oben schlugen zahlreiche Ziegelsteine durchs Dach.“ Diese Steine hatten sich von dem Gebäude, an das der Markt angebaut wurde, gelöst, als der Sturm dort das Dach angehoben hatte. An ein Betreten der ehemaligen Verkaufsfläche ist derzeit nicht zu denken.

Allerdings hofft Mürmann, dass sie zumindest den Außenbereich bis Sonntag so weit wieder hergerichtet hat, dass der Bewirtung der Teilnehmer beim „Autofreien Volmetal“ nichts im Wege steht.

Am Tag des Unwetters waren die insgesamt 72 Feuerwehrleute noch bis weit in die Abendstunden aktiv, um den betroffenen Kierspern zu helfen. Denn neben umgeknickten Bäumen an allen Straßen, die nach Kierspe führen, und vollgelaufenen Kellern, wurden auch etliche Dächer an verschiedenen Stellen des Stadtgebietes teilweise oder komplett abgedeckt. Neben dem Rönsahler Gerätehaus, das voll Wasser lief, hatte auch das DRK Pech, dessen Gebäude ebenfalls geflutet wurde.

Nachdem bereits am Donnerstagabend die Hauptverkehrsstraßen wieder passierbar waren, konnten einige Außenbereiche erst am Freitag wieder angefahren werden. Einschränkungen gibt es noch auf dem Friedhof. Aus Sicherheitsgründen muss dieser noch übers Wochenende gesperrt bleiben.

Bürgermeister Frank Emde war es ein Anliegen, allen ehrenamtlichen Helfern für ihren stundenlangen Einsatz zu danken. ▪ Johannes Becker

Bilder vom Unwetter in Kierspe und Meinerzhagen:

Unwetter verursacht erhebliche Schäden in Kierspe

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