Erich Mürmann legt Ratsmandat  nieder

Erich Mürmann hat aus gesundheitlichen Gründen sein Ratsmandat in dieser Woche niedergelegt.

KIERSPE - Aus gesundheitlichen Gründen hat Erich Mürmann in dieser Woche sein Ratsmandat niedergelegt und damit sein offizielles politisches Wirken in Kierspe beendet.

„Ich habe alle Aufgaben im politischen und gesellschaftlichen Bereich nie als Belastung sondern immer als Bereicherung empfunden“, das ist Erich Mürmann wichtig, wenn er auf sein Handeln in und für Kierspe zurückschaut. Doch mit dem fortschreiten einer aggressiv verlaufenden parkinsonähnlichen Erkrankung, die nach jetzigem Stand nicht behandelbar ist, wurde sein politisches Wirken für ihn zur Belastung.

Mürmann hat schon vor langem klargestellt, dass er im Mai nicht erneut bei der Kommunalwahl als Kandidat antreten würde. Er wollte als politisch wirkender Mensch und nicht als „Politrentner“ den Kierspern in Erinnerung bleiben. Und auch jetzt geht der 74-jähriger wenige Monate vor der Wahl, weil er für seine Parteifreunde in der SPD-Fraktion nicht zur Belastung werden möchte. „Ich kann momentan morgens nicht sagen, ob ich abends an einer Sitzung teilnehmen kann“, stellt er im Gespräch mit der MZ klar.

Den Menschen in Kierspe kommt es vor, als habe Mürmann schon „immer“ das politische Leben mitgeprägt. Tatsächlich ist er aber erst relativ spät zur Politik gekommen.

Erst in den 1980er Jahren engagierte er sich, als ein Name für das Gebiet rund um die Wilbringhausener Straße gefunden werden musste, mit dem die Ortseingangstafel beschriftet werden sollte. „Beerenburg“ ist dort seit dem zu lesen – sehr zur Freude der Anwohner. Später klagte er dann mit Nachbarn erfolgreich gegen die Gebührenfestsetzung der Stadt für die Nutzer von Kleinkläranlagen und setzte sich gegen den Ausbau des Gewerbegebietes Wildenkuhlen ein.

Es war der damalige Bürgermeister Heinz Willi Potthoff, der ihn ansprach und letztlich auch überzeugte, in die SPD einzutreten. Das tat Mürmann 1987, zwei Jahre später wurde er in den Rat gewählt, dem er bis Montag dieser Woche ununterbrochen angehörte.

In diesen Jahren des politischen Wirkens gehörte er allen Fachausschüssen bis auf den Schulausschuss an, leitete lange den heutigen Ausschuss für Umwelt und Bauen und war von 1993 bis 2009 stellvertretender Bürgermeister. Im ersten Jahr als zweiter stellvertretender, später dann als erster stellvertretender Bürgermeister.

Mürmann saß mit am Tisch, als die ersten Gespräche über einen Kiersper Bürgerbus geführt wurden, setzte sich für die Einrichtung von Querungshilfen an der Kölner und der Friedrich-Ebert-Straße ein, sorgte mit Pfarrrer Achim Heckel und dem damaligen Zivildienstleistenden Marc Voswinkel für die Einrichtung des Essens auf Rädern und verantwortete mit der Aktion „Tischlein deck Dich“, dass auch Kinder aus bedürftigen Familien im Kindergarten eine Mahlzeit bekommen.

Darüber hinaus saß der SPD-Mann im Aufsichtsrat der Stadtwerke und in allen Gremien der Sparkasse – inklusive der Sparkassenstiftung. In den Jahren seines politischen Handels fiel auch die Fusion der Sparkassen aus Kierspe und Meinerzhagen.

Darüber hinaus engagierte sich Mürmann stark bei der Arbeiterwohlfahrt. Über den Vorsitz auf Orts- und Kreisebene wurde er Mitglied des Unterbezirks Hagen-Märkischer Kreis, dessen Vorsitzender er lange Jahre war.

Geehrt wurde Mürmann, der seit 53 Jahren mit seiner Frau Elfi verheiratet ist und zwei Söhne und eine Tochter hat, für sein vielseitiges Engagement für seine Heimatstadt Kierspe bereits im jahr 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz.

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