Am Fontaneweg

Wiesenprojekt des BUND in Kierspe-Dorf wird fortgesetzt

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Viel zu tun gibt es im Frühjahr für die aktiven Helfer der BUND-Gruppe Kierspe, die auch in diesen Tagen „mit Volldampf“ an der ökologischen Gestaltung eines Wiesengrundstücks am Fontaneweg arbeiten und diesbezüglich auch interessierten Gartenfreunden gern mit fachlichem Rat zur Seite stehen.

Kierspe – Auch in Corona- Zeiten sind die BUND-Aktiven in kleinen Gruppen tätig, um ihr Wiesen-Projekt am Fontaneweg in Kierspe weiter voranzutreiben.

In diesem Zusammenhang wurde dort beispielsweise kürzlich ein im Winter 2019 aufgeschütteter Erdhügel, der in seinem Kern Hölzer und Steine als Tierversteck enthält, zur Einsaat vorbereitet. Diesbezüglich trafen sich mehrere Helfer, um den Lehmboden so gut es geht von Quecken und Wurzelunkräutern zu befreien. Danach wurde dann die Erdschicht zum wiederholten Mal durchgearbeitet, dann mit Sand vermischt, modelliert und mit einer Schmetterlings- und Wildbienen-Samenmischung eingesät. Außerdem wurde eine Nistsäule für Wildbienen aufgestellt.

Durch die bereits im Vorfeld erfolgte Renaturierung des angrenzenden Abschnitts des Thaler Baches und die dabei angefallenen Erdarbeiten war es zudem erforderlich geworden, verkahlte Teile der Wiese aufzulockern, nachzusäen und anschließend zu walzen und die aktuellen Arbeitsbereiche mit Pflöcken und Band zu kennzeichnen, um die noch unbewachsenen Bachufer zu schützen.

Eine in diesem Rahmen erfolgte kurze Bestandsaufnahme (siehe Infokasten) zeigte, dass dank der Zusammenarbeit mit engagierten Bürgern und durch tatkräftige Unterstützung durch die Mitarbeiter der Heesfelder Mühle bereits im ersten Jahr des Projektes eine ganze Reihe von Ideen umgesetzt werden konnte.

Alle Arbeiten sind Teil eines langfristig angelegten Projektes der BUND Ortsgruppe Kierspe/Meinerzhagen, deren Ziel es ist, verschiedene Möglichkeiten ökologischer Gestaltung aufzuzeigen, die auch im eigenen Garten umsetzbar sind. Dabei erinnern die Naturfreunde daran, dass praktisch jeder Gartenbesitzer auf einfache Weise selber naturnahe Bereiche für Pflanzen und Tiere schaffen und damit etwas gegen den Artenschwund tun kann. Gärten, so heißt es dazu, seien dann nicht nur Begleitgrün, sondern es entstehe gegebenenfalls eine Kette von Kleinst-Lebensräumen und bestenfalls sogar ein Biotopverbund.

Auch die Anlage eines Erdhügels als Unterschlupfmöglichkeit und Lebensraum für vielerlei Kleintiere gehört zu den Dingen, die von den Naturfreunden erfolgreich in Angriff genommen wurden.

Diesbezüglich wird lobend erwähnt, dass viele Grundstücksbesitzer ihre Gartenabfälle rechtmäßig im eigenen Garten entsorgen und dort recyceln oder die Angebote für die Grünentsorgung durch die Stadt wahrnehmen. Oft landen aber auch Rasen- und Heckenschnitt auf ungenutzten Brachflächen. Hier wirken sie stark düngend, sodass die Flächen statt vielfältiger Wildblumen große Brennnesselbestände ausbilden. „Brennnesseln sind zwar auch wichtige Futterpflanzen für unsere einheimischen Schmetterlinge, verdrängen aber in diesem Falle auch seltene Wildblumen, die mageren Boden benötigen“, so heißt es seitens des BUND, der zudem darauf aufmerksam macht, dass das willkürliche Abladen von eigenen Gartenabfällen auf ungenutzten fremden Grünstreifen oder brach liegenden Flächen verboten ist.

Daher sei es sinnvoll, wenn fast alles, was auf dem eigenen Grundstück gewachsen ist, auch dort verbleibt. Dann nämlich würden Grünabfälle zu Kompost recycelt und aus Hölzern, hohlen Stängeln, Baumstubben und vielem weiteren mehr neue Lebensräume entstehen. Insekten, Vögel, Kleintiere, Amphibien und Reptilien fänden dann sofort bessere Lebensbedingungen vor. „Gartenbesitzer“, so heißt es dazu, „können jederzeit aus einer Gartenecke wieder einen Lebensraum machen, wo sie mit ihren Kindern und Enkeln Tierverstecke bauen, Wildblumen wachsen lassen und Tiere beobachten können. Es braucht nur die Entscheidung für ein kleines Stück Wildnis im eigenen Garten!“ … Gerne steht die BUND- Gruppe interessierten Mitbürgern bei einem Rundgang über die Wiese beratend zur Verfügung und lädt außerdem dazu ein, bei dem vielversprechenden Projekt mitzumachen.

Informationen 

Auskunft zur Arbeit des BUND in Kierspe erteilt die Vorsitzende Gudrun Barth, Goethestraße 54, Kierspe. Tel. 0 23 59/43 58.

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