Virtuelle Kirche gut gefüllt

Der Online-Gottesdienst von Pastor Fröhlich wurde von rund 500 Gottesdienstbesuchern angesehen.

Kierspe – Die Kirchenbänke waren leer, doch die virtuelle Kirche letztlich so gut gefüllt, wie das sonst nur am Heiligen Abend der Fall ist. Insgesamt haben sich rund 500 Menschen den Gottesdienst von Reiner Fröhlich über Youtube angehört.

Es war eine Premiere, den Kiersper Pfarrer auf der Mattscheibe zu erleben. Durch das Verbot von gemeinsam zu feiernden Gottesdiensten in Kirchen in der Coronakrise hatte die Evangelische Kirchengemeinde Kierspe beschlossen, den Menschen ein Online-Angebot zu machen.

Bereits zwei Tage vor dem Gottesdienst traf sich Pfarrer Reiner Fröhlich dazu mit dem Organisten Heinz-Georg Haenes und dem „Videofilmer“ Michael Bahr in der Kirche, um die Aufnahme vorzunehmen. „Rund zwei Stunden hat es gedauert, bis die Aufnahmen im Kasten waren“, erzählt Fröhlich. Für den Filmer war damit aber längst noch nicht alles erledigt. Er benötigte nach Angaben von Fröhlich rund einen ganzen Arbeitstag, bis der rund dreiviertelstündige Gottesdienst dann fertig gestellt war. Fröhlich: „Deshalb werden wir das in dieser Form auch sicher nicht fortführen, wenn wir uns wieder in der Kirche versammeln dürfen.“

Er selber habe keine Probleme gehabt, in einer leeren Kirche zu predigen. „Ich hatte ja eine gute Woche lang Zeit, um mich darauf vorzubereiten. Aber ich freue mich sehr darauf, die Gemeinde beim Gottesdienst wieder in meiner Nähe zu wissen“, sagt Föhlich. Reaktionen auf den Gottesdienst gab es aber auch so.

Nicht bei einem persönlichen Gespräch nach Ende des Gottesdienstes, sondern in den Kommentaren unter dem Video und vor allem per Mail und Telefon. Fröhlich: „Das war aber bislang alles positiv.“ Dabei hat sich aber auch gezeigt, dass vor allem die Kiersper von dem Angebot Gebrauch gemacht haben.

Reaktionen von weit außerhalb sind nach den Angaben des Pfarrers bislang ausgeblieben. Bis auf eine, sein Bruder im Siegerland hatte sich die Gelegenheit, Reiner Fröhlich im Netz zu sehen, nicht entgehen lassen. Im Rahmen des Gottesdienstes waren auch Liedtexte und Noten eingeblendet worden, damit die Zuschauer auch zu Hause einstimmen konnten. Beide, Liedteste und Noten, wurden aber wieder entfernt. „Es gab eine Abstimmung mit der Gema, dass wir die Noten 72 Stunden lang einstellen durften, ohne Kosten zu verursachen. Deshalb gibt es seit Dienstagmorgen eine geänderte Version“, erklärt der Pfarrer.

Am Sonntag wird es dann den zweiten Online-Gottesdienst geben. Die Predigt hält dann Thomas Fröse von der Evangelischen Landeskirchlichen Gemeinschaft Volme. Aufgezeichnet wird auch dieser Gottesdienst in einer der Kiersper Kirchen. Wie lange die Veranstaltung dauert, konnte Fröhlich nicht sagen, da es allen, die solch einen Gottesdienst halten, freigestellt ist, diesen so zu gestalten, wie sie das möchten. „Mir war es wichtig, einen kompletten Gottesdienst zu halten, welche Ideen die anderen haben, weiß ich nicht“, sagt Fröhlich abschließend.

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