Wasserfläche, Ufer und Mauer liegen in Wasserschutzzone 1

Kein Zugang zur Kerspe-Talsperre

Kerspe-Talsperre - Kein Zugang - Trinkwasser
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Die Wasserfläche, der Uferbereich und auch die Mauer sind für die Öffentlichkeit gesperrt, weil es sich um eine Trinkwasser-Talsperre handelt, die in der Wasserschutzzone 1 liegt. Dies wird trotz Antrag der Landtagsfraktionen von CDU und FDP auch so bleiben. Die beiden Fraktionen fordern einen öffentlichen Zugang zu Gewässern.

„Im Vordergrund steht vielmehr der Schutz des Trinkwassers vor schädlichen Einwirkungen“, erklärt Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbandes, dem die Kerspe-Talsperre gehört. Aus diesem Grund werde man auch nicht den Zugang zur Talsperre gewähren, so, wie es die Landtagsfraktionen von CDU und FDP in ihrem Antrag „Rechtssicherheit für Kommunen schaffen und Naturerlebnis durch freien Gewässerzugang ermöglichen“.

Kierspe - Angesichts von rund 50 000 Kilometern Fließgewässer und mehr als 2000 stehende Gewässer mit etwa 100 Badestellen in Nordrhein-Westfalen soll die Landesregierung, wie bereits berichtet, dafür sorgen, dass „unter Wahrung naturschutzfachlicher Vorgaben die Möglichkeiten und das Recht auf umweltverträgliches Erleben von Natur und Landschaft“ gestärkt wird. Dazu zähle ein freier Zugang zu Gewässern.

Die Verkehrssicherungspflicht sei zwar auch ein wichtiger Punkt. Aber: „Dieser Aspekt spielt bei der Kerspe-Talsperre auch eine wichtige, aber nicht die entscheidende Rolle“, erläutert die Pressesprecherin des Wupperverbandes. Vielmehr gibt es eine „Ordnungsbehördliche Verordnung zur Festsetzung des Wasserschutzgebietes für das Einzugsgebiet der Kerspe-Talsperre, die von der Bezirksregierung Köln am 21. Juli 2006 erlassen wurde. Daher ist die Kerspe-Talsperre durch ein Wasserschutzgebiet geschützt.

Verordnung im Netz nachlesbar

Nachgelesen werden könne diese Wasserschutzgebietsverordnung Kerspe-Talsperre im Internet unter www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung05/54/wasserversorgung/wasserschutzgebiete/uebersicht/wsg_vo_kerspetalsperre.pdf. In dieser Verordnung heißt es in Paragraf 4 unter anderem „Eigentümer und Nutzungsberechtigte von Grundstücken im Wasserschutzgebiet und der Begünstigte haben darüber hinaus

1. das Errichten, Betreiben und Unterhalten von Einrichtungen zur Sicherung der Zone I gegen unbefugtes Betreten,

2. das Aufstellen, Unterhalten oder Beseitigen von Hinweis-, Warn-, Gebots- und Verbotszeichen, ... zu dulden.“

Das Talsperrenwasser sei ein kostbares Gut, das vor Beeinträchtigungen geschützt werden muss, betont Fischer. Durch die Schutzzonenverordnung werde geregelt, was wo gestattet und nicht erlaubt sei. Und da die gesamte Wasserfläche, der Uferbereich und die Staumauer der Kerspe-Talsperre in der Wasserschutzzone 1 liegen, ist das Betreten grundsätzlich verboten.

Da der Bereich dieser Zone 1 eingezäunt ist, um die Einhaltung des Verbotes sicherzustellen, gibt es keine frei zugänglichen Wanderwege. Selbst die Staumauer darf nicht betreten werden. „Aus unserer Sicht ist der Schutz des Rohwassers in unseren Trinkwassertalsperren sehr wichtig“, führt Susanne Fischer dazu aus. „Wasser ist unsere Lebensgrundlage und wichtigstes Nahrungsmittel. Wir alle möchten, dass es in guter Qualität aus unserem Wasserhahn kommt.“

Ein Tor sperrt den Zugang zur Staumauer der Kerspe-Talsperre und Schilder weisen darauf hin, dass es sich um die Wasserschutzzone 1 handelt.

Man habe durchaus Verständnis für den Wunsch der Menschen, ihre Freizeit an einem Gewässer verbringen zu können, „sehen wir aus wasserwirtschaftlicher Sicht die Öffnung des Zugangs zu allen Gewässern sehr kritisch“. Schließlich sei der Schutz des Wassers ein sehr hohes Ziel, das zum Wohl der Menschen festgelegt worden sei.

Freizeitdruck auf Talsperren groß

Zudem hätten Erfahrungen an anderen Talsperren gezeigt, „wie groß der Freizeitdruck auf die Talsperren ist“, sagt die Pressesprecherin des Wupperverbandes, „dies hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie noch gesteigert“. Massenandrang bei schönem Wetter, verbotene Lagerfeuer, illegales Grillen und viel Müll seien die Begleiterscheinungen, denen der Wupperverband und ebenso die Kommunen im Bereich der Talsperren entsprechend begegnen müssten.

Es gebe laut Wupperverband leider nicht nur Menschen, die Rücksicht auf Natur und Umwelt nehmen, sondern auch solche, die Ge- sowie Verbote nicht beachten und einhalten würden. Daher werden die Zäune nicht abgebaut und es gibt keinen öffentlichen Zugang zur Kerspe-Talsperre.

Trinkwassertalsperre

Die Kerspe-Talsperre ist eine Trinkwassertalsperre. Das Rohwasser aus dieser Trinkwassertalsperre wird über eine Leitung zum Wasserwerk Wuppertal-Herbringhausen der Wuppertaler Stadtwerke transportiert, dort zu Trinkwasser aufbereitet und dann über das Trinkwassernetz den Verbrauchern bereitgestellt. Weitere Informationen (nicht nur) zur Kerspe-Talsperre finden Interessierte im Internet unter www.wupperverband.de/unsere-anlagen/talsperren/kerspe-talsperre.

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