ASV-Show auch nach 20 Jahren kein bisschen leise

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Zum großen Finale versammelten sich noch einmal alle Akteure auf der Bühne und sangen „Niemals geht man so ganz“, bevor sie sich zur Polonaise formierten und durch den Saal marschierten. ▪

KIERSPE ▪ „20 Jahre ,Momo‘ – wenn das kein Grund zum Feiern ist“, begrüßte Moderator Carsten Kutzner gestern Morgen die fröhliche Schar der Gäste im Festzelt. „Momo“, so lautet die Kurzformel für den ASV-Montagmorgen. Als der 1990 „mit zunächst nur drei Liedern“ aus der Taufe gehoben wurde, versetzte nicht nur das Schützenfest die Menschen in Jubelstimmung.

Die deutsche Elf wurde Weltmeister und verursachte Freudentaumel im ganzen Land. „So wie sich das gestern nach dem WM-Auftakt auf den Straßen angehört hat, würde ich sagen, da hat der nächste Weltmeister gespielt“, feixte Kutzner und ließ seine Vuvuzela erklingen, bevor die Bahnhöfer Schützen die Bühne enterten und begleitet vom rhythmischen Klatschen der Besucher ihr Schützenlied „Wir sind der ASV“ anstimmten.

Musikalisch ging es weiter mit einer Melodie, „die seit 1990 immer wieder reißenden Anklang gefunden hat“: In Anlehnung an den Hit „Sierra Madre“ der Zillertaler Schürzenjäger besangen Willi Stork, Olaf Hohage und Guido Strangfeld, begleitet von Holger Kappes an der Trompete, den Reiz des Schützenfestes. „Wenn der Freitag kommt und Kierspe Bahnhof erwacht, dann seh‘n die Menschen überall die grüne Pracht – Sierra, Sierra Horrido“ schmetterten sie, bevor das musikalische Staffelholz an den „singenden Hauptmann“ Ralf Erlhöfer weitergegeben wurde, der die Stimmung weiter anheizte.

Emde als neuer

Star fürs Volmetal

Bei dem nun folgenden Wettstreit ging es darum, ein Volmetaler Pendant zur Eurovision- Song-Contest-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut zu finden. Die drei Kandidaten – Bürgermeister Frank Emde, der Meinerzhagener Bürgermeister-Stellvertreter Volkmar Rüsche und der König des KSV, Jens Wiendlocha – traten zwar nicht ganz freiwillig an, machten ihre Sache aber erstaunlich gut. Emde legte die Messlatte mit seiner fulminanten Performence von „Alle meine Entchen“ gleich sehr hoch an. Dennoch lösten auch Rüsches Darbietung von „Ein Männlein steht im Walde“ und das „Hänschen klein“ des KSV-Königs frenetischen Jubel aus und machten dem Publikum die Entscheidung schwer. Letztlich konnte Emde sich mit einem hauchdünnen „Applaus-Vorsprung“ als „neuer Star fürs Volmetal“ durchsetzen. Neben einer Flasche Hochprozentigem gewann er auch ein Frühstück mit dem Vorsitzenden Holger Kappes und eine Busfahrkarte zum Meinerzhagener Schützenfest, wo der Bürgermeister nach Wunsch der ASV-Schützen als Zeichen nachbarschaftlicher Verbundenheit auftreten soll. „Ich verspreche mein Repertoire zu erweitern“, schmunzelte Emde und Volkmar Rüsche strahlte: „Ich bin total glücklich. Wann hat ein Meinerzhagener in Kierspe schon mal so viel Applaus bekommen.“

Zu den Klängen des Gassenhauers „YMCA“ flippten jetzt einige Mitglieder des ASV-Reservezugs als Polizist, Bauarbeiter oder Rocker über die Bühnenbretter, bevor „Tagesschau-Nachrichtensprecher“ Holger Kappes Brisantes aus der Volmestadt verlas. Themen wie die Leerstände an der Kölner Straße, die Diskussuionen um die Finanzierung des Lausebergaufstiegs als PPP-Projekt oder die Forschungsarbeiten im Hülloch lieferten dem ASV-Vorsitzenden jede Menge Stoff für seine Nachrichtensendung. Im Anschluss daran brachte der neue König Olaf Hohage sein Publikum ordentlich in Schwung als er den Ohrwurm „Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger“ sang. Bald hielt es niemanden mehr auf den Stühlen und der ganze Saal klatschte mit.

Nach einem spannenden Torwandschießen, bei dem Sparkassen-Vorstand Roman Kappius gegen Volksbank-Vorstand Stephan Baldschun antrat, hieß es Abschied nehmen: Das scheidende Königspaar Heiko Becker und Heike Schröder „ritt“ auf „Lamas“ durch die Reihen der Zuschauer, die überrascht feststellen mussten, dass die Plüschtiere Dank einer kleinen Handpumpe tatsächlich spuckten. Dann verabschiedete sich der gesamte Hofstaat mit einem Song zur Melodie von „Don’t cry for me Argentina“ von den scheidenden Regenten.

Zum großen Finale versammelten sich noch einmal alle Akteure auf der Bühne und sangen „Niemals geht man so ganz“, bevor sie sich zur Polonaise formierten, die sich als farbenfroher Lindwurm durch den Saal schlängelte. „Wir sehen uns auf dem nächsten Schützenfest“, rief Moderator Carsten Kutzner den Feiernden noch zu.

Petra Schüller

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