Jahrhunderte alte Rönsahler Schule noch einmal im Mittelpunkt

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Viel Wissenswertes aus Rönsahls „alter Zeit“, hier speziell mit Bezug auf das Schulwesen in der Gemeinde, stand beim Treffen des Arbeitskreises Heimatkunde in der Historischen Brennerei auf der Tagesordnung.

Rönsahl - Zu allen Zeiten ein wichtiger Bestandteil des dörflichen Lebens war die Schule in Rönsahl. Mit der Geschichte der Dorfschule im Wandel der Zeit befasste sich nun der Arbeitskreis Heimatkunde bei seiner Zusammenkunft in der Braustube der Historischen Brennerei.

Der in diesen Tagen vorgenommene Abriss der lange Zeit als Schulgebäude dienenden und später von den Märkischen Werkstätten genutzten Immobilie in der Ortslage Vor dem Isern war dabei der Aufhänger für einen informativen Abend.

Regina und Karl Friedrich Marcus hatten es übernommen, das Thema des Abends in Bild und Wort zu begleiten. Dankenswerterweise hatten zudem mehrere heimatgeschichtlich interessierte Rönsahler bereits im Vorfeld zahlreiche Bilder aus verschiedenen Epochen der Dorfschulgeschichte zur Verfügung gestellt und auf diese Weise zusätzlich zum Gelingen des Abends beigetragen.

Gerettet werden konnte die bei der Grundsteinlegung des Schulneubaus im Jahr 1952 eingemauerte Rolle nebst der darin enthaltenen Urkunde.

Wenngleich Nachrichten aus „grauer Vorzeit“ nur eher spärlich vorhanden sind, so wird vermutet, dass es regelmäßigen Schulunterricht in Rönsahl schon vor dem 30-jährigen Krieg gegeben hat. Aufzeichnungen aus Rönsahls „alter Zeit“, so festgehalten in einer in den Jahren 1842 und 1844 vom damaligen Gemeindepfarrer Friedrich Walther erstellten Chronik sowie aus den Forschungsarbeiten von Fritz Gogarten und Heimatfreund Josef Moddemann erlaubten den Blick in längst vergangene Tage.

So wird berichtet, dass im Jahr 1652 Franziskus Christopherus Schrage das Amt des Gemeindepfarrers und damit gekoppelt auch das des Dorfschullehrers angetreten hatte.

Schon damals gab es ein Schulhaus „In der Frasen“, das allerdings später – inzwischen baufällig – für 30 Taler veräußert und abgebrochen werden musste. Auch das von Richter Georg Wilhelm von den Bercken für die Gemeinde gekaufte Nachfolgegebäude hatte irgendwann ausgedient und wurde durch das in den Jahren 1824 bis 1826 in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche neu erbaute Schulhaus ersetzt, das dann weit über ein Jahrhundert lang als Dorfschule diente, bevor auch dieses inzwischen arg „in die Jahre gekommene“ Gebäude im Jahr 1962 abgerissen wurde.

Ganze Arbeit leistet in diesen Tagen der Abrissbagger.

Als Schule wurde es bereits durch das 1954 errichtete Gebäude ersetzt. Wie schnelllebig die Zeit ist, wurde daran deutlich, dass auch dieses damals mit vielen guten Wünschen in Dienst gestellte neue Schulgebäude, das in den Folgejahren als Grundschule und Hilfsschule diente und später die Märkischen Werkstätten beherbergte, nach knapp sechs Jahrzehnten ebenfalls abgerissen wird. Eng verbunden mit der Geschichte der Dorfschule und ihrer Gebäude war auch die Erinnerung an die lange Reihe der Rönsahler Dorfschullehrer.

So sind die Namen der ehemaligen Lehrer Schacke und Köhler, Mäueler, Stratmann und Mittmann, „Tante Otti“, Bauckhage, Jocksch und Wegge, um nur einige Personen des dörflichen Bildungswesens zu nennen, bis auf den Tag noch vielen in dem Grenzdorf geläufig.

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