Ruhebänke fehlen überall in Kierspe

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Wünschen sich mehr Ruhebänke in Kierspe: Jürgen Grzälka, Manuela Lellwitz, Peter Christian Schröder, Vera Maiwurm und Doris Fittig (von links) vom „Arbeitskreis Barrierefreies Kierspe“.

Kierspe - Ruhebänke sind nichts für den Winter – aber vielleicht ist der Winter genau die richtige Zeit, um über sie nachzudenken. Und genau das hat der „Arbeitskreis Barrierefreies Kierspe“ getan. Denn dessen Mitglieder sind mit der momentanen Anzahl der Bänke im Stadtgebiet sehr unzufrieden.

„Wer A wie Altenheim sagt, muss auch B wie Barrierefreiheit sagen“, markig führt Peter Christian Schröder in den Termin ein, der passenderweise im Awo-Seniorenzentrum stattfindet. Dort wohnen zum einen zwei Mitglieder des Arbeitskreises, zum anderen beginnt dort der Ärger, dem die Mitglieder Luft machten. Denn gleich zwei Bänke seien in den vergangenen Jahren auf dem Gelände der Awo abgebaut worden, berichtet Doris Fittig. Und Manuela Lellwitz ergänzt: „Eine weitere stand hinter dem Rathaus – allerdings nicht lange.“ 

Vandalismus und Anwohner, die sich von dem Lärm der dort nicht immer ganz leise Ruhenden gestört fühlten, hätten die Verantwortlichen motiviert, die Sitzgelegenheiten wieder zu entfernen. Vor allem zum Nachteil der älteren Kiersper, denen mit den Ruhegelegenheiten auch die Möglichkeit zu einem ausgedehnteren Spaziergang genommen wird. 

Schröder: „Für die Bewohner von Awo-Seniorenzentrum und Seniorenresidenz gab es immer eine beliebte Runde, die nun von den meisten nicht mehr begangen werden kann.“ Diese Runde habe über die Montigny-Allee, die Bergstraße, rund ums Rathaus und dann über den Springerweg und durch die Streuobstwiesen zurück zu den Heimen geführt. „Doch durch die fehlenden Bänke geht diese Runde kaum noch jemand“, sagt Fittig. Es gebe zwar noch die Sitzgelegenheiten am Brunnen vor dem Rathaus, doch die seien ohne Möglichkeit zum Zwischenstopp auf der geschilderten Runde zu weit entfernt, aber auch generell schlecht zu erreichen. Denn von der einen Seite müsse man zahlreiche Treppenstufen erklimmen und von der anderen Seite einen steilen Anstieg hochgehen – für ältere Menschen mit Rollator ein kaum zu überwindendes Hindernis.

„Aber das sind ja bei Weitem nicht die einzigen Bänke, die fehlen. Im Seniorenbeirat ist das immer wieder Thema. Den Menschen fehlen überall im Stadtgebiet und auch im Wald die Bänke“, sagt Manuela Lellwitz. Denn auch an anderen Stellen seien immer mehr Bänke abmontiert worden – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Dabei erinnern die Mitglieder an die Bänke am Fritz-Linde-Stein, die immer mal wieder Thema in Kierspe sind. Denn diese Bänke fehlen vielen Menschen, die dort gerne einen Spaziergang machen. Eine starke Verschmutzung im Umfeld hatte den Eigentümer damals veranlasst, auf die Entfernung der Bänke zu drängen. „Aber es ist ja keine Lösung, einfach überall dort die Bänke zu entfernen, wo es mal laut geworden ist oder Beschädigungen festgestellt wurden“, sagt Schröder. Anstelle sich von einigen wenigen Unverbesserlichen diktieren zu lassen, wo man sitzen kann und wo nicht, schlägt er vor, den Wachdienst öfter pattroulieren zu lassen. 

Manuela Lellwitz regt an, vandalismussichere Bänke aufzustellen – beispielsweise aus Edelstahl, lackiertem Stahl oder Beton. „Vielleicht können ja auch Kiersper oder heimische Unternehmer solche Bänke stiften, gerne auch mit einer Widmung, die an den Spender erinnert.“ Fittig regt an, bei der Planung neuer Bänke daran zu denken, dass diese – vor allem im Stadtgebiet – so aufgestellt werden sollten, dass sie auch von Menschen angesteuert werden können, die einen Rollator benutzen. Als Negativbeispiel führt sie eine Bank an, die ausgerechnet auf dem Gelände des Seniorenzentrums steht. Dort befänden sich im Zugangebereich der Bank Steine, die eine Annäherung erschwerten.

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