Vorschuss gibt's im Supermarkt

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Symbolbild: Bargeld für einen Vorschuss auf das Arbeitslosengeld soll es im kommenden Jahr mittels Gutschein an der Drogerie- oder Supermarktkasse geben.

Kierspe - Arbeitslose, die Leistungen von der Agentur für Arbeit oder vom Jobcenter beziehen, haben die Möglichkeit, sich im Notfall einen Vorschuss zu holen.

Verfügt der Leistungsbezieher über kein Konto, soll er – so ist es geplant – im kommenden Jahr nach der Umstellung einen Gutschein erhalten, den er in einem Supermarkt oder einer Drogerie wie Rewe, Penny, Real, dm und Rossmann einlösen kann. Wir haben bei der heimischen Agentur für Arbeit nachgefragt, wie das funktioniert.

Das Arbeitslosengeld wird rückwirkend auf auf Konto des Leistungsempfängers überwiesen. Sollte jemand nicht über ein Konto verfügen, so erklärt Nina Appel, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Siegen und Stellvertreterin für Lena Draxler in Iserlohn, erhält der Betreffende einen Barscheck per Post. Das seien aber nur Einzelfälle. Der Barscheck muss dann bei einer Bank oder Sparkasse in Bargeld getauscht werden. Daran wird sich nichts ändern!

Der Arbeitslose muss in einem Notfall persönlich in der Geschäftsstelle vorsprechen. Solch ein Notfall könne beispielsweise sein, erklärt Nina Appel, wenn in einer Familie mit Kindern eine neue Waschmaschine fällig wird. In einer Einzelfallprüfung wird dann entschieden, ob der- oder diejenige einen Vorschuss erhält. Ist kein Konto vorhanden, wird ein Barscheck ausgestellt, der wiederum bei einem Geldinstitut in Bargeld getauscht werden kann. Das trifft auf die wenigen aus Kierspe und Meinerzhagen zu, die kein Konto haben. Ist ein Kassenautomat, wie in den Agentur-Geschäftsstellen Lüdenscheid und Iserlohn, dann gibt es eine Kassenkarte, die am Automaten in Geld getauscht wird.

Die Kassenautomaten, so erklärt Nina Appel, seien sehr störanfällig und die daraus resultierenden Wartungen sehr teuer. Zudem würden pro Barauszahlung Kosten in Höhe 8 Euro entstehen, die alle Beitragszahler aufzubringen haben. Diese Kosten will die Agentur für Arbeit senken, in dem die Kassenautomaten abgeschafft werden. In Lüdenscheid und Iserlohn soll dies schon bis zum Ende dieses Jahres geschehen. Das bedeutet, dass die wenigen ohne Konto, die in den beiden großen Städten einen Vorschuss auf Arbeitslosengeld 1 oder 2 beantragen und erhalten, dann ebenfalls einen Barscheck erhalten. Zumindest solange, bis die Vereinbarungen mit den Super- und Drogeriemärkten abschließend getroffen und umgesetzt worden sind. Dieses Auszahlungssystem soll ab dem kommenden Frühjahr bundesweit eingeführt werden.

Wann dann die Zahlung eines Vorschusses an einen kontolosen Leistungsempfänger in der Geschäftsstelle Kierspe auf die Voucher-Ausgabe umgestellt wird, steht noch nicht fest. Es soll im Laufe des kommenden Jahres geschehen. So lange bleibt es natürlich – wie bisher – auch beim Barscheck-Verfahren. Im Übrigen gebe es selbst in einer Reihe größerer Geschäftsstellen der Arbeitsagentur keine Kassenautomaten, nicht nur in kleinen wie Kierspe. Da keine entsprechende Statistik geführt werde, erläutert die Pressesprecherin der Agentur für Arbeit, könne man auch keine Angaben dazu machen, ob es Leistungsbezieher ohne Konto in Kierspe und Meinerzhagen geben würde, auf welche die geplante Änderung bei der Vorschussauszahlung zutreffen wird.

„Ein klares Nein“, sagt Nina Appel. Die Leistungsempfänger erhalten einen sogenannten „Voucher“ (englisch: Gutschein), der keinerlei Hinweise auf die Agentur für Arbeit oder auch das Jobcenter enthält. Auf diesem Gutschein mit Strichcode ist lediglich der Betrag zu lesen. Selbst für den Dienstleister, verdeutlicht Nina Appel, also das jeweilige Handelsunternehmen, sei die Auszahlung lediglich ein Buchungsposten. Die- oder derjenigen, die beziehungsweise der mit einem Voucher an der Kasse im Rewe in Kierspe, bei Penny in Meinerzhagen oder bei Rossmann – in beiden Städten vorhanden – steht, muss nicht befürchten, als Arbeitslosengeld- oder Hartz-4-Geldempfänger erkannt zu werden. Zumal es, wie Pressesprecherin Appel bereits betonte, es wirklich nur Einzelfälle sind, die über kein Konto verfügen und dann in einem Notfall einen Vorschuss auf ihren Leistungsbezug beantragen.

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