Woche der Ausbildung: Besuch in Rönsahler Malerwerkstatt

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Woche der Ausbildung: Gaby Hagen (von links) und Malermeister Axel Schuster, Regina Linek (Agentur für Arbeit) und Olaf Stelse (Stadt Kierspe).

Rönsahl - In den vergangenen Jahren seien in der Region viele Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben, berichtet Regina Linek vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Iserlohn. Im Rahmen der Woche der Ausbildung traf sie sich mit dem Ersten Beigeordneten der Stadt Kierspe und mit Gaby Hagen und Alex Schuster in der gleichnamigen Rönsahler Malerwerkstatt.

„Ich habe diese Firma ausgesucht, da sie auch ,schwächeren‘ Schülern – ohne Schulabschluss – eine Chance gibt.“ So gehe man bewusst gegen den Fachkräftemangel im Handwerk an. 

Erinnerungstücke: Mit diesen Materialien wurden früher Wetterfahnen oder Kirchturmuhren vergoldet. Die Pinselborsten stammen vom Eichhörnchen.

Seit 1995, in dem Jahr übernahm Axel Schuster den Betrieb von seinem Schwiegervater, hat der Malermeister zwölf Azubis zum Maler/Lackierer ausgebildet. Acht von ihnen haben die Lehre erfolgreich abgeschlossen. In den vergangenen zwei Jahren habe man aber keinen Lehrling finden können. „Unser letzter Azubis kam über eine Einstiegsqualifizierung zu uns. Er hatte kein Abschlusszeugnis. Aber wir hatten nichts zu verlieren“, sagt Gaby Hagen. Es sei nicht immer leicht mit den Lehrlingen, oft müsse man für sie mehr als nur ein Ausbildungsbetrieb sein. „Manchen muss man erst einmalig richtige Umgangsformen beibringen“, bedauert Axel Schuster. Genau bei diesem Punkt zeigt sich für Olaf Stelse, wie wichtig ein traditioneller Familienbetrieb sein kann: „Die Azubis werden unter die Fittiche genommen.“ 

Eine Ausbildung in dem Rönsahler Betrieb sei vor allem vielseitig und fordere Kreativität. Gaby Hagen: „Bei uns heißt es nicht nur Raufaser kleben und streichen. Bei uns gibt es die Möglichkeit, viel zu lernen.“ Axel Schuster ergänzt: „Die Kunden heutzutage fordern nur einen Ansprechpartner auf der Baustelle. Deshalb holen wir auch andere Gewerke mit ins Boot.“ Als moderner Betrieb mit Tradition lege man Wert darauf, am „Puls der Zeit“ zu sein, so Gaby Hagen, die sich auf ein Elektroauto als Firmenfahrzeug freut. Auch Geschlechtergerechtigkeit spielt in der Malerwerkstatt eine Rolle. Erstmals seit ihrer eigenen Ausbildung in dem Betrieb liegt ihr eine Bewerbung einer jungen Frau vor, die möglicherweise in diesem Jahr am Kampweg in die Lehre gehen wird.

Steckbrief des Betriebs

- Name: Malerwerkstatt Schuster

- Gegründet: 1848 von Carl Vormann, in vierter Generation von Karl-Otto Vormann 1995 an Schwiegersohn Axel Schuster übergeben 

- Verantwortliche: Axel Schuster und Gaby Hagen 

- Mitarbeiter: fünf (ein Malermeister, zwei Gesellen, Büro) 

- Leistungen: Malerarbeiten, Boden- und Fliesenlegearbeiten, Fassaden, Wärmedämmung, Spanndecken sowie Sonnenschutz 

- Kontakt: Kampweg 6, Telefon: 0 22 69/78 59, Mobil: 01 71/12 63 92 12, E-Mail: maler-schuster@t-online.de, Internet: www.malerwerkstatt-schuster.de

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