Arbeiterwohlfahrt schafft Räume für U3-Betreuung

Beim Awo-Kindergarten an der Höherstraße soll für die U3-Betreuung ein Anbau errichtet werden. Gestern wurde das Projekt von Awo, Kreis und Stadt vorgestellt.

KIERSPE ▪ Im Bereich des Kindergartens an der Höherstraße will die Arbeiterwohlfahrt in den nächsten Monaten kräftig investieren und einen Anbau für die Betreuung für unter Dreijährige errichten. Entstehen werden mehrere Räume mit einer Gesamtfläche von 110 Quadratmetern. Andere bereits bestehende Räume im vorhandenen Altbau wie das bisherige Büro und der Eingangsbereich werden umgebaut und angegliedert.

Damit sollen endlich die vorgeschriebenen Voraussetzungen für die U3-Betreuung, die in der Einrichtung bereits seit zwei Jahren läuft, geschaffen werden. Alle Kindergärten sind gegenwärtig unter Handlungs- und Investitionszwang gesetzt, denn an der erwarteten Nachfrage für die Kleinsten kommen sie schwerlich vorbei. Entsprechende Planungen existieren so auch in anderen Kiersper Einrichtungen, befinden sich kurz vor der Umsetzung oder sind sogar schon realisiert.

Dabei war die Awo-Kindertagesstätte an der Höherstraße die erste vor Ort, die Kinder ab einem Alter von drei Monaten aufnahm und damit bereits Anfang 2008 begann. Für die Eltern, die dieses Angebot nutzen, ist jetzt bald die Phase des Provisoriums vorbei. Ab dem 1. August, wenn der Anbau fertig sein soll, obwohl die Bauarbeiten noch gar nicht begonnen haben, sollen für die Kleinsten dann ein Gruppenraum, zwei Ruheräume, neben dem vorhandenen Mehrzweckraum, der auch als Turnhalle genutzt wird, zudem noch ein Differenzierungsraum sowie ein Abstellraum besonders für die Kinderwagen zur Verfügung stehen.

„Damit entspricht die Raummatrix nun den Vorgaben des Landesjugendamtes“, informierte Iris Beckmann-Klatt vom Jugendamt des Märkischen Kreises, als sie gemeinsam mit dem Awo-Unterbezirksvorsitzenden Erich Mürmann, dem zuständigen Awo-Betriebsleiter Kinder, Jugend und Familie Johannes Anft, Klaus Müller als Geschäftsführer der Kindergartenbau- und -betriebsgesellschaft, der neuen kommissarischen Einrichtungsleiterin Sandra Stein und der Architektin Sabine Dietrich gestern das Konzept vorstellte. In dem neuen Komplex werden sich außerdem ein neues Büro, eine Küche und ein Mitarbeitersozialraum befinden.

Kindergarten hat weiterhin drei Gruppen

Weiterhin wird der Kindergarten drei Gruppen haben, darunter zwei für Zwei- bis Sechsjährige und eine für die kleinen Kinder im Alter von drei Monaten bis zwei Jahren. Letztere Gruppe ist mit 16 Plätzen wegen des höheren Betreuungsbedarfs deutlich kleiner als die beiden anderen. Die Platzzahl ist maßgeblich für die Höhe der Bezuschussung, denn es gibt bei Neubauten pro Gruppenplatz für die Baumaßnahme inklusive der kompletten Einrichtung und Ausstattung eine Summe von 20 000 Euro. Doch sind Anft und Mürmann optimistisch, dass die 320 000 Euro nicht voll ausgeschöpft werden müssen.

Bevor die Entscheidung für das Bauvorhaben fiel, war noch überlegt worden, wie die Einrichtung vielleicht auf andere Weise vergrößert werden könnte und ob nicht Räume im benachbarten Bürgerhaus umgebaut und dann genutzt werden könnten. Was sich aber wegen des unkalkulierbar hohen Sanierungsaufwands und der dann zudem geringer ausfallenden Förderung durch das Land wirtschaftlich nicht darstellen ließ, so dass letztlich die Errichtung des Anbaus favorisiert wurde.

Gefördert vom Land werden 90 Prozent der Investitionssumme, zehn Prozent verbleiben beim Kindergartenträger, in dem Fall der Awo. Eine Mietzahlung für die neuen Räume an die städtische Kindergarten-GmbH entfällt während der ersten 20 Jahre, aber einen Mietkostenzuschuss gibt es natürlich auch nicht vom Land, weil sonst eine Doppelförderung entstünde.

Johannes Anft freute sich gestern, Sandra Stein als neue kommissarische Einrichtungsleiterin vorstellen zu dürfen. Sie war bislang Gruppenleiterin in der Awo-Einrichtung in Meinerzhagen am Eickenhahn und soll nun Marion Turck vertreten, die längerfristig erkrankt ist. „Wir haben auch gute Leute in der zweiten Reihe“, betonte der Betriebsleiter stolz. Stein soll die Einrichtung in Zukunft mit der U3-Betreuung auch konzeptionell weiterentwickeln.

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