Arbeiten im Alten Amtshaus auf Hochtouren

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Stadttechniker Hartwig Benne ist im Rathaus für die Instandsetzung des Alten Amtshauses zuständig. Die Verhandlungen mit der Versicherung sind abgeschlossen, so dass jetzt die Auftragsvergaben für die Innensanierung erfolgen können.

KIERSPE - Das Dach des Alten Amtshauses ist schon länger wieder dicht und die Fenster repariert, so dass die Witterung dem Gebäude nichts mehr anhaben kann. Das war nach dem Brand am 11. Oktober auch die vordringlichste Aufgabe, die sich Stadttechniker Hartwig Benne für die ersten Wochen gesetzt hatte.

Von Rolf Haase

„Damit die Dachdecker tätig werden konnten, musste das Gebäude damals eingerüstet werden“, informiert Benne, der sich im Rathaus um die Instandsetzung kümmert. Jetzt steht die Ausschreibung der verschiedenen Gewerke für die Innensanierung an.

Im Rahmen der Dachdeckerarbeiten wurden schon einige erste Balken des Dachstuhls, die bei dem Feuer in Mitleidenschaft gezogen worden waren, erneuert. Andere folgen, wenn nun bald die Zimmerleute anfangen. An verschiedenen Stellen klaffen in der Decke zwischen der Volkshochschuletage und der Wohnung im Obergeschoss große Löcher, die die Feuerwehr schneiden musste, um an die Schwelbrandherde in der aus Holz, Lehm und Stroh bestehenden Spalierdecke zu gelangen.

Gleich am Montag nach dem Brand war von Benne die Versicherung eingeschaltet worden. Der Sachschaden wurde von zwei Sachverständigenbüros, eins für das Inventar und eins für das Gebäude, aufgenommen und bewegt sich insgesamt bei mehreren 100 000 Euro. „Günstig ist es, dass Stadt wie VHS bei der Provinzial versichert sind, das erleichtert die Abwicklung“, macht der Stadttechniker aufmerksam. Zur Bestimmung der Kosten wurden Grobangebote eingeholt. Die Koordination liegt komplett bei der Verwaltung.

Als nächstes kam es zu den Ausschreibungen für die Entsorgung. Hier ist unter anderem die Spezialfirma Phoenix aus Olpe tätig, die die durch Ruß kontaminierten Räume reinigt und auch bereits die Akten der VHS gesäubert hat. Das gesamte Mobilar und Inventar aus den oberen Stockwerken fiel auch darunter.

Die Decken mit Lattung mussten in mehreren Räumen herausgerissen werden. „Einige Balken, die verkohlt sind, werden erneuert, andere nur abgeschliffen, so das kein Brandgeruch mehr davon ausgeht“, erläutert Benne die weitere Vorgehensweise. Auch die vom Löschwasser beeinträchtigten Teppichböden wurden aufgenommen. „Wir haben gleich einen elektrischen Bauanschluss installiert, so dass Strom für die Handwerker verfügbar ist und auch die Heizung wieder lief. Außerdem wurden Trocknungsgeräte aufgestellt, um zu verhindern, dass sich Schimmel bildet“, berichtet der Stadttechniker.

Positiv sei gewesen, dass das Gewölbe im Eingangsbereich der Heimatvereinsetage nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Immerhin handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Bauwerk, weshalb alle Arbeiten mit dem Landschaftsverband als Denkmalbehörde abgestimmt werden. Wichtig ist, dass die Außenansicht erhalten bleibt. Aus dem Grund wird die verzogene Nebeneingangstür auch im alten Stil erneuert.

Als nächstes werden die Böden in der Wohnung gereinigt und instandgesetzt, dann die kaputten Balken ausgetauscht, bevor es an die neue Isolierung und Erneuerung der Leichtbauwände geht. In den VHS-Räumen ist eine Deckenabhängung genauso geplant wie eine Brandschutztür. Die noch intakten alten Bürotüren bleiben. In den Heimatvereinsräumen sollen die Dielen wieder zum Vorschein gebracht werden. Elektro-, Wasser- und Abwasserinstallation werden ebenfalls saniert. Jetzt stehen die Auftragsvergaben an die Gewerke Zimmerei, Elektro, Sanitär, Fußboden, Leichtbau und Anstreicher an.

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