Kinder von Tschernobyl

Sammlung „auf kleiner Flamme“

Verein Kinder von Tschernobyl weiterhin aktiv
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Nadja präsentiert Hilfsgüter aus dem letzten Transport November 2020.

Die Arbeit des Vereins Kinder von Tschernobyl war in den vergangenen zwei Jahren wegen der Corona-Pandemie deutlich eingeschränkt. Allerdings habe dies nur die öffentlich sichtbaren Aktivitäten in Deutschland betroffen, wird vonseiten des Vereins betont, weil keine offenen Hilfsgüterannahmen durchgeführt wurden.

Kierspe - Außerdem waren Vorstandsmitglieder in diesen zwei Jahren nicht mehr vor Ort bei den Partnern des Vereins in der Ukraine, über die man hätte berichten können. Dennoch ging die Arbeit in der Ukraine fast uneingeschränkt weiter. Kinder von Tschernobyl habe erforderliche Geldmittel zur Verfügung stellen können, sodass die ukrainischen Partner eigenständig weiterarbeiten konnten. An Hand der Berichte des Partners „Bereginja“ in Wyschgorod kann Gisela Steinbach, Vorsitzende des Kiersper Vereins, erzählen, dass die etwa 30 schwer kranken Kinder bei der Beschaffung erforderlicher Medikamente unterstützt wurden und dass bei drei Kindern dringend anstehende Operationen durchgeführt wurden, zum Teil lebensrettend.

Katja ist nierenkrank und braucht ständig teure Medikamente. Der Verein unterstützt sie seit sechs Jahren.

Bilder, welche die kleine evangelische Kirchengemeinde in Bila Zerkwa per Handy schickte, zeigen die Arbeit der Armenküche, welche ausschließlich durch den deutschen Verein finanziert wird. Konnte das warme Essen vor Corona in den Räumen der Kirche ausgegeben werden, so ist das während der laufenden Pandemie nur in kalter Form als abgepackte Portionen im Freien möglich. Bilder und Videos zeigten die Dankbarkeit der etwa 60 Familien.

Parallel läuft in Deutschland „auf kleiner Flamme“ die gewohnte Hilfsgütersammlung weiter. Wenn jemand mehr als einen Sack an Hilfsgütern hat, kann er Gisela Steinbach, Tel.: 0 23 59/90 31 73, anrufen und einen Termin vereinbaren, zu dem jemand die Sachen im Lager in Vorth annimmt. Auf diese Weise kamen so viele Sachen zusammen, dass Ende vergangenen Jahres ein Hilfstransport in die Ukraine ging und dass für diesen November wieder ein Hilfstransport nach Bila Zerkwa zu der sozial engagierten Kirchengemeinde von Pastor Stepan Gubatij geplant ist.

Mitglieder hätten kürzlich überrascht gehört, der Verein habe die Arbeit eingestellt. Dies ist nur ein Gerücht, dem Kinder von Tschernobyl entschieden entgegentritt. Die Arbeit gehe nach wie vor weiter, allerdings unter den Corona-bedingten Einschränkungen, doch mit dem gewohnten Engagement der Vereinsmitglieder. Regelmäßig sind kleine Teams im Lager des Vereins, um die gesammelten Hilfsgüter zu sortieren, zu verpacken und einzulagern – dies laufe aber alles „unsichtbar“.

Nadja bereitet die Portionen für die Ausgabe vor.

Für die Transporte, die Finanzierung der Armenküche und für die Medikamentenunterstützung schwerkranker Kinder in der Ukraine werden weiterhin Spenden benötigt. In den vergangenen beiden Jahren ist das Spendenaufkommen geringer ausgefallen, was sicher auch auf die Unterstützung der Flutopfer in Deutschland zurückzuführen sei. „Das ist aber völlig in Ordnung, denn die Not vor der Haustür hat für viele Vorrang“, betont der Vorstand des Vereins.

Andererseits freue man sich, dass die in Form von Patenschaften zugesagten Spenden für die Medikamentenhilfe zuverlässig weiter geleistet wurden. Die Not in Deutschland und in der Ukraine dürfe nicht gegeneinander ausgespielt werden und man ist darum gespannt, wie viele Spenden die Arbeit des Vereins Kinder von Tschernobyl unterstützen werden.

Spendensammlung

Das Spendenkonto des Vereins Kinder von Tschernobyl hat die IBAN DE48 4585 1665 0006 0004 67. Wer eine größere Menge an Hilfsgütern abzugeben hat, kann sich an Gisela Steinbach, Tel. 0 23 59/90 31 73, wenden. Wer Mitglied im Verein werden möchte, findet den entsprechenden Antrag auf der Homepage des Vereins www.kvt-kierspe.de.

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