Kleiner Waffenschein: Immer mehr Anträge 

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Die Anzahl der Anträge ist auch im Kreis gestiegen.

Kierspe/Meinerzhagen - Die Anzahl der Anträge für den kleinen Waffenschein steigt in NRW. Doch gilt das auch für die Kommunen in der Region? Unsere Zeitung hat bei der zuständigen örtlichen Waffenbehörde, dem Märkischen Kreis, nachgefragt.

In Kierspe gibt es, so sagt es die Statistik des Märkischen Kreises aus, 154 Personen mit Kleinem Waffenschein. Nach den Vorfällen in der Silvesternacht 2015 in Köln waren vor drei Jahren insgesamt 75 Waffenscheine dazu gekommen. Im vergangenen Jahr wurden gerade einmal acht neue Waffenscheine ausgestellt.

Vergleichbar sieht es in Meinerzhagen aus: Dort gibt es 198 Personen, die sich im Besitz eines Kleinen Waffenscheins befinden. In der Volmestadt sorgten die Vorkommnisse beim Kölner Jahreswechsel 2015/16 offensichtlich für einen sprunghaften Anstieg der Anträge: Insgesamt 99 Kleine Waffenscheine wurden 2016 ausgestellt. Zum Vergleich: 2018 kamen sieben neue Waffenscheine dazu.

Im gesamten Märkischen Kreis gibt es derzeit 4252 Kleine Waffenscheine. Das sind laut Kreis-Pressesprecherin Ursula Erkens 309 Scheine mehr als im vergangenen Jahr. Im Vergleich: Vor der Silvesternacht 2015/16 in Köln seien es jährlich zwischen 50 und 60 kleine Waffenscheine mehr im Kreisgebiet gewesen. Damit ist die Anzahl der neuen Anträge seitdem um das Sechsfache gestiegen. Nach Angaben des nationalen Waffenregisters ist die Zahl der Genehmigungen NRW-weit von 2017 auf 2018 um acht Prozent angestiegen.

Experten sehen den Anstieg mit Bauchschmerzen. Gas- und Schreckschusswaffen, so etwa Pistolen oder Pfeffersprays, können schwere bis lebensbedrohliche Verletzungen verursachen. Sie sind keine Spielzeuge. Deshalb sollte sich jeder fragen, ob er eine Waffe wirklich benötigt und auch in der Öffentlichkeit tragen will, erklärt die Kreispolizeibehörde auf ihrer Internetseite.

Unter Tragen versteht man im konkreten Fall „die Ausübung der tatsächlichen Gewalt über Waffen“. Gemeint ist das „bei sich Tragen“ von Waffen außerhalb der eigenen Wohnung, von Geschäftsräumen, dem eigenen befriedeten Besitztum oder einer Schießstätte.

Für das Aufbewahren einer Waffe in der eigenen Wohnung ist keine waffenrechtliche Erlaubnis (Kleiner Waffenschein) erforderlich, ebenso nicht für den einmaligen Transport der ungeladenen Waffe nach dem Kauf zur eigenen Wohnung, erklärt die Polizei weiter.

Das Mitführen eines solchen Gegenstandes berge erhebliche Gefahren – auch für den Besitzer. Wichtig zu wissen sei deshalb: Das Tragen bei öffentlichen Veranstaltungen ist grundsätzlich verboten. Auch das Abfeuern von pyrotechnischer Munition, etwa an Silvester, ist untersagt.

Wer sich für das Tragen einer Waffe entscheidet, der muss sich bezüglich der Beantragung einer Lizenz an die Kreisverwaltung wenden. Der Antragsteller muss mindestens 18 Jahre alt sein.

Geprüft werden dabei andere waffenrechtliche Erlaubnisse sowie Zuverlässigkeit und persönliche Eignung zum Führen einer Waffe. Dazu gibt es Abfragen beim Bundeszentralregister, dem Staatsanwaltschaftlichen Verzeichnis und anderen polizeilichen Systemen. Für die Beantragung eines kleinen Waffenscheins entsteht eine Verwaltungsgebühr von derzeit 55 Euro. Polizeibeamte oder sonst zur Personenkontrolle Befugte können das Vorzeigen der Erlaubnis für das Führen der „kleinen“ Waffen einfordern.

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