Anwohnerprotest gegen Aufpflasterungen am Haunerbusch

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Auch die Fahrer von Pkw müssen bremsen und wieder beschleunigen, wenn sie die Aufpflasterungen überfahren, doch richtig laut wird es, wenn Lkw und Busse über die Straße Haunerbusch fahren.

Kierspe - „Wer das hier Jahrzehnte mitgemacht hat, der weiß, was Lärm ist“, bringt Ernst-Hugo Bisitz seine Meinung auf den Punkt. Bisitz ist einer von mehreren Anwohnern, die nicht mehr länger mit den Aufpflasterungen auf der Straße Haunerbusch leben möchten.

Nun werden Unterschriften gesammelt, um ein Zeichen gegen den Beschluss des Bauausschusses zu setzen. Dieser hatte sich mit Mehrheit für eine Beibehaltung der Aufpflasterung entschieden, wenn die Fahrbahndecke in Kürze erneuert werden soll.

Zu laut für ein Gespräch

Das Gespräch mit den beiden Anwohnern verstummt einen Moment, zu laut und scheppernd der Lärm, die die Baugeräte auf dem Anhänger machen, als das Zugfahrzeug diesen über die Aufpflasterung zieht. Jedes Fahrzeug verursacht Brems- und Anfahrgeräusche, aus den Auspuffanlagen vorbeifahrender Lastwagen steigen dunkle Abgase auf und auf den Ladeflächen kracht und knallt es.

"Da fällst du aus dem Bett..."

Schnell versteht jeder, der in der Nähe dieser Aufpflasterung auch nur wenige Minuten verbracht hat, was Bisitz meint, wenn er sagt: „Da fällst du aus dem Bett, wenn hier ein Lastwagen mit Gerät auf der Ladefläche vorbeifährt.“ Tatsächlich aus dem Bett gefallen ist wohl noch niemand, doch Karl-Wilhelm Hornbruch, ebenfalls ein Anwohner, der unter dieser Maßnahme zur Geschwindigkeitsreduzierung leidet, hat Risse im Innen- und Außenputz seines Hauses entdeckt, die er auf die geschilderte Situation zurückführt. Mittlerweile sind die Schäden in der Fassade mit Silikon verfüllt und überstrichen. Doch Innen sind sie noch zu sehen.

Unverständnis über Beschluss des Bauausschusses

Karl-Wilhelm Hornbruch (links) und Ernst-Hugo Bisitz sammeln Unterschriften für die Abschaffung der Aufpflasterung.

Mit völligem Unverständnis reagieren die beiden auf den Beschluss des Bauausschusses bei der Deckenerneuerung die Hubbel, wie sie die Aufplasterungen nennen, beizubehalten. „Das verbindliche versetzte Parken verlangsamt den Verkehr deutlich. Wenn die Stadt noch mehr tun möchte, sollte sie eine Infotafel installieren, die die Geschwindigkeit anzeigt“, erklärt Hornbruch. Gefallenlassen wollen sich die Anwohner die ihrer Meinung nach massive Belästigung in Zukunft nicht mehr. Eine erste Liste mit Unterschriften hat Hornbruch bereits gestern im Rathaus abgegeben, weitere sollen in diesen Tagen folgen. Bereits unterschrieben haben nahezu 120 Kiersper. Hornbruch: „Von weiteren 20 habe ich bereits feste Zusagen.“ Schaut man sich die Unterschriften an, erkennt man, dass kaum ein Anwohner fehlt.

Rat soll "Hubbel" verschwinden lassen

Jetzt hoffen die Initiatoren auf eine Entscheidung des Rates, damit die „Hubbel“ verschwinden. Bisitz: „Ich kann nur jeden einladen, sich die Situation anzuschauen.“ Dabei spricht er von Motorradfahrern, die die Aufpflasterung als Sprungschanze nutzen würden, den Fahrern tiefergelegter Fahrzeuge, die die künstlichen Hindernisse nur diagonal überfahren könnten und dadurch „den ganzen Verkehr aufhalten“.

Zentimetertiefe Pfützen im Winter

Doch selbst wenn sich die Politiker jetzt die Situation anschauen würden. Die zentimetertiefen Pfützen, die sich vor den Pflasterarbeiten im Winter stauen und deren salzhaltiges Wasser von vorbeifahrenden Autos in die Vorgärten gedrückt wird, sehen sie nicht. Es sei denn, sie schauen sich die eindrucksvollen Fotos an, die Bisitz davon gemacht hat.

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