Gegenwind für Windräder

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Zuerst verfolgten die rund 150 Besucher der Informationsveranstaltung aufmerksam die Ausführungen zu den Planungen der Mark-E für zwei Windkraftanlagen im Gebiet Wernscheid, anschließend brachten sie in teilweise emotionalen Wortbeiträgen ihre Ablehnung zum Ausdruck.

Rönsahl - Auf stürmischen Gegenwind stößt das Vorhaben des Energieversorgers Mark-E, der zur Unternehmensgruppe Enervie gehört, in der Nähe von Rönsahl zwei Windkraftanlagen zu errichten – das wurde auf der Informationsveranstaltung deutlich, die am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle in Rönsahl stattfand.

Wie sehr das bisher lediglich in der Vorplanungsphase existierende Projekt nach dessen Bekanntwerden die Bürger elektrisiert, zeigte sich deutlich an der außerordentlich großen Resonanz. Per Rundbrief hatte Mark-E zur Versammlung eingeladen – und etwa 150 Bürger hatten dafür gesorgt, dass die Mehrzweckhalle bis auf wenige Plätze voll besetzt war.

Und zahlreiche Diskussionsbeiträge förderten im Laufe der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung die Meinung der Bürger mehr als deutlich zutage. Teilweise mit sehr emotionalen Wortbeiträgen brachten die Teilnehmer der Veranstaltung zum Ausdruck, dass sie das Windkraftanlagenprojekt ablehnen, das der Energieversorger auf einer im Besitz der Stadt Kierspe befindlichen Waldfläche im Höhenzug des Wernscheid nördlich der Lingese-Talsperre realisieren möchte.

Zu Beginn hatte Bürgermeister Frank Emde erklärt, dass es grundsätzlich die Möglichkeit gibt, Windkraftanlagen auf städtischem Gebiet zu errichten. Wobei die ausgesuchte Fläche eine der wenigen ist, die für diesen Zweck geeignet sei – allerdings vorbehaltlich der Zustimmung des Rates der Stadt Kierspe für die entsprechende Nutzung des Grundstücks. Emde dankte gleichzeitig dem heimischen Energieversorger für die bereits in dieser frühen Planungsphase ermöglichte Bürgerinformation.

Detaillierte Projektvorstellung

Danach nutzte Dr. Arndt Bohrer, Abteilungsleiter Erneuerbare Energie und Projekte bei Mark-E, die Gelegenheit, mithilfe verschiedener Dokumentationen und Präsentationen Grundsätzliches zur Entwicklung der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien in Deutschland und speziell auch in der heimischen Region darzustellen.

Die Referenten der Informationsveranstaltung bekamen reichlich Gegenwind für das Projekt der Mark-E.

Anschließend ging Bohrer im Detail auf die Planungen für zwei Windenergieanlagen auf dem Standort zwischen Kierspe und Rönsahl ein. Es soll zwei 3,5-Megawattanlagen mit einer Nabenhöhe von etwa 130 Metern sowie mit 70 Metern langen Rotorblättern errichtet werden. Der Abteilungsleiter erläuterte auch kurz Zeitplan und das weitere Vorgehen der Projektentwicklung.

Im Anschluss daran folgte die Vorstellung der Ergebnisse der Artenschutz-Vorprüfung, wobei im Besonderen untersucht werde, ob Vogel- oder andere Tierarten, die als gefährdet gelten, durch die Windkraftanlagen bedroht sind. Im Zuge der folgenden Diskussion stellte sich schnell heraus, dass nicht alle Fragen beantwortet wurden. Die Referenten vom Energieversorger sahen sich daher mit einer Reihe von kritischen Fragen konfrontiert.

Keine weitere Anhörung geplant

Für die Besucher der Informationsveranstaltung konnten die Vertreter von Mark-E teilweise keine zufriedenstellenden Antworten geben. Zumal sich das Projekt des heimischen Energieversorgers in einer noch sehr frühen Planungsphase befindet. Besondere Kritik fand dabei die Information, dass seitens des Energieversorgers keine weitere Bürgerversammlung zu diesem Thema geplant sei.

Bei Interesse, so der Hinweis, könne man sich direkt an Mark-E wenden. Bürgermeister Frank Emde nahm schließlich ein wenig „Dampf aus dem Kessel“: Er erklärte den Anliegern, dass das weitere Prozedere bei dem Mark-E-Projekt Windkraftanlagen natürlich von der Entscheidung des Rates der Stadt abhängt. Das Gremium müsse letztlich entscheiden, ob das städtische Grundstück für die Nutzung von Windkraft genutzt werden kann. Und so ist davon auszugehen, dass das Interesse an der entsprechenden Ratssitzung groß sein wird.

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