Parkplatznot verschärft sich in Kierspe

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Park- und Halteverbot Füllenfeld.

Kierspe - Immer mehr Autos, aber keineswegs mehr Parkplätze: Diese Entwicklung sorgt an gleich mehreren Straßen Kierspes für Probleme – so auch am Füllenfeld, wo die Anwohner jetzt Post von der Stadtverwaltung erhielten.

Und die hatte es für Anwohner wie Karl-Ludwig Marks in sich: „Wir haben immer am Straßenrand parken müssen, da man sonst ja keinen Platz findet“, sagt der 75-Jährige im Gespräch mit der MZ. Genau dieses Parken ist aber nicht mehr ohne Weiteres zulässig, wie die Stadtverwaltung informiert. Denn: Nur in den eingezeichneten Flächen dürfen Anwohner ihre Wagen abstellen, auf der gegenüberliegenden Seite indes, wo seit Jahren ebenfalls gewohnheitsmäßig in Fahrtrichtung geparkt wurde, darf der Gehweg nicht als Parkfläche genutzt werden.

Und auch das Ausweichen auf die Straße selbst ist nicht erlaubt. „Dafür ist die Straße einfach zu schmal“, erklärt Oliver Knuf, Sachgebietsleiter Ordnung, Umwelt, Soziales und Familie im Kiersper Rathaus. Im Schreiben der Stadt heißt es dazu: „Durch das Abstellen eines Pkw verringert sich die Straßenbreite um circa 1,70 bis 2,10 Meter. Selbst wenn ein schmaler Pkw an der Straße Füllenfeld abgestellt wird, wird die vorgeschriebene Straßenbreite schon um 0,75 Meter unterschritten.“ Konkret heißt das: Statt der erforderlichen 3,05 Meter verfügt die Straße nur noch über eine Restfahrbreite von 2,30 Meter. Kurzum: Das Parken und Halten am Füllenfeld ist verboten – sowohl auf der Straße als auch auf dem Gehweg.

Was bislang üblich war, soll nun also – auch durch Kontrollen – reglementiert werden. Anwohner-Beschwerden führten zum Schreiben Warum das so ist, erläuterte Oliver Knuf gestern auf Anfrage der MZ: „Hintergrund sind Beschwerden von Anwohnern“, so der Sachgebietsleiter. Schlechte Rangiermöglichkeiten oder auch abgestellte Autos direkt vor den Hauseingangen hätten dazu geführt, dass sich Bürger an die Stadtverwaltung gewendet haben.

Mit dem nun an die Haushalte verteilten Schreiben wolle die Verwaltung bürgerfreundlich agieren, denn: „Wir möchten die Anwohner im Vorfeld von Kontrollen auf diese Regelung hinweisen und nicht einfach mit diesen Kontrollen beginnen“, sagte Knuf, der außerdem betonte, nicht nur am Füllenfeld Probleme mit der Parksituation zu haben.

Auch am Stadion, Am Nöcklenberg oder an der Wiesenstraße komme es aufgrund der baulichen Situation zu kritischen Parksituationen, die baulich nur selten zu bewältigen seien. Bauliche Veränderung kaum möglich „Am Füllenfeld ist eine Verbreiterung schlichtweg nicht möglich, da die Häuserbebauung dies verhindert.“ Das alte Baurecht habe für die bestehenden Gebäude lediglich einen Parkplatz pro Wohneinheit vorgesehen.

„Das ist heutzutage natürlich überholt, da jede Partei meist schon zwei Autos hat und dann auch noch volljährige Kinder Fahrzeuge haben“, weiß Knuf um die Entwicklung in den zurückliegenden 50 Jahren. Gemäß dem Grundsatz: „Wer zuerst kommt, malt zuerst“ werden viele Anlieger nun also weiter entfernte Parkplätze nutzen müssen.

„Dabei haben wir schon jetzt große Probleme, einen Parkplatz zu finden“, befürchtet Anwohner Karl-Ludwig Marks. Und als Mieter eines Gebäudes des Bauvereins Kierspe steht er mit dieser Sorge nicht alleine da. Für die zehn Wohneinheiten stünden lediglich zwei Garagen zur Verfügung. Die Parkbuchten, die die Stadt am Füllenfeld hat aufbringen lassen, genügten bei Weitem nicht aus, um dem Bedarf gerecht zu werden. Doch immerhin deutet sich zumindest für die Bauverein-Mieter eine Lösung an.

„Nachdem wir über die Situation informiert wurden, haben wir uns sofort einen Überblick verschafft und wollen in der nächsten Vorstandssitzung nach Lösungen für unsere Mieter suchen“, erklärte Vorstandsmitglied Jacek Artur Okulinski im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung. Allen anderen Anwohnern bleibt nur die Parkplatzsuche im weiteren Umkreis – oder der Bau von Stellplätzen auf dem eigenen Grundstück.

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