Anwohner erzürnt über Arbeiten

Straßen.NRW lässt Bäume an der Heerstraße fällen

+
Der Landesbetrieb Straßen.NRW lässt derzeit entlang der Heerstraße Bäume fällen. Die Maßnahme, die der Verkehrssicherheit dienen soll, stößt bei zumindest einem Anwohner auf wenig Verständnis.

Kierspe - Klaus Giljohann wollte seinen Augen nicht trauen, als er am Dienstagnachmittag sah, was eine Firma im Auftrag von Straßen.NRW an seiner Grundstücksgrenze angerichtet hatte. Doch was für den Hausbesitzer ein unerhörter Eingriff ist, ist für den Landesbetrieb ein ganz normaler Vorgang.

Als Familie Giljohann vor rund zwei Jahren das Eckgrundstück am Schanhollenweg kaufte, trennte sie dichter Baumbewuchs von der Heerstraße. Doch seit zwei Tagen ist dort nichts mehr so, wie es war. Denn im Auftrag von Straßen.NRW hat eine Firma nichts übrig gelassen von dem einstigen Baumbestand. Wenngleich: Nichts übrig gelassen stimmt so nicht ganz. Denn die Stümpfe der Bäume bleiben stehen. Auf den Stock setzen nennt das der Fachmann. Der Vorteil: Die Bäume schlagen wieder aus. Allerdings wird es Jahre dauern, bis alles wieder so ist, wie es war.

„Ich bin jahrzehntelang in der Feuerwehr gewesen. Mir ist bewusst, dass sich der Landesbetrieb um die Bäume kümmern muss. Aber es hätte sicher auch gereicht, wenn nur die Bäume entnommen worden wären, die auch eine Gefahr darstellten“, sagt der Kiersper. Nun fürchtet er, dass das Scheinwerferlicht vorbeifahrender Autos störend wirkt – und sieht sich auch zusätzlichem Lärm ausgesetzt. Doch vor allem sieht er die Freiheit seines Sohnes gefährdet, da nun kein Waldstreifen sein Grundstück mehr von der viel befahrenen Straße trennt. „Hätte uns der Landesbetrieb zumindest frühzeitig informiert, dann hätten wir eine Hecke anlegen und einen Zaun aufstellen können. Doch eine Information gab es nicht, stattdessen Arbeiter, die unser Grundstück betreten haben, um ihre Arbeiten zu erledigen.“

Landesbetrieb widerspricht - räumt aber Fehler ein

Dem widerspricht Eberhard Zimmerschied entschieden. Der Abteilungsleiter beim Landesbetrieb führt aus, dass die Mitarbeiter ihm versichert hätten, das Grundstück nicht betreten zu haben. Auch dem Argument mit dem Lärmschutz widerspricht er: „Erst ab einer Tiefe von 100 Metern wirkt Wald lärmschützend. Und was den Sichtschutz angeht, der ist in drei bis vier Jahren wieder hergestellt, wenn die Bäume ausgeschlagen haben.“

In einem Punkt räumt der Abteilungsleiter aber einen Fehler ein: „Wir sind zu spät tätig geworden. Eigentlich hätten wir viel früher und dann auch selektiv tätig werden sollen. Doch wir haben das aufgrund des Arbeitsanfalls nicht geschafft. Und da es sich bei den Bäumen um sogenannte Stangengehölze handelt, mussten die weggeschnitten werden, da sie sonst unter der Last des Schnees einbrechen können und dann den Verkehr gefährden.“ Die Arbeiten werden jedenfalls in den kommenden Tagen fortgesetzt, um auch die weiteren Bäume an der Straße durch die Schnörrenbach auf den Stock zu setzen. Zimmerschied: „Wenn wir uns einen sogenannten Fällbagger leihen, dann wollen wir auch Strecke machen, damit die Maßnahme wirtschaftlich ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare