Antragsteller UWG will auch über Papier-Variante nachdenken

Stadtgutschein nicht nur digital

Das Unternehmen „zmyle“ bietet digitale Stadtgutscheine an und rechnet diese ab. Im Märkischen Kreis wird dieses Portal bereits von einigen genutzt.
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Das Unternehmen „zmyle“ bietet digitale Stadtgutscheine an und rechnet diese ab. Im Märkischen Kreis wird dieses Portal bereits von einigen genutzt.

Kierspe – Die Unabhängige Wählergemeinschaft hatte vorgeschlagen, in Kierspe einen sogenannten Stadtgutschein einzuführen, der verschenkt und mit dem in allen (teilnehmenden) Kiersper Geschäften bezahlt werden kann. 

Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung haben sich jetzt mit dem Antrag der UWG befasst, wobei die Verwaltung bereits einige Vorarbeit geleistet hatte.

So wird darauf hingewiesen, dass die modernste und praktischste Lösung eine digitale Variante sei, so, wie es sie beispielsweise in Meinerzhagen und Lüdenscheid gebe. Angeboten wurde es dort vom Unternehmen „zmyle“. Geschäfte können sich kostenlos anmelden und benötigen keine zusätzliche Hard- oder Software. Es reiche ein PC, Tablet oder Smartphone aus. Auch eine Vertragsbindung sei bei diesem System nicht erforderlich.

Käufer können solche Gutscheine per E-Mail oder Whatsapp verschicken und ebenso am PC ausdrucken. Bei einer Entwertung eines Gutscheins ist eine Bearbeitungsgebühr Betrag in Höhe von 4,9 Prozent plus 19 Cent fällig.

Zudem hatte im Mai die SIHK zu Hagen das Gutscheinportal „#gutscheinehelfen Märkischer Kreis“ (www.gutscheine-mk.de) über die Firma „zmyle“ initiiert. Dort ist auf einfache Weise erklärt, wie man an einen Gutschein kommt, welche Geschäfte – die sich dort auch als neue Teilnehmer eintragen können, um Gutscheine online anzubieten – diesen annehmen. Der Anbieter hatte die Bearbeitungsgebühren wegen der Corona-Pandemie von Mai bis Juli gesenkt.

Im Übrigen sei dieses Portal so angelegt worden, dass durchaus möglich wäre, einen Stadtgutschein zu etablieren. Darüber habe der Stadtmarketingverein mehr als 40 Kiersper Händler und Gastronomen informiert und auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht – doch lediglich drei Kiersper Unternehmen hätten sich bei dem Gutscheinportal angemeldet.

Um das Interesse der Geschäftsinhaber in Kierspe zu wecken, schlug die Verwaltung vor zu prüfen, ob die Bearbeitungskosten zumindest in einer Startphase nicht vom Stadtmarketingverein übernommen werden können. Beim Stadtmarketingverein bezweifelt man jedoch, dass eine Kostenübernahme größeres Interesse bei den Geschäftsleuten hervorrufen wird. Denn schon im Mai, nach der Gebührensenkung, war das Angebot nicht auf eine größere Resonanz gestoßen.

Der Stadtmarketingverein habe sich auch nicht begeistert gezeigt, die Händler erneut anzusprechen. Vielmehr sollte, so erklärte Dorette Vormann-Berg, Leiterin des Sachbereichs Zentrale Verwaltung, im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am vergangenen Mittwoch, die Ansprache durch die Stadt erfolgen. Im Mai, so vermutete Vormann-Berg, hätten die Geschäfte wohl andere Sorgen gehabt. Attraktiv sei ein Stadtgutschein für Käufer und Beschenkte nur dann, wenn möglichst viele Geschäfte mitmachten.

Christian Teschner (UWG), der eine Liste mit insgesamt 85 möglichen Akzeptanzstellen in Kierspe vorlegte, führte die schwache Resonanz auf die Corona-Pandemie zurück. Mittlerweile, so konnte er berichten, hätten rund 20 Geschäfte ihre Teilnahme signalisiert. Zudem kritisierte der Unabhängige, dass man von Verwaltungsseite nur den digitalen Gutschein prüfen wollen – warum nicht einen Papiergutschein?

Der sei nicht so personalintensiv. Zudem habe man in Halver, wo es eine Kooperation mit der Sparkassen geben würde, damit positive Erfahrungen gesammelt. Lag der Umsatz mit Gutscheinen im Jahr 2016 noch bei 19 000 Euro, so sei er im vergangenen Jahr auf 32 000 gestiegen – dem ständen Druckkosten in Höhe von jährlich etwa 300 Euro gegenüber. Um weitere Details zu erfahren, will der Ausschuss einen Vertreter des Stadtmarketingvereins Halver einladen.

Bei lediglich einer Enthaltung soll die Einführung eines Stadtgutscheins in Kierspe weiter geprüft werden. Gestrichen wurde im Beschlussvorschlag aber das „digital“, denn auch über eine Papiervariante will sich der Ausschuss weiter informieren lassen und darüber beraten.

Stadtgutschein

Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) möchte in Kierspe gerne einen Stadtgutschein einführen. Der Gutschein sollte möglichst in allen Geschäften eingelöst werden können. Dadurch erhofft man sich eine Kaufkraftbindung in Kierspe, Solidarität unter den Gewerbetreibenden und Unterstützung für Einzelhandel und Gastronomie. Die UWG verweist dabei auf funktionierende Systeme in Halver und Meinerzhagen.

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