Antrag wird von der Tagesordnung genommen

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Das Geländer oberhalb der Stützmauer steht schon. In Kürze soll es gestrichen werden. ▪

KIERSPE ▪ Vielleicht sollte die Stadt Kierspe ihren Ausschuss „Umwelt und Bauen“ in „Umwelt, Bauen und Wundern“ umbenennen. Denn um Letzteres kamen die Zuschauer nicht herum. Erst wurde nahezu zwei Stunden über Grau- und Grüntöne gesprochen, um sich dann in einer Blitzaktion für Rot zu entscheiden.

Und dann ließ Dieter Grafe per Mehrheitsbeschluss einen Antrag von der Tagesordnung nehmen, ohne dass es zu einer vorherigen Aussprache über den Antrag von Grünen und Pro Kierspe kam. Aus Protest verabschiedeten sich dann vorzeitig die Politiker der Wählergemeinschaft – allerdings ließen sich die verbliebenen Fraktionen davon auch nicht beeindrucken.

Dieter Grafe, Fraktionsvorsitzender der UWG, war es, der mit seinem Antrag, die Anträge der Grünen und von Pro Kierspe, die sich auf die Schaffung der Stelle oder Funktion eines Umweltbeauftragten bezogen, von der Tagesordnung zu nehmen durchsetzte – wenn auch nur knapp mit den Stimmen von UWG, CDU und FDP. „Ich habe mich gewundert, dass die Verwaltung die Anträge überhaupt angenommen hat. Wenn doch letztlich sowieso der Bürgermeister entscheiden kann, dann muss nicht vorher im Ausschuss beraten werden. Außerdem würde durch die Schaffung der Stelle eines Umweltbeauftragten der Eindruck erweckt, als traue die Politik der Verwaltung nicht zu, die Umweltschutzgedanken und -richtlinien umzusetzen. Darüber hinaus ist es ja bereits jetzt so, dass beim Zutagetreten von Missständen Umweltexperten des Kreises bereitstehen“, so Grafe in seiner Begründung. Martin Kulosa hatte zwar noch versucht, mit einem Redebeitrag die Stimmung zu drehen. Er verwies darauf, dass mit Martin Gebhardt ein Verwaltungsmitarbeiter die Funktion jahrelang gut ausgeübt habe und zu dieser Zeit ja auch niemand von einem Misstrauen gegenüber den anderen Verwaltungsmitarbeitern gesprochen hätte. Doch letztlich konnten sich die Grünen nicht durchsetzen. Für die CDU schob dann Gerd Rubel noch einmal nach: „Wir sind nicht gegen den Umweltschutz. Aber wir sehen die Verwaltung auf einem guten Weg und werden uns deshalb der UWG anschließen.“

Darauf verließen die beiden Vertreter der Pro-Kierspe-Fraktion den Ratssaal. Das wurde aber von den verbliebenen Politikern nicht weiter kommentiert.

Zuvor hatte es über die farbliche Gestaltung der Geländer, eines Zaunes, der Metallstützen der Buswartehäuschen und der Lampen eine lange Aussprache mit überraschendem Ausgang gegeben.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die verzinkten Metallteile und die Lampenmasten in anthrazitgrau (RAL 7016) zu streichen. Dem widersprach Peter Christian Schröder: „Ich würde mir mehr Farbe wünschen. Es sollte nicht alles in diesem Wehrmachtsgrau gestrichen werden. Zumindest sollte auch ein wenig blau vorkommen.“ Für ein Übernehmen des Grüns, in dem die Straßenlaternen an der Kölner Straße gestrichen werden, sprach sich Marie Luise Linde von der CDU aus. Ein Vorschlag, dem sich auch Martin Kulosa, Grüne, anschloss. Dieter Grafe, UWG, tendierte zu „einem unauffälligen grau“ und Jürgen Rothstein (FDP) hätte am liebsten die Feuerverzinkung sichtbar gelassen.

Letztlich schickte der Ausschussvorsitzende Christian Reppel alle Ausschussmitglieder in eine Pause, damit sie sich dort beraten könnten. Nach der Pause machte dann Gerd Rubel überraschend den Vorschlag, die Metallteile der Buswartehäuschen in einem Rubinrot (RAL 3003) streichen zu lassen – und alle anderen zu beschichtenden Metallteile in einem helleren Grau als von der Verwaltung vorgesehen. Ein Vorschlag, der von einer großen Mehrheit mitgetragen wurde.

Als weiterer Punkt stand der Endausbau der Montigny-Allee vom Kreisel am Haunerbusch bis zur Talstraße auf der Tagesordnung. So soll das schadhafte Pflaster des Kreisels aufgenommen und durch Asphalt ersetzt werden. Um den Allee-Charakter zu stärken werden beidseitig Säulenhainbuchen gepflanzt und die Wertstoffcontainer werden an einem neuen Standort nahe des Kreisels aufgestellt. Außerdem werden rund 25 Parkplätze im Umfeld der Seniorenresidenz angelegt. Während die Gehwege und Stellplätze gepflastert werden, wird die Straße asphaltiert. Außerdem sollen rund um den Kreisverkehr Zebrastreifen aufgebracht werden, um den Schulweg zu sichern. Allerdings entscheidet darüber letztlich die Kreisverwaltung. Der Durchgang im Kreisel wird dann allerdings ersatzlos wegfallen. Mit den Arbeiten soll im Juni begonnen werden. ▪ Johannes Becker

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