Die Ganztagesbetreuung für Grundschüler sicherstellen

+
Noch gibt es freiwillige Angebote zur Betreuung von Grundschülern in Kierspe – wie hier an der Schanhollenschule. Ab 2025 haben die Eltern von Grundschulkindern aber einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Nach einem Antrag der SPD soll die Verwaltung die Grundlagen schaffen, damit der Übergang gut gelingt.

Kierspe - Bereits jetzt gibt es Offene Ganztagsschulen, die mehr Anmeldungen als Plätze haben. Deshalb muss für die Stadt Kierspe eine entsprechend Vorsorge getroffen werden, hat die SPD Kierspe erkannt – auch im Hinblick auf neue gesetzliche Regelungen zum Betreuungsanspruch.

Damit sich die Situation nicht weiter verschärft und Kierspe gut gerüstet ist, wenn es ab dem Jahr 2025 einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung an den Grundschulen gibt, stellt die SPD-Fraktion in der nächsten Ratssitzung einen Antrag, der zum Ziel hat, die Weichen für einen Ausbau der Betreuungsplätze zu schaffen, ohne die existierenden Einrichtungen zu gefährden.

Ab dem Jahr 2025 sieht der Gesetzgeber einen Rechtsanspruch der Eltern von Grundschulkindern auf eine Ganztagsbetreuung vor. Diese Betreuung erstreckt sich auf fünf Tage die Woche und acht Stunden am Tag. Entsprechend müssen ab 2025 die Plätze in der Ganztagesbetreuung zur Verfügung stehen.

Deshalb möchte die SPD die Verwaltung beauftragen, „eine konzeptionelle Überarbeitung der Ganztagesbetreuung an den vier Kiersper Grundschulen vorzunehmen“.

In dem Antrag heißt es: „Ziel soll es sein, 2024 ein Konzept der Ganztagesbetreuung vorlegen zu können, welches dem Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung gerecht wird.“ Marc Voswinkel, Fraktionsvorsitzender der Kiersper SPD: „Wir hätten gerne, dass der jeweilige Stand der Planungen in einem jährlichen Bericht dem Schul- und Kulturausschuss vorzulegen. Ein erstes Mal sollte der Bericht dazu bereits in diesem Jahr vorgelegt werden.“ Um sich auf die neue gesetzlich vorgegebene Situation vorbereiten zu können, halten es die Sozialdemokraten für unverzichtbar, dass die Verwaltung eine Bestandsaufnahme der bisherigen Einrichtungen vornimmt, klärt wie viele Plätze derzeit zur Verfügung stehen und in welchem Umfang die einzelnen Betreuungseinrichtungen derzeit ausgelastet sind. „Nach unserem Kenntnisstand können bereits jetzt die Offenen Ganztagsschulen an der Bismarck- und der Pestalozzischule die Nachfrage nicht bedienen“, erläutert Voswinkel.

Deshalb solle auch von der Verwaltung ermittelt werden, ob es Wartelisten in den einzelnen Einrichtungen gibt. Wichtig ist nach Sicht der SPD auch, zu prüfen, welche Parkplatzkapazitäten an den einzelnen Standorten zur Verfügung stehen, wie der Personalbestand ist und welche Träger es gibt. Voswinkel: „Wichtig ist auch zu klären, welche Auswirkungen die Verbundstruktur der beiden Grundschulen hat. Also konkret wollen wir wissen, ob eine Betreuungsmöglichkeit pro Schule ausreicht, oder ab es eine solche an jedem Standort geben muss.“ Die Sozialdemokraten wollen aber auch wissen, mit welchen Schülerzahlen in den kommenden Jahren zu rechnen ist und auch, von wie vielen Kindern, die in eine Betreuung gehen werden, ausgegangen werden muss.

Dann soll eine Planung des Personals, der Raumangebote und der Ausstattung erfolgen. Dafür sei es notwendig, dass bereits in naher Zukunft Gespräche mit den Trägern der Einrichtungen geführt würden. Voswinkel: „Sofern sich aus diesen Gesprächen die Notwendigkeit ergibt, für Betreuungseinrichtungen neue Träger zu finden, sollte dieses möglichst schnell geschehen, da ja in allen Städten und Gemeinden neue Träger gesucht werden.“ Natürlich soll auch geklärt werden, ob und wenn ja welche Förderung es durch Europäische Union, Bund und Land gibt.

Dabei sollen die Ermittlung eines Eigenanteils und die Kosten für die Stadt nicht außen vor bleiben. „Vor allem möchten wir aber, dass sichergestellt wird, dass die bestehenden und gut funktionierenden Einrichtungen unterstützt werden – natürlich auch Einrichtungen, die auf dem Weg zur OGS sind“, erklärt Voswinkel abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare