Erdgasumstellung: Auftakt in Kierspe

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Volker Neumann, Henning Karl, Christian Lombardi und Oliver Bings (von links) haben das Großprojekt „Wir drehen auf H-Gas“ vorgestellt.

Kierspe - „Wir drehen auf H-Gas“, verbunden mit einem LH-Logo, lautet das Motto des Großprojekts Erdgasumstellung, das in Kierspe ab Februar des kommenden Jahres seinen Auftakt nimmt. Eine Aufgabe, die nach Angaben von Volker Neumann, Prokurist von Enervie Vernetzt, auf ein Kostenvolumen von voraussichtlich 800 000 Euro kommt.

Zusammen mit Christian Lombardi, Prokurist der Stadtwerke Kierspe, Henning Karl, Prokurist von Enervie Service, und Oliver Bings, Projektmanager und -koordinator der Erdgasumstellung in Kierspe, stellte er am Mittwoch das notwendige Vorhaben vor, das sich bis voraussichtlich Juni oder Juli 2022 hinziehen wird. Denn in etwa viereinhalb Jahren werden die Kunden in Kierspe nicht mehr L-Gas, sondern H-Gas (siehe Infokasten) erhalten.

Der Grund dafür: Die L-Gas-Förderung insbesondere in den Niederlanden wird zurückgefahren. Daher wird das H-Gas mit dem höheren Brennwert beispielsweise aus Skandinavien ins Kiersper Netz eingespeist. Dies ist allerdings nur für die wenigsten der rund 2500 Gasgeräte – von der Heizung bis zum Warmwassergerät – in der Volmestadt unproblematisch.

Nur bei modernen Gasdüsen kann die sogenannte Düsendruck-Methode angewendet werden. Bei anderen Geräten müssen die Düsen ausgetauscht werden. Und es gibt auch einige wenige Gasgeräte, die nicht anpassungsfähig sind, da muss dann Ersatz beschafft werden. Erfolgt die Umstellung nicht, wird beim Betrieb durch H-Gas aufgrund des höheren Brennwerts die Flamme zu lang und es kommt zu Verbrennungen. Oder es wird zu viel Kohlendioxid produziert.

Für den Gaskunden entstehen bei dieser Erdgasumstellung aber keine Kosten, wird seitens der Enervie und der Stadtwerke betont. Lediglich, wenn ein nicht anpassungsfähiges Gerät ersetzt werden muss, hat dies der Besitzer zu tragen. Allerdings können Oliver Bings und sein Kollege Zoltan Hülle, die ab Februar im Erdgas-Büro in den Räumen der Stadtwerke Kierspe Ansprechpartner sind, auch über Fördermöglichkeiten informieren.

Um größtmögliche Transparenz zu erreichen, so betonten Volker Neumann und Christian Lombardi, gibt es Info-Schreiben, das Erdgas-Büro und ebenso Informationen im Internet.

Höherer Brennwert

Seit Mai 2015 läuft in Deutschland eines der größten Infrastrukturprojekte der deutschen Erdgasversorgung: die Gas-Umstellung von L-Gas auf H-Gas. L-Gas („Low calorific gas“ mit niedrigem Brennwert) stammt aus Quellen in Deutschland und den Niederlanden. Der kontinuierliche Rückgang der L-Gas-Aufkommen macht den Wechsel auf H-Gas notwendig. Der überwiegende Teil Deutschlands wird bereits seit mehreren Jahrzehnten zuverlässig mit H-Gas („High calorific gas“ mit höherem Methangehalt und folglich höherem Brennwert) aus Norwegen, Russland und Großbritannien versorgt. Quelle: www.erdgas.info

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