Neue Urnenanlage mit 108 Kammern nimmt Gestalt an

Der steigenden Nachfrage nach Urnengräbern wird die Stadt durch den Bau der mittlerweile vierten Urnenanlage auf dem Friedhof am Büscherweg gerecht. Drei Urnenwände sollen sternförmig um eine gepflasterte Mitte angeordnet werden. - Fotos: Schüller

Kierspe - Die Arbeiten zur Errichtung eines Komplexes mit drei Urnenwänden, die sternförmig um eine gepflasterte Mitte angeordnet sind, haben Anfang dieser Woche auf dem Friedhof am Büscherweg begonnen.

Von Petra Schüller

„Der Trend geht zunehmend zur Urnenbestattung“, berichtet Klaus Müller, der bei der Stadtverwaltung für Friedhofsangelegenheiten zuständige Mitarbeiter. Vor einigen Jahren wurden daher bereits zwei Urnenwürfel errichtet, die sehr schnell belegt waren. Danach erbaute man eine erste Urnenwand, in der mittlerweile auch kein Platz mehr zu vergeben ist.

Nun wird unter Hochdruck an der neuen Anlage in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang gearbeitet. „Die Baufläche ist schon vorbereitet“, erklärt Müller. „Jetzt werden zunächst die Fundament gegossen.“

Im Laufe der kommenden Woche würden dann die Urnenwände errichtet, die jeweils auf beiden Seiten belegt werden können. „Die Anlage hat 108 Kammern, in denen Platz für zwei Urnen ist“, so Müller. Die kreisförmige Fläche der Anlage soll anschließend gepflastert werden. Als Abgrenzung dient schließlich ein Grünstreifen mit einer niedrigen Hecke, der die gesamte Anlage umgeben wird. „Wir rechnen damit, dass die Arbeiten spätestens Anfang Juli fertiggestellt werden können“, so Müller.

Das werden wohl vor allem die Angehörigen von Verstorbenen erleichtert aufnehmen, deren Urnen derzeit noch bei den Bestattungsunternehmen stehen, da in den vorhandenen Anlagen kein Platz mehr frei war. Das treffe aktuell auf fünf Urnen zu, erklärt der städtische Mitarbeiter. Er rechnet damit, dass die neue Bestattungsmöglichkeit die Nachfrage der nächsten drei Jahre decken kann.

„Danach müssen wir nach anderen Möglichkeiten suchen“, erklärt Müller. Zu viele freistehende Urnenanlagen würden seiner Ansicht nach den Charakter des Friedhofs zu stark verändern. Als weitere Möglichkeit wird auch die Anlage eines Urnenfeldes in Betracht gezogen, wie es das in Meinerzhagen schon gibt.

Bereits seit Jahren bietet die Verwaltung neben der herkömmlichen Erdbestattung auch zahlreiche andere Formen der letzten Ruhestätte an. Neben den Urnenwänden ist dies vor allem die Urnenbestattung im Erdgrab. Diese Ruhestätte kann wie jede klassische Grabstelle von den Verwandten gestaltet und gepflegt werden. Zudem gibt es die „nicht anonymen Erdgräber“. Ihre Oberfläche wird ganz mit Rasen eingesät.

Lediglich eine flach verlegte Platte mit Namen und Lebensdaten erinnert an den Verstorbenen.

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