Haftstrafe ohne Bewährung

Mann bewirft Familie mit Kieselsteinen - die Quittung folgt

Statue Justizia
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Für den Angeklagten ist die Schonfrist abgelaufen.

„Man hat sich zwar daran gewöhnt, aber man hat da schon Sorge als Anwohner“, erklärt eine Frau im Amtsgericht Meinerzhagen. Sie berichtet im Zeugenstand von der Situation an ihrer Wohnanschrift in Kierspe.

Kierspe - Dort lebten Menschen in der direkten Nachbarschaft, die sowohl Alkohol-, als auch Drogenprobleme hätten. Täglich gerieten sie untereinander in Streit. Nur, wenn es zu ernsthaften Schlägereien käme, würden sie als Anwohner die Polizei alarmieren. Doch am 29. April war es nicht bei Auseinandersetzungen innerhalb der Clique geblieben. Vielmehr wurden sie und ihre Schwiegereltern Ziel eines Angriffs, so die 40-Jährige.

Einer der Männer hätte ihrem gehbehinderten Schwiegervater gedroht, ihn richtig zum Krüppel zu machen. Dann habe er ihn mit Kieselsteinen beworfen, die den Rentner im Gesicht und am Oberkörper getroffen hätten. Die Schwiegermutter und auch sie selbst hätte der 44-Jährige übelst beleidigt.

Das Gericht war in den letzten Jahren geduldig mit Ihnen.

Richter

Nur wenige Tage später, sei derselbe Mann auf den Ehemann der 40-Jährigen getroffen. Der habe zu verstehen gegeben, dass der Angeklagte die Finger von seiner Familie lassen sollte. Das würde eine Grenze überschreiten. Als Reaktion darauf schleuderte der Kiersper ihm ebenfalls Beleidigungen in Form von Hurensohn entgegen.

Der Angeklagte gibt im Gericht an, mit den Beleidigungen gar nicht die Familie, sondern ein paar seiner Bekannten gemeint zu haben. Denn drei Tage zuvor, sei einer von denen einfach in seine Wohnung gegangen, hätte ihm aufs Sofa gekackt und seine Lebensmittel aus dem Kühlschrank geworfen. Als er dann auch noch angefangen habe, die Ex des Angeklagten zu beleidigen, habe ihn das sehr wütend gemacht. Am besagten Tag, habe er demnach auch nicht das ältere Ehepaar und die 40-Jährige beleidigt.

Bewährung lief bereits

Auch, dass er mit Kieselsteinen nach dem 79-Jährigen geworfen haben soll, streitet der Angeklagte ab. Richter und Vertreter der Staatsanwaltschaft sehen die Aussage des 44-Jährigen durch die Zeugenaussagen als widerlegt an. Mit Blick darauf, dass der Kiersper zwölf Vorstrafen hat und zur Tatzeit unter laufender Bewährung stand, lautet das Urteil am Ende fünf Monaten und zwei Wochen Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung.“

Es waren vergleichsweise kleine Steine, aber es reicht für eine gefährliche Körperverletzung“, erklärt der Richter. Schließlich bestehe die Gefahr, dass ein Kiesel den Rentner zum Beispiel im Auge hätte treffen können. Sieht der Richter noch eine Chance auf Bewährung? „Das Gericht war in den letzten Jahren geduldig mit Ihnen.“ Doch damit sei nun Schluss. Mangels positiver Sozialprognose könnte die Haftstrafe nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.

Alkoholproblem in den Griff bekommen

Er solle die Zeit im Gefängnis, die sich durch die mögliche Aufhebung der früheren Bewährungsstrafe insgesamt auf etwa ein Jahr beläuft, dazu nutzen, sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen, rät der Vorsitzende.

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