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Bierflaschen-Attacke vor Café

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Von: Jana Peuckert

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Symbolbild Gewalt.
Eine heftige Auseinandersetzung gab es an Weihnachten vor dem Café 73 in Kierspe (Symbolbild). © Agenturen

Was genau hat sich am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages 2021 auf der Kölner Straße vor dem Café 73 abgespielt? Diese Frage beschäftigte den Strafrichter jetzt im Amtsgericht Meinerzhagen.

Kierspe – Auf der Anklagebank saß ein 33-jähriger Mann aus Kierspe, dem gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wurde. Er soll einen Mann am besagten Abend eine Bierflasche über den Kopf gezogen und ihn dabei schwer verletzt haben.

Zunächst schweigt der Angeklagte zu den Vorwürfen, sodass die Zeugen mehr Licht ins Dunkel bringen sollen. Der Geschädigte gibt an, das Café mit einem Kumpel besucht zu haben. Als er den Angeklagten gesehen habe, habe er diesem eine sehr persönliche und unangemessene Frage gestellt. „Ich habe ihn provoziert. Das war dumm von mir“, gibt der 34-Jährige zu. Vor dem Café sei er dann mit der weiblichen Begleitung des Angeklagten aneinandergeraten.

Sie hat sich wohl ebenfalls provoziert gefühlt.

Angeklagter (34)

„Sie hat sich wohl ebenfalls provoziert gefühlt. Sie hat mir angedroht, dass sie mir eine scheuern würde.“ Und: Bei der Androhung bleibt es nicht. Die Frau holt aus, verpasst ihrem Gegenüber eine Ohrfeige. Der Meinerzhagener reagiert prompt und schlägt die Frau zurück. „Dann hatte ich das Gefühl, dass mich ein Hammer erwischt hat“, sagt der Mann – doch es handelte sich nicht um ein Werkzeug, sondern um eine Halbliterflasche Krombacher.

Tatsächlich war es der Angeklagte, der dem 34-Jährigen in dem Moment die Bierflasche auf den Kopf geschlagen hatte. Bis heute sei eine Narbe sichtbar und er hätte einen Tinnitus, erklärt der Geschädigte. Im Krankenhaus sei die Wunde mit neun Stichen genäht worden.

Nachdem sich ein zweiter Zeuge sicher ist, dass der Angeklagte mit der Flasche zugeschlagen hatte, räumte der 33-Jährige die Tat denn auch ein. Als Grund für den Schlag führt der Angeklagte an, seine Begleiterin verteidigen zu wollen. Zudem sei er selbst von etwa fünf Leuten angegriffen und geschlagen worden.

Das Gericht sieht am Ende allerdings keine Notwehrlage. Der Richter verurteilt den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung zu sieben Monaten Haft und setzt diese zur Bewährung aus. Der Kiersper muss 300 Euro Geldbuße zahlen, sich straffrei führen und einen Bewährungshelfer kontaktieren.

Für den 33-Jährigen ist es nicht die erste Strafe in seinem Leben, wie 13 Eintragungen in seinem Vorstrafenregister zeigen. Immer wieder war er wegen Körperverletzung und Nötigung sowie wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Trunkenheitsfahrt auffällig geworden.

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