Ungereimtheiten bei Hauptuntersuchung: Bescheid gefälscht

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Symbolbild

Kierspe – 140 Tagessätze zu je 15 Euro Geldstrafe, so lautete im Amtsgericht Meinerzhagen das Urteil gegen einen Mann, der sich wegen Urkundenfälschung strafbar gemacht hatte.

Weder er, noch seine Frau hatten Anfang vergangenen Jahres eine Fahrerlaubnis. Deshalb sollte das Auto der Familie aus Kierspe verkauft werden. Zuvor waren allerdings noch ein paar Reparaturen nötig, und eine Hauptuntersuchung (HU) fällig.

Beim Verkauf kam heraus, dass der HU-Bescheid gefälscht war, klar zu erkennen an der mit Kugelschreiber vorgenommene Datums-Manipulation im GTÜ-Stempel. „Damit habe ich nichts zu tun“, bestritt der Angeklagte, etwas von der Urkundenfälschung gewusst zu haben.

Er habe den Wagen an seinen Cousin übergeben. Der habe sich dann um alles gekümmert. Von ihm habe er auch den Bescheid bekommen. Ihm sei das Gekritzel mit dem Kugelschreiber auch aufgefallen, erklärte der Angeklagte. Der Cousin habe dazu angegeben, der Mann vom GTÜ hätte das gemacht. Er habe darauf vertraut, dass alles seine Richtigkeit habe, so der 31-Jährige.

Es wirkte so, als schöbe er die Schuld seinem Cousin in die Schuhe. Doch auch der versuchte im Zeugenstand, den Ball weiterzugeben. Er selbst habe sich lediglich um die Reparaturen gekümmert. Die HU lag in den Händen eines Mitarbeiters von GTÜ. Einen Vornamen gab der 40-Jährige noch an. Nachnamen und Adresse des Mitarbeiters kenne er hingegen nicht. Auch sei der ominöse Unbekannte nicht mehr erreichbar. Er habe ihm damals den Bescheid überreicht.

Der Zeuge gab aber an, sich erinnern zu können, dass es in diesem Zeitraum bei mehreren Autos im Zusammenhang mit dem Unbekannten Ärger gegeben hätte. „Der hat das schwarz gemacht“, erklärte der Cousin. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft fand in seinem Plädoyer klare Worte für den Angeklagten: „Er hat sich in Widersprüche verstrickt. Je nach Frage des Vorsitzenden wurde die Aussage angepasst. Es bleibt alles vage.“ Der Kiersper habe gewusst, dass es sich um eine Fälschung handelte.

Das sah auch der Vorsitzende Richter so. Er sah aufgrund von fünf Vorstrafen, in einem Fall einschlägiger Art und sonst Beleidigung, Sachbeschädigung und Diebstahl, 140 Tagessätze als angemessen an. Der Angeklagte kann die 2100 Euro jetzt zahlen, oder in die nächste Instanz gehen.

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