Angehende Pfleger am Haunerbusch profitieren von Weiterbildung

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Einmal Blutdruck messen: Doris Fittig, Bewohnerin des Awo-Seniorenzentrums (vorne), hat großes Vertrauen in die Pflegehelfer Stefan Cox, Aleksandra Varli und Markus Nowak. Auf Vorschlag von Einrichtungsleiter Michael Borchert und Arbeitsvermittlerin Regina Linek (hinten) lassen sich die drei jetzt zu qualifizierten Altenpflegern ausbilden.

Kierspe - Michael Borchert, Leiter des Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt am Haunerbusch, sucht dringend Pflegefachkräfte. Dank des aktuellen Programms zur Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Arbeitnehmer in Unternehmen (WeGebAU) der Agentur für Arbeit ist er jetzt im eigenen Haus fündig geworden.

Aleksandra Varli und Markus Nowak, zwei langjährige Pflegehelfer, lassen sich ebenso wie der Quereinsteiger Stefan Cox über einen Zeitraum von drei Jahren zu Altenpflegern ausbilden.

Das große Awo-Interesse am Agenturprogramm nutzt Regina Linek, Arbeitsvermittlerin im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Iserlohn und des Jobcenters Märkischer Kreis, um für WeGebAU zu werben. „Ich würde mich sehr freuen, wenn auch Arbeitgeber aus anderen Branchen in ihrer Belegschaft nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten Ausschau halten“, sagte die Agenturmitarbeiterin gestern im Rahmen eines Pressegesprächs.

Aleksandra Varli zum Beispiel erfuhr erst durch ihren Chef Michael Borchert von der Weiterbildungsmöglichkeit. Die 51-Jährige ist seit gut zehn Jahren als Pflegehilfskraft im Awo-Seniorenzentrum am Haunerbusch tätig. Jetzt geht es für sie, wie auch für ihre beiden Kollegen, sozusagen noch einmal „zurück auf Anfang.“ Vor einigen Wochen haben die Awo-Beschäftigten ihre dreijährige Ausbildung begonnen.

Dabei geht es Markus Nowak ähnlich wie Aleksandra Varli. Schon in seiner Schulzeit absolvierte er ein Praktikum im Awo-Haus, leistete dann seinen Zivildienst und arbeitete anschließend als Helfer in der Altenpflege. Zu einer qualifizierten Berufsausbildung kam es nicht. Die holt Markus Nowak jetzt nach. Einen etwas anderen Berufsweg legte Stefan Cox zurück.

Er machte vor über 20 Jahren eine Fachausbildung, arbeitete dann aber in einem anderen Beruf. Vor einiger Zeit wurde er arbeitslos. Ohne Chance, in seinen erlernten Beruf wieder einsteigen zu können, nahm er den Vorschlag von Arbeitsvermittlerin Regina Linek gerne auf und absolvierte im Seniorenzentrum Ende 2017 ein Praktikum.

Einrichtungsleiter Michael Borchert war von den dabei gezeigten Leistungen sehr angetan. Kein Wunder, denn schon nach der Schulzeit wäre Stefan Cox gerne Altenpfleger geworden. „Meine Eltern waren aber strikt dagegen. Die meinten, dass das nur etwas für Mädchen sei“, erinnert sich Cox. Mittlerweile hat sich der Zeitgeist gewendet und Stefan Cox ist froh, über das Sonderprogramm der Agentur für Arbeit doch noch in seinem Traumberuf durchstarten zu können.

Arbeitsvermittlerin Regina Linek hofft, dass in Kierspe und Meinerzhagen viele weitere gering qualifizierte Arbeitnehmer mit Unterstützung ihrer Chefs dem Beispiel der drei Mitarbeiter aus Kierspe folgen. Damit die Ausbildung nicht an den Finanzen scheitert, fördert die Agentur sowohl die Beschäftigten als auch die beteiligten Firmen.

Details zum Programm der Awo gibt es unter Tel. 02351/ 5 67 96 62 bei Thorsten Schäfer als Teamleiter Arbeitgeberservice bei der Agentur für Arbeit.

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