Grenzen kennenlernen beim Sportabzeichentraining

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Helmut Schubert gab am Mittwoch beim Sportabzeichentraining im Felderhofstadion das Startzeichen für Finja und Sina Hertrampf, Kirsten Hütz sowie Linda Gräve. ▪

KIERSPE ▪ „Noch zwei Runden“, rief Sportabzeichenprüfer Helmut Schubert der Läuferin ermunternd zu, die tapfer durchhielt, wenn ihr die Anstrengung auch im Gesicht geschrieben stand.

„Ich glaube nicht, dass ich das schaffe“, keuchte Linda Gräve ihre Antwort mehr, als dass sie sprach. Aber die 49-Jährige drehte dann doch noch die beiden Runden auf der Aschenbahn des Felderhofstadions und lieferte sich damit selbst den Beweis, dass sie es schaffen kann. Dabei waren die 2000 Meter für sie gar nicht mehr nötig, um das Sportabzeichen zu erhalten, weil sie schon ausreichend Prüfungen absolviert hat. Aber am Sportabzeichentraining des Stadtsportverbandes, das immer mittwochs ab 17.30 Uhr stattfindet, nehmen viele auch teil, um etwas für ihre Fitness zu tun sowie ihre persönlichen Grenzen auszutesten und möglichst zu steigern.

Obwohl noch Ferienzeit ist, fanden sich am Mittwoch wieder zahlreiche Bürger zum Training ein, darunter ganz verschiedene Altersgruppen: Linda Gräve nutzt das Angebot gerne, um sich über den Sommer fit zu halten. Sie findet es wichtig, einen festen Termin zu haben, der sie ins Stadion und zum Sport bringt. „Ich mache jetzt zum dritten Mal mit“, berichtet sie, dass das Training zusammen mit anderen Menschen für sie einen Gewinn bedeutet. Dabei ist ihr das Sportabzeichen schon jetzt auch für dieses Jahr wieder sicher, denn den 50-Meter-Lauf, Standweitsprung, wie er in ihrer Altersgruppe gefordert wird, und das Kugelstoßen hat sie sämtlich bereits mit den ausreichenden Zeiten und Weiten absolviert. Aber Gräve macht trotzdem weiter mit. Wenn Schwimmen im Herbst noch angeboten wird, will sie auch das probieren.

Derzeit übernimmt Helmut Schubert kommissarisch die Leitung des Sportabzeichentrainings in Kierspe. Das weitere Angebot des Stadtsportverbandes auf dem Rönsahler Sportplatz am Haarhauser Weg, ebenfalls mittwochs ab 19 Uhr, koordiniert Brigitte Tomczak. Schubert betont, dass ganz dringend ein neuer Sportabzeichenobmann gesucht wird, nachdem Carsten Möller diese Funktion nicht mehr wahrnimmt. Letzterer steht in Zukunft nur noch aushilfsweise als Prüfer zur Verfügung.

Neben den klassischen leichtathletischen Disziplinen werden beim Sportabzeichen auch Walken, Fahrradfahren und Schwimmen angeboten. Genauso gehört die Mittel- und Langstrecke mit 1000, 2000, 3000 und 5000 Meter Länge zum Programm. Ansonsten kann man altersabhängig noch den Sprint über 50, 75, 100 und 400 Meter wählen. Kugelstoßen, Werfen mit Schlag- und Wurfball sowie den Weit- und Hochsprung gibt es laut Helmut Schubert außerdem. Er empfiehlt übrigens immer alle Teilnehmern dringend, sich vor den Prüfungen jedesmal durch lockeres Laufen aufzuwärmen. „Sonst drohen besonders beim 50-Meter-Sprint oder auch Weitsprung Verletzungen“, erklärt der Stadtsportverbandsvertreter.

Neben ihm sind mittwochs im Felderhofstadion noch als Prüfer Manfred Becker, Karl-August Glörfeld, Ernst-Walter Schmidt, Karl-Heinz Klitscher und als Vertreter Carsten Möller anwesend. Als weitere Helfer stehen zudem Eckhard Matzner, Britta Hütz, Bärbel Weber und Katharina Morlinghaus zur Verfügung. Das Sportabzeichentraining wird immer bis zum Ende der Sommerzeit angeboten, also bis Oktober.

Im Stadion finden sich mittwochs regelmäßig zwischen vier und sogar 20 Bürger ein, um mitzumachen. „Teilweise werden richtig gute Leistungen erbracht“, weiß Carsten Möller zu berichten. Doch eigentlich geht es dabei nicht wirklich um Spitzenleistungen, sondern das Sportabzeichentraining basiert wie kaum ein anderes Angebot auf dem Breitensportgedanken: Ziel, so macht Helmut Schubert aufmerksam, sei es vielmehr in erster Linie, die Menschen zum gemeinsame Sport zu motivieren.

Und dass Sport Spaß macht, da waren sich am Mittwoch Finja und Sina Hertrampf sowie Kirsten Hütz völlig einig. Auch die drei Mädchen trainierten: „Ich trainiere fürs Sportabzeichen und will mich zudem fit machen und halten, um an der Deutschen Meisterschaft im Mehrkampf teilzunehmen. Dazu gehören Turnen an Barren, Bock und Sprung sowie mit Kugelstoßen, Weitsprung und Sprint weitere drei leichtathletische Disziplinen“, erzählt Finja Hertrampf (13).

Ihre Schwester Sina (16) stellt fest, dass ihr Sport einfach Spaß mache. Natürlich strebe sie das Sportabzeichen an, wolle aber ebenfalls ihre Ausdauer verbessern. „Ich mache jetzt schon seit fünf Jahren mit und habe dreimal Gold erreicht“, sagt sie. Kirsten Hütz macht Leichtathletik ebenfalls Spaß. Aus dem Grund ist nun schon seit sieben Jahren bei dem jährlichen Sommerangebot des Stadtsportverbandes dabei. Sie übt zurzeit für den Mixwettkampf.

Helmut Schubert freut sich über jeden, der mitmacht und lädt alle interessierten Bürger ein, mittwochs um 17.30 Uhr zum Felderhof zu kommen. Die Teilnahme, so weist er ausdrücklich hin, sei übrigens nicht von der Mitgliedschaft in einem Sportverein abhängig. Im ersten Jahr kann man das bronzene Abzeichen erreichen, im zweiten das silberne und danach das goldene.

Rolf Haase

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