Hohe Klickzahlen, keine Auftritte

Andreas Koch hat seit eineinhalb Jahren auf keiner Bühne mehr gestanden

Der Musiker Andreas Koch schaut auf eine wechselhafte Zeit während der Pandemie zurück, mit dem Wissen, dass es noch viele Überraschungen im Zusammenhang mit dem Virus geben kann.
+
Der Musiker Andreas Koch schaut auf eine wechselhafte Zeit während der Pandemie zurück, mit dem Wissen, dass es noch viele Überraschungen im Zusammenhang mit dem Virus geben kann.

So richtig daran glauben, dass die geplanten Konzerte stattfinden, kann Andreas Koch nicht, doch hoffen will er. „Im Oktober soll es wieder losgehen, dann steht das Jubiläumskonzert von KuK auf dem Programm. Im November ist ein Auftritt in Baden-Württemberg geplant und auch für die Zeit rund um Weihnachten steht schon einiges im Kalender“, zählt der Kiersper Musiker auf – und schiebt nach: „Mal sehen, ob das auch so kommt.“

Kierspe - Sollte er bei der Feier zum 25. Geburtstag des Vereins KuK auf der Bühne stehen, wäre es der erste Auftritt nach weit mehr als eineinhalb Jahren. Denn seitdem das Virus auch in Europa seine Wirkung entfaltet hat, ist Koch mit seiner Gitarre nicht mehr live zu hören gewesen.

Wobei das nicht so ganz stimmt, denn immer wenn es möglich war, hat er seine Schüler auch von Angesicht zu Angesicht unterrichtet. Ansonsten setzte er bislang auf Kamera und Mikrofon – und die Online-Übertragung.

„Meine Düsseldorfer Schüler habe ich das letzte Mal Anfang Dezember im Präsenzunterricht gehabt, danach nur noch online“, berichtet Koch. Das habe auch an ihm gelegen, da er erst zum Ferienanfang die zweite Impfung bekommen habe – und diese nicht gefährden wollte. „Es war uns aber von der Leiterin der Musikschule freigestellt, wie wir unterrichten. Nach den Ferien geht es dann im Unterricht vor Ort weiter. Die Schüler brennen auch darauf, wieder in Präsenz unterrichtet zu werden“, sagt der Musiker. Der Unterricht im Onlineformat funktioniere auch ganz gut, weil er nur Einzelschüler habe. In der Gruppe sei der Digitalunterricht bei der Musik keine gute Möglichkeit.

Bei seinen Privatschülern sei er anders verfahren, diese seien, wenn es erlaubt war, immer in Präsenz unterrichtet worden. „Da hatte ich das Hygienekonzept auch in der Hand, konnte für den entsprechenden Abstand sorgen und die Räume zwischen den einzelnen Unterrichtseinheiten gründlich durchlüften“, so Koch, der noch nachschiebt, dass die Maske bei diesem Unterricht immer getragen würde.

Ein Bach-Stück ist mehr als 61 000 Mal gespielt worden. Das bringt zwar so gut wie kein Geld, erhöht aber meine Bekanntheit. Dadurch habe ich etliche neue Schüler gewonnen, unter anderem sogar in den USA.

Andreas Koch,, Musiker

Aber gerade bei seinen Privatschülern sind etliche dabei, die Koch noch nie persönlich getroffen hat. Da sich der Kiersper einen Namen als Spezialist der Altgitarre gemacht hat, bekommt er Unterrichtsanfragen aus allen Teilen der Republik und darüber hinaus. Mit dazu beigetragen hat auch das Internet. So habe sich der Youtube-Kanal des Musikers gerade in der Coronazeit großer Beliebtheit erfreut. Koch: „Ein Bach-Stück ist mehr als 61 000 Mal gespielt worden. Das bringt zwar so gut wie kein Geld, erhöht aber meine Bekanntheit. Dadurch habe ich etliche neue Schüler gewonnen, unter anderem sogar in den USA.“

Doch nicht nur die Klickzahlen bei Youtube hätten sich gut entwickelt, sondern auch der kostenpflichtige Download seiner Musik und sogar der CD-Verkauf sei nicht eingebrochen.

Gerade der Verkauf der Musik zeigt, wie sehr sich die Welt für den Kiersper Musiker mit den Jahren verändert hat. Waren früher Konzerte unerlässlich, um den Verkauf der Tonträger „anzukurbeln“, ist es nun vor allem das Internet. Koch hat es auch immer verstanden, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen – und nicht nur seine Musik eindrucksvoll im Netz zu präsentieren, sondern auch entsprechende Videos dazu herstellen zu lassen.

Der Wandel, so denkt Koch, wird ihn auch noch lange begleiten: „Ich glaube, dass vieles wiederkommen wird, wenn wir wirklich gelernt haben, mit dem Virus umzugehen. Aber es wird sicher nie wieder so werden, wie es einmal war. Wir werden wohl andere Konzepte brauchen. Denn ich bin überzeugt, dass das nicht das letzte Virus gewesen sein wird, das eine Pandemie auslöst.“ Auch im privaten Umfeld habe sich durch Corona einiges geändert. „Es ist alles nicht mehr so entspannt und die Leichtigkeit fehlt. Es wird wohl noch lange dauern, bis sich das wieder ändert, wenn es sich überhaupt ändert“, so Andreas Koch.

Durch die Coronazeit

Die Meinerzhagener Zeitung hat auch Kiersper Künstler durch die Coronazeit begleitet. Einer dieser Künstler war und ist Andreas Koch, der sich zum einen als Meister der Altgitarre einen Namen gemacht hat und in vielen Ländern seine Musik auf die Bühne bringt, zum anderen als Lehrer sein Wissen um das Spielen der Gitarre an Schüler weitergibt. Er arbeitet angestellt an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf, unterrichtet aber auch privat und schon viele Jahre auch immer mal wieder digital, da gerade die Lehrer für Altgitarre rar sind und die Schüler die weiten Wege nicht auf sich nehmen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare