Gerichtsverhandlung: Wut entlädt sich auf Nebenbuhler

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Vor dem Meinerzhagener Amtsgericht musste sich der 28-Jährige verantworten

Kierspe - Während er nach wie vor an eine gemeinsame Zukunft mit seiner Angebeteten glaubte, war für sie offenbar längst klar, dass es keine Chance mehr für die beiden gab. Deshalb beendete sie die Beziehung.

Dennoch bat sie ausgerechnet den soeben Abservierten darum, eine Leuchtkonstruktion um ihr Bett im Schlafzimmer zu montieren. Für sie anscheinend nur das Abladen einer lästigen Aufgabe, für ihn hingegen ein Zeichen der Hoffnung. 

Wie sehr er sich geirrt hatte, merkte der 28-Jährige, als sich plötzlich ein anderer Mann bei seiner Ex aufhielt. Die Situation eskalierte und brachte dem Verschmähten einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts Meinerzhagen ein. Dort gab der Angeklagte zu, die Kontrolle verloren zu haben. „Es sah so aus, als ob es wieder etwas wird mit uns. Darauf habe ich gehofft“, erklärte der Kiersper mit Blick auf den Einbau der Bettlämpchen. 

Als er seine Ex dann am Tattag angerufen habe, sei sie sehr gemein zu ihm gewesen. Sie habe nur so mit ihm gesprochen, weil der andere Mann bei ihr war. Der Angeklagte vermutete, dass die Frau diesem gegenüber nicht zugeben wollte, noch etwas für den Angeklagten zu empfinden. Jedenfalls habe sie ihn so gereizt, dass er sich auf den Weg zu ihrer Wohnung in Kierspe begeben habe. Nach einem Streit mit ihr im Hausflur, sei er auf den anderen Mann zugestürmt und habe in am Kragen gepackt: „Ich wollte ihn einfach weghaben.“ Der andere habe dann zuerst zugeschlagen. Er habe dann „naja, sagen wir mal aus Reflex“, ebenfalls mit der Faust zugelangt. Er habe aber nur einmal und nicht wie angeklagt mehrfach geschlagen. „Ich war außer mir. Ich habe mich selber an dem Abend nicht mehr erkannt“, gab der 28-Jährige zu.

Ob es denn nicht sein könnte, dass die Ex ihn nur am langen Faden halten wollte, fragte Richter Guido Varney nach. „Soll ich Ihnen mal was sagen, genau so wie Sie das sehen, sieht meine Mutter das auch“, erklärte der Angeklagte daraufhin. 

Die Ex räumte im Zeugenstand ein, den Angeklagte „auf die Palme gebracht“ zu haben. Sie sei am Telefon sehr zickig zu ihm gewesen: „Ich hatte einen schlechten Tag.“ Für sie stehe jedoch fest, dass es keine gemeinsame Zukunft geben werde. Auf den Vorhalt des Richters hin, dass es unter diesen Umständen wohl nicht angebracht sei, den Angeklagten ausgerechnet im Schlafzimmer etwas arbeiten zu lassen, wusste die 27-Jährige nichts zu sagen, brach stattdessen in Tränen aus. Beobachtet habe sie am Tattag lediglich, dass der Angeklagte den anderen Mann auf die Couch gedrückt hatte. Dann sei sie so damit beschäftigt gewesen, die Polizei zu rufen, dass sie nicht mehr weiter auf das Geschehen geachtet habe.

Der andere Mann erklärte, er habe einem Faustschlag des Kierspers ausweichen können. Ein Zweiter habe ihn an der Schläfe getroffen, wodurch seine Brille kaputt gegangen sei.

Am Ende entschied sich der Richter, das Verfahren gegen den nicht vorbestraften Angeklagten nicht mit einem Urteil enden zu lassen. Vielmehr stellte er es vorläufig gegen eine Zahlung von 500 Euro ein. Dass der Angeklagte nicht davon begeistert war, dass ein anderer womöglich in den Genuss der von ihm installierten Lämpchen kommt, sei durchaus nachvollziehbar. Zudem hätte die Ex noch Öl ins Feuer gegossen. Er erwarte, dass der 28-Jährige künftig vernünftig sei und Abstand von der Frau halte. Zahle er die 500 Euro an die Staatskasse, sei die Sache erledigt.

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