Alkoholisiert ein Auto gerammt

Kierspe/Meinerzhagen - Einen Tag vor Weihnachten hielt sich ein 15-Jähriger alleine zu Hause auf. Mit einem Anruf wollte sich der Vater des Teenagers vergewissern, dass beim Sprössling alles in Ordnung ist. Doch der Junge ging nicht ans Telefon. „Ich hab mir Sorgen gemacht“, erklärte der Mann im Amtsgericht Meinerzhagen. Der 37-Jährige war wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs auf der Anklagebank gelandet. Weil er nicht wusste, was mit seinem Sohn war, so der Kiersper, habe er sich ins Auto gesetzt, um nach dem Jungen zu schauen.

Unterwegs habe er ihn eine Straße entlang gehen sehen. Etwas zu spät, um anzuhalten. Deshalb sei er spontan rückwärts gefahren. Kurz darauf krachte es. Der Angeklagte hatte einen hinter ihm kommenden Wagen gerammt. Fremdschaden: 2400 Euro.

Die Polizeibeamten stellten fest, dass der Angeklagte alkoholisiert war. Eine später entnommene Blutprobe ergab einen Promillewert von 1,42. Zurückgerechnet müsste der Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls etwa 1,6 Promille gehabt haben. „Der Arbeitsplatz hängt am seidenen Faden“, erklärte der Verteidiger des Angeklagten. Sein Mandant gehe einer Beschäftigung nach, die das Führen von kleinen Fahrzeugen erforderlich machte. Der Chef des Mannes habe ihn bereits mehrfach unter Anrechnung von Urlaubstagen nach Hause geschickt, weil es für den Angeklagten ohne Fahrerlaubnis nichts zu tun gab.

Der Anwalt brachte das Thema zur Sprache, weil er erreichen wollte, dass der Richter bei der Verhängung einer Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis, die Führerscheinklasse L - für Kleinfahrzeuge nötig - herauslässt. Tatsächlich kam der Vorsitzende dem nach und ließ Klasse L bei der Sperre von sieben Monaten außen vor.

Ob der Kiersper dadurch die bei seiner Arbeit erforderlichen Kleinfahrzeuge führen kann, ist damit allerdings noch nicht sicher. Der Vorsitzende hat lediglich die Erlaubnis gegeben, die Klasse L herauszulassen. Die endgültige Entscheidung obliegt jedoch dem Straßenverkehrsamt. Einzig die Sperre war nicht die Strafe. 1200 Euro muss der nicht vorbelastete 37-Jährige wegen der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung zahlen.

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