Röhnsaler Kirchenkonzerte: Barocke Klangwelten

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Als Meister ihres Fachs erwiesen sich die Instrumentalisten des Kammerensembles „Amis du Baroques“. Nach dem Konzert in der Rönsahler Servatiuskirche gönnten sie sich ein Glas Sekt.

Rönsahl - „Music is coming home – die Musik kehrt nach Hause zurück“: Selten zuvor dürften diese Worte in Bezug auf die Reihe der Rönsahler Kirchenkonzerte zutreffender gewesen sein, als das am Samstag der Fall war.

Von Rainer Crummenerl

Das von den Musikfreunden mit Vorfreude erwartete Gastspiel des Kammerensembles „Amis du Baroque“ lud ein zu einer Reise, die mitten hinein in die Zeit des Barocks führte.

Damals, im Jahr 1768, hatte die Gemeinde in Rönsahl gerade den Wiederaufbau des durch den großen Dorfbrand zerstörten Kirchenschiffes vollendet. Wenig später, im Jahr 1786, konnte die historische Kirchenorgel der Gebrüder Kleine wieder erklingen. Sie ist bis heute ein besonderes Schmuckstück der Kirche. Es war ein faszinierender Moment, als das Kammerensemble „Amis du Baroque“ in historische Kostüme gekleidet das abgedunkelte Kirchenschiff betrat. Der warme Lichtschein roter Kerzen erfüllte den Altarraum und verstärkte das stimmungsvolle Ambiente im Gotteshaus, das geprägt ist durch die schmuckvollen Aufbauten von Kanzelaltar und Orgel im Stil von Rokoko und Barock.

Was folgte, war ein facettenreicher Musikgenuss. Karsten Dobermann, Gründer des siebenköpfigen Kammerorchesters und Trompeten-Virtuose, lud gemeinsam mit seinen Musikerkollegen zu einem lustvollen Spaziergang durch die Welt der großen Meister des Barocks ein.

Dabei gelang es den Ausführenden Maria Dobermann (Violine), Alex Piastro (Violine), Xu Shi (Viola), Matej Kovar (Violoncello), Dimitrij Graf (Kontrabass) und Gerald Gatawis (Cembalo und Orgel) durch improvisiertes szenisches Spiel in die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts zu entführen. So auch bei Georg Friedrich Händels Suite in G-Dur, komponiert zu Ehren des englischen Königs George.

Auch für das Konzert in A-moll aus der Feder von Antonio Vivaldi und die Suite für Trompete und Orgel in C-Dur von Jean-Joseph Moureterntete erntete das Ensemble begeisterten Applaus. Herausragend das von Tommaso Albioni komponierte Orgelkonzert in F-Dur. Hierbei kam die ganze Klangfülle der von Gerald Gatawis zum Klingen gebrachten und erst vor wenigen Jahren renovierten Orgel der Rönsahler Kirche zum Tragen. Mit den Sätzen Adagio, Allegro, Grave und Vivace aus Telemanns Trompetenkonzert in B-Dur setzten die Musiker einen stimmungsvollen Schlusspunkt. Applaus ist bekanntlich das Brot des Künstlers. Am Samstag freuten sich die Musiker über einen ganzen „Brotkorb“ - die Zuhörer brachten ihre Anerkennung durch anhaltenden Beifall zum Ausdruck.

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