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Brandvilla: Die Sanierungsarbeiten beginnen

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Von: Rainer Crummenerl

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Eingerüstetes Gebäude in Rönsahl
Vollständig eingerüstet wurde in dieser Woche das Haus Neuenhof in Rönsahl, sodass mit den nach dem verheerenden Brandschaden vor vier Wochen notwendigen umfangreichen Aufräum- und Sanierungsarbeiten jetzt begonnen werden konnte. © Crummenerl, Rainer

Gut einen Monat ist seit jener Schreckensnacht ins Land gegangen, als das Haus Neuenhof in Rönsahl, im Volksmund besser bekannt als „Villa Buchholz“, einem vom Dachgeschoss ausgegangenen verheerenden Schadensfeuer zum Opfer gefallen ist (MZ berichtete).

Rönsahl - Mancherlei Befürchtungen dahingehend, dass der Gesamtschaden, der durch das Feuer in Kombination mit großen Mengen an eingesetztem Löschwasser entstanden ist, Überlegungen, die auf Erhalt der Kernsubstanz des mittlerweile 180 Jahre alten ortsbildprägenden ehemaligen Herrensitzes abzielen, ad absurdum führen würden, haben sich – glücklicherweise – zwischenzeitlich nicht bestätigt.

Fakt heute ist vielmehr, dass das Gebäude nicht, wie zunächst befürchtet wurde, in Gänze abgerissen werden muss, sondern – zumindest was die Außenmauern angeht – weitgehend erhalten werden kann.

Das bekräftigten die Eigentümer Sabine Keune-Hettich und Michael Hettich jetzt auf neuerliche Anfrage der MZ. Nachdem in den vergangenen Wochen mehrere Ortstermine mit Sachverständigen verschiedener Behörden stattgefunden hatten, steht nun endgültig fest, dass das Haus – wenngleich auch mit außerordentlich hohem Aufwand an finanziellen Mitteln, „Manpower“ und viel Idealismus – saniert und später entsprechend den ursprünglichen Plänen der Investoren dann auch genutzt werden kann.

Bis dahin allerdings ist es noch ein langer Weg, der in dieser Woche mit der kompletten Einrüstung des Gebäudes und mit ersten Aufräumarbeiten begann. Nach wie vor ungeklärt ist die definitive Brandursache. Es wird Brandstiftung vermutet. Diesbezügliche Ermittlungen der Kriminalpolizei sind noch nicht abgeschlossen, und so lange das nicht der Fall sei, trete auch die Versicherung nicht für den Schaden ein, was im Umkehrschluss bedeute, dass die Eigentümer-Familie hinsichtlich des finanziellen Aufwandes in Vorleistung treten müsse, erklärte Sabine Keune-Hettich. Dass es sich hierbei schon jetzt um Kosten in beträchtlicher Höhe handelt, wird schnell deutlich, denn allein das Einrüsten der Immobilie verschlingt 104 000 Euro, und weitere 146 000 Euro werden nach momentaner Schätzung allein für die Entrümpelung des Hauses angesetzt.

Wie es dazu weiter heißt, muss das gesamte Haus entkernt werden, was im Klartext bedeutet, dass der marode Dachstuhl abgerissen und erneuert werden muss, die sämtlich einsturzgefährdeten Zwischendecken und Böden sowie die Wände von heruntergefallenem Baumaterial wie Lehm, Spalierholz, Stroh und zum Teil auch verwendeten Tierhaaren und dem teilweise vorhandenen Hausschwamm befreit werden müssen, wobei man auch die Schimmelgefahr ins Kalkül ziehen muss. Ein wesentlicher Kostenfaktor ist auch die nach der Beseitigung des angefallenen Schutts erforderlich gewordene Sicherung und gründliche Reinigung sowie anschließende Trocknung der unter Denkmalschutz stehenden Dielen.

Trotz dieser zuvor nicht einkalkulierbaren Zusatzkosten, die das vor dem Brand ursprünglich veranschlagte Kostenvolumen von etwa 600 000 Euro für die gesamte Sanierung des Komplexes nun nochmals beträchtlich in die Höhe treiben, wollen sich die Eigentümer von Haus Neuenhof nicht entmutigen lassen und weiterhin an der Wiedereingliederung des Gebäudes in die gehobene Wohnkultur in Dorf und Stadt arbeiten.

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