Einige Standorte werden jetzt zweimal pro Woche geleert

Altpapier sorgt für Verdruss

Es sind vor allem große Pappkartons, die die Container für Altpapier und Pappe schnell füllen. Aber trotz überfüllter Container stellen einige „Entsorger“ ihren Abfall einfach dazu. Die FWG möchte deshalb die Container abschaffen.
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Es sind vor allem große Pappkartons, die die Container für Altpapier und Pappe schnell füllen. Aber trotz überfüllter Container stellen einige „Entsorger“ ihren Abfall einfach dazu. Die FWG möchte deshalb die Container abschaffen.

Wer sich in Kierspe seines Altapiers entledigen möchte, muss nur wenige Meter gehen, denn seit Jahren ist die grüne Tonne fester Bestandteil des Entsorgungskonzepts der Stadt. Und wenn’s mal ein bisschen mehr ist – auch kein Problem: An insgesamt 24 Standorten finden sich in Kierspe Altpapiercontainer. Diese sind allerdings den Freien Wählern ein Dorn im Auge.

Kierspe - „Wir haben vor einem halben Jahr einen Antrag gestellt, doch passiert ist seit dem nichts“, sagt der Fraktionsvorsitzende der FWG, Peter Christian Schröder. Das allerdings will der zuständige Sachbearbeiter bei der Stadtverwaltung Klaus Müller so nicht stehen lassen.

Doch der Reihe nach: Im August des vergangenen Jahres befanden sich die Kiersper Parteien und Wählergemeinschaften im Kommunalwahlkampf. Und in dieser Zeit entdeckten die Freien Wähler einen Missstand, den es ihrer Meinung nach so schnell wie möglich zu beheben galt. Den Freien Wählern war aufgefallen, dass die Papiercontainer regelmäßig überquellen oder verstopft sind. In der Folge wurden dann kleine Berge mit Pappe und Papier gleich daneben abgeladen. Als Verursacher machten die FWG-Politiker neben den Kierspern auch Menschen aus den Nachbarkommunen – die keine Container anbieten – und Firmen aus, die ihren gewerblichen Papier- und Pappabfall in den Behältnissen entsorgen.

Tatsächlich ist Kierspe von vier Kommunen umgeben, die bei der Beseitigung dieses Mülls ausschließlich auf die Entsorgung über die grünen Tonnen an den Häusern setzen.

Die Container am Lidl, Aldi, Rewe, Haunerbusch und im Bereich Thinglindestraße/Büscherweg werden jetzt zweimal in der Woche angefahren. Dadurch hat sich die Situation deutlich entspannt.

Klaus Müller, Stadt Kierspe

Das bestätigt auch Klaus Müller, er geht aber nicht davon aus, dass Einwohner der umliegenden Kommunen die Kiersper Container in nennenswertem Umfang nutzen. „Wir entsorgen seit Jahren immer 100 bis 120 Tonnen Papier und Pappe über die Container. Diese Menge bleibt ziemlich konstant“, sagt Müller.

Bei den Firmen, die die Container nutzen, um ihren Papiermüll loszuwerden, hat Müller auch eine andere Sicht als die FWG: „Die größeren Unternehmen haben alle sogenannte Presscontainer, in denen sie ihre Pappen und den Papierabfall entsorgen.“

Im August hatte der Verwaltungsmitarbeiter versprochen, dass er mit dem Entsorger sprechen wolle, damit dieser die Standorte häufiger anfährt. Das sei mittlerweile auch geschehen. „Die Container am Lidl, Aldi, Rewe, Haunerbusch und im Bereich Thinglindestraße/Büscherweg werden jetzt zweimal in der Woche angefahren. Dadurch hat sich die Situation deutlich entspannt. Nur beim Rewe sind die Container immer schnell gefüllt. Da würde ich gerne noch einen zweiten Container aufstellen. Da warte ich aber noch auf eine Antwort von der Marktleitung. Von dieser Seite gibt es die Befürchtung, dass Parkplätze wegfallen.“

Schnell gefüllt ist auch immer der Container am Rewe, trotz zweimaliger Leerung pro Woche.

Dem Wunsch, das Altpapier nur noch zentral anzunehmen, erteilt Müller eine Absage: „Die Container müssen in den Wohngebieten stehen, denn dort entsteht auch der Abfall. Wird die Entsorgung zu kompliziert, geht das schnell auf Kosten der Umwelt.“ Die Stadt Kierspe setzt seit Jahren auf das Doppelsystem aus Abholen (grüne Tonne) und Bringen (Container). „Das ist historisch so gewachsen. Wir hatten schon sehr früh einen Vertrag mit einem Entsorger, der damals die großen Röhren aufgestellt habe, in denen Glas und Papier gemeinsam, wenn auch in getrennten Kammern, gesammelt wurde“, erklärt der Abfallfachmann. Außerdem sei diese Art der Entsorgung Bestandteil des Vertrages, den man im Rahmen des Dualen Systems geschlossen habe. „Überall dort, wo die Papiercontainer stehen, befinden sich auch Container fürs Altglas. Das ist vertraglich so vereinbart und nicht mal eben zu ändern“, so Müller.

Dann wäre da ja noch der Antrag, den die FWG im Sommer gestellt hat. Müller: „Über diesen Antrag wird, wie vom Rat beschlossen, im nächsten Ausschuss für Umwelt und Bauen entschieden. Allerdings sieht die Vorlage der Verwaltung vor, dass es bei dem bisherigen System bleibt.“

Die Kosten

Wer trägt eigentlich die Kosten für die Abfuhr des Altpapiers aus den Containern? „Das zahlt die Stadt und damit die Bürger nach einem Umlagesystem“, sagt Klaus Müller. Allerdings gebe es je nach Situation auf dem Papiermarkt auch Vergütungen. „Wir haben viele Jahre Geld für unser Papier bekommen, dann aber auch wieder einige Jahre gar nichts. Seit drei oder vier Monaten gibt es nun wieder eine Rückvergütung. Allerdings kann sich das von heute auf morgen ändern. Der Markt für Altpapier ändert sich rasend schnell und damit auch die Situation bei der Rückvergütung“, führt Müller aus.

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