Viel Arbeit im Volme-Freizeitpark

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Karsten Seil und Fabio Saladano kontrollieren regelmäßig den Baufortgang auf der Großbaustelle.

Kierspe - Es ist völlig normal, dass mit dem einsetzenden Frühling auch die diversen Tief- und Hochbaubaustellen aus dem Winterschlaf erwachen. Allerdings hat nicht jede von ihnen die Bedeutung, wie sie der Großbaustelle zur Errichtung des Volme-Freizeitparks in Kierspe zukommt.

Auf dem Gelände, „eingegrenzt“ durch die Bundesstraße 54 und die Kölner Straße, herrscht derzeit viel Betrieb. Vor Ort machten sich am Donnerstagvormittag auch Karsten Seil von der Stadt Kierspe und der für die Altlastensanierung zuständige Bauleiter der Firma Mull und Partner Fabio Saladano ein Bild vom Fortgang der Arbeiten. „Es läuft derzeit gut, und wenn das Wetter mitspielt, könnten wir in gut zwei Wochen mit der Altlastensanierung fertig sein“, so Fabio Saladano im Gespräch mit der MZ.

Dann wären im Rahmen des durch die Regionale 2013 geförderten Projektes immerhin gut 14 000 Tonnen belasteter Boden entfernt und fachgerecht entsorgt worden.

„Wir stehen regelmäßig mit den zuständigen Behörden in Kontakt und treffen uns auf der Baustelle“, erläutert Karsten Seil. Naturgemäß geht es gerade bei der Altlastenfrage um die akribische „Abarbeitung“ der strengen Vorgaben. Im Wesentlichen wurden in dem etwa 4000 Quadratmeter großen Bereich sogenannte LHKW (leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe) gefunden. Zurückzuführen auf die vor Jahren an der Volme angesiedelten Firmen, darunter auch galvanische Betriebe. Während sich in der kommenden Woche der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung mit weiteren Details der Umsetzung des Projektes und der entsprechenden Freigabe für die Ausführungs- und Genehmigungsplanung für die Parkgestaltung beschäftigt, ist vor Ort schon im Vorfeld die Herstellung des Fundamentes einer der geplanten Brücken zur „inneren Erschließung“ des Geländes erkennbar. Nicht nur hierfür, sondern auch um an die kontaminierten Erdmassen unter der Verrohrung des Abschlagskanals Kamperbach zu gelangen, wurden die infrage kommenden Kanalringe ausgebaut.

Da die zukünftig benötigte Kanalstrecke wegen einer verlegten Einmündung in die Volme kürzer ist, erfolgt nur teilweise ein Wiedereinbau der Rohre mit ihrem stattlichen Durchmesser von fast drei Metern. Im Anschluss an die Altlastensanierung beginnen die Arbeiten zur Gewässergestaltung und Renaturierung der Volme. Dabei spielt die kurzfristig aufgetretene Notwendigkeit, über die Geländemodellierung erneut nachzudenken, sicher eine nicht unerhebliche Rolle (MZ berichtete).

Letztendlich ändert sich dadurch nichts Grundsätzliches an der Planung und somit sind die Tage des Bachverlaufes direkt neben der Bundesstraße gezählt. In ihrem zukünftigen Bachbett wird die Volme in Höhe der Firma Ackermann nicht mehr unter dem Gebäude aus dem „Hinterland“ kommend durchgeführt. Vielmehr fließt sie in leichten Schwüngen dann direkt in den neuen Volme-Freizeitpark. Die jetzige Gewässertrasse wird aufgefüllt und die bestehende Brückenzufahrt zum Raiffeisenmarkt abgebaut. Dieser wird dann über eine neue Zufahrt, über die auch die Parkplätze des neuen Parks erreichbar sein sollen, angebunden.

Wer sich im Moment auf der Baustelle umsieht, dürfte ein wenig verwirrt sein und noch nicht so Recht eine Vorstellung vom Endzustand bekommen. Wie dieser sich darstellen wird, ist derzeit nicht bis ins Detail ausgelegt, sondern wird im Laufe der nächsten Zeit noch erarbeitet. Leitfaden hierfür: Der im Ideenwettbewerb, mit breiter öffentlicher Beteiligung, ermittelte Siegerentwurf.

Entsprechende Informationen und auch die öffentlichen Beratungsunterlagen für die Kommunalpolitiker, sind auf der Homepage der Stadt einzusehen. Eine durchaus interessante Lektüre über ein Zukunftsprojekt, welches langsam Realität wird.

Jochen Helmecke

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