Ölverseuchte Böden und versteckte Tanks im Erdreich

Selbst in einer Tiefe von fast zehn Metern musste noch ölverschmutzter Boden entfernt werden. Später muss dort unbelastete Erde „eingebaut“ werden.

Kierspe - Dort, wo später einmal eine Tankstelle stehen soll, befinden sich derzeit noch große Löcher im Boden. Diese mussten gegraben werden, um die Altlasten, vor allem Altöl, aus dem Boden zu holen. Bei diesen Grabungen erwartete die Bauarbeiter eine große Überraschung.

Von außen konnten die Arbeiter gar nicht erkennen, was sie im Inneren erwartete. Tief unter dem Gelände, auf dem die neue Jet-Tankstelle an der Kölner Straße errichtet werden sollte, wurde bei Baggerarbeiten ein gemauerter Raum gefunden. Dabei handelte es sich aber nicht um einen Lagerraum des Gewerbetriebes, der sich an dieser Stelle einmal befunden hatte, sondern um einen großen Tank, in dem sich 12 bis 14 Kubilmeter Altöl befanden. Das teilte der Pressesprecher des Märkischen Kreises Hendrik Klein auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung mit.

Dass man auf dem Grundstück mit Altlasten rechnen musste, war dem Käufer von Anfang an klar, doch das Ausmaß hat auch die Fachleute überrascht. Ursprünglich hatte man damit gerechnet, im oberen Bereich des Geländes die Verunreinigungen vorzufinden. Später zeigte sich, dass auch große Teile des tiefer liegenden Bodens mit Öl kontaminiert waren. Bereits vor Wochen waren zahlreiche Container mit Erde gefüllt und von einem Spezialunternehmen entsorgt worden. Gleiches geschieht nun auch mit den neuen Funden. „Nach den Angaben des Umweltamtes sind die Sanierungsarbeiten mittlerweile zu 90 Prozent abgeschlossen“, so Klein, der auch mitteilt, dass die Kosten für die Arbeiten und den Abtransport der Altlasten von dem Eigentümer des Grundstückes, der Bluhm-Reinhard GbR, getragen werden. Diese Firma hatte das Grundstück ursprünglich erworben, um dort eine Spielhalle mit angeschlossenem Bowlingcenter und Restaurant zu errichten. Doch massiver Protest der Kiersper und eine Bebauungsplanänderung vereitelten dieses Vorhaben. Danach standen die Gebäude jahrelang leer und verfielen zusehends. Vor allem die ehemalige Gaststätte Hamann im Kreuzungsbereich wurde mehr und mehr zu einem Schandfleck.

Durch den Bau der Tankstelle und die Verpachtung an Jet hatte Bluhm dann doch noch einen Weg gefunden, die Fläche zu verwerten, denn jahrelange Versuche, die maroden Gebäude samt Grundstücken zu verkaufen, scheiterten an den geforderten Verkaufspreisen.

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