Nach Feuer am Freitag

Altes Amtshaus: Große Schäden durch Löschwasser

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KIERSPE - Durch den Löschwassereinsatz bei der Brandbekämpfung im Alten Amtshaus haben alle Etagen des Gebäudes Schaden genommen. Neben der VHS sind auch das Bakelitmuseum und das Stadtarchiv betroffen – wenn auch unterschiedlich stark. Bereits am Wochenende wurde versucht, zu retten, was noch zu retten ist.

Marion Görnig (stehend) und ihr Team nahmen gestern die Arbeit im Rathaus auf. Allerdings erst einmal mit Papier und Handy. Die Computeranlage muss erst wieder instandgesetzt werden.

Noch am Freitag war Marion Görnig, Leiterin der Volkshochschule Volmetal guter Hoffnung, die Arbeit der VHS an anderer Stelle wieder aufnehmen zu können, da noch während der Löscharbeiten der Server gerettet und in Sicherheit schien. Mittlerweile steht aber fest, dass der Computer doch Schaden genommen hat und die Daten anhand der Sicherungskopien wiederhergestellt werden müssen. „Wir hoffen, dass uns dies bis zum Ende der Herbstferien gelingt“, so Görnig im Gespräch mit der MZ.

Aufnahme hat die VHS-Leiterin mit ihrem gesamten Team im Rathaus gefunden, wo in diesen Tagen die Büros bezogen werden, die früher von der Arge genutzt wurden und die derzeit leer stehen.

Noch in dieser Woche soll dafür gesorgt werden, dass die VHS zumindest telefonisch erreichbar ist. Faxe erreichen die VHS derzeit gar nicht und auch die Erreichbarkeit per E-Mail kann nicht garantiert werden. „Nur gut, dass das Anmeldeverfahren weitestgehend abgeschlossen ist. Die vier Kurse, die im Alten Amtshaus stattfinden, fallen in dieser Woche aus.

Über den neuen Standort werden die Teilnehmer in der kommenden Woche informiert. Ansonsten kümmern sich die Zweigstellen-Leiter um die Kurse in den einzelnen Städten und Gemeinden. Diese gehen zu jedem Kursus der neu startet und legen vor Ort fest, ob Kurse stattfinden oder ausfallen – was dann von der Teilnehmerzahl abhängig ist“, so Görnig.

Die Programmplanung für das erste Halbjahr 2014 sei etwa zur Hälfte gediehen. Den Rest müsse man im Provisorium schaffen. Doch grundsätzlich geht Görnig davon aus, dass das Programmheft fristgerecht im Januar erscheint. Generell hofft man beim Team der VHS bis Januar auch wieder voll handlungsfähig zu sein.

Am härtesten vom Brand betroffen sind sicher die Bewohner der Wohnung im Amtshaus. Sie dürfen die Räume nicht betreten, bis die Brandermittlung abgeschlossen ist und ein Gutachter die Stabilität des Gebäudes begutachtet hat. Gestern wurde den Geschädigten, die sicher den größten Teil ihres Besitzes verloren haben, eine Ersatzwohnung von der Stadt angeboten.

Unser Video vom Brandtag:

Bereits am Samstag hatte es Gespräche des Bürgermeisters mit dem Heimatverein gegeben. Einen Tag zuvor hatten Bürgermeister Frank Emde und der erste Beigeordnete Olaf Stelse die Löscharbeiten verfolgt. „Ich möchte mich auch auf diesem Wege bei allen Helfern bedanken, die an dem Einsatz beteiligt waren, aber auch bei allen, die am Wochenende bereitstanden, um die Schäden so gering wie möglich zu halten“, so Emde.

Zu den Letztgenannten gehören auch Ortsheimatpfleger Ulrich Finke und die Vorsitzende des Heimatvereins Silvia Baukloh, die bereits am Freitagabend und Samstagmorgen im Bakelitmuseum und im Stadtarchiv versucht haben, die Dokumente mit Plastikplanen vor dem durch die Decken tropfenden Löschwasser zu schützen.

Doch trotz dieses Einsatzes ist der Schaden nach Einschätzungen von Finke hoch und noch nicht abzusehen: „Die eingelagerten Bilder haben Schaden genommen und auch die, die im Fritz-Linde-Zimmer an der Wand hingen. Einen großen Teil der Kunstwerke haben wir ausgelagert. Das trifft auch auf fast alle Bilder zu, die im Fritz-Linde-Zimmer hingen. Dort ist der Schaden auch am deutlichsten zu sehen. Die Tapete hängt von den Wänden und auch Putz hat sich aus der Decke gelöst.“

In dem Museum habe, genau wie im Keller, das Wasser zentimeterhoch gestanden.

Am wenigsten geschädigt sind nach der Inaugenscheinnahme von Finke das Stadtarchiv mit den historischen Unterlagen aus Kierspe und Rönsahl. „Die Räume liegen ein paar Zentimeter höher, deshalb ist von unten kein Wasser eingedrungen. Außerdem befindet sich über den Archivräumen eine Betondecke, die verhindert hat, dass Löschwasser von oben kam. Allerdings muss dort nun schnell mit der Trocknung der Räume begonnen werden, damit die feuchte Luft keinen zusätzlichen Schaden anrichtet“, so Finke abschließend. - Johannes Becker

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