Alter Personalausweis erweist sich als Renner

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Melanie Oster (rechts) bearbeitet derzeit im Bürgerbüro vor allem Anträge für den Personalausweis. Ab Dienstag wird nur noch das neue, deutlich teurere Dokument ausgestellt. ▪

KIERSPE ▪ Zu einem echten Verkaufsschlager hat sich in den vergangenen Wochen eine kleine Plastikkarte entwickelt. Während in normalen Monaten zwischen 130 und 190 Personalausweise im Kiersper Rathaus beantragt werden, sind es bislang allein im Oktober rund 400 gewesen.

„Allein am Mittwoch wurden im Bürgerbüro 63 Personalausweise beantragt“, weiß Dorette Vormann-Berg zu berichten. Grund für den ungewohnten Zuspruch ist, dass der Ausweis in seiner bisherigen Form nur noch bis Freitag beantragt werden kann. Ab Dienstag werden dann nur noch Anträge für den neuen, scheckkartengroßen Ausweis entgegengenommen werden.

„Viele Kiersper haben Vorbehalte gegenüber dem neuen Ausweis, da auf dem Dokument mehr Informationen gespeichert werden können. Viele Ältere sehen auch keinen Sinn in dem neuen Pass, da sie die Vorteile des neuen Ausweises, zum Beispiel beim Einkauf im Internet, nicht nutzen wollen“, so Vormann-Berg.

Ein weiterer Grund dürfte aber auch der Preis des Dokumentes sein. Kostet der alte Ausweise doch lediglich acht Euro. Eine Ausnahme gilt dort, wenn das bisherige Dokument noch länger als sechs Monate gültig ist, dann kostet eine Neuausstellung 13 Euro. Aber auch das ist noch deutlich preiswerter als die Kosten für den neuen Ausweis, der dann mit 28,80 Euro zu Buche schlägt.

Allerdings bietet der neue Ausweis auch mehr Möglichkeiten als der bisherige. So können die Inhaber ihre Fingerabdrücke speichern lassen und mit Hilfe eines im Ausweis integrierten Chips im Internet bezahlen. Dafür muss allerdings ein spezielles Lesegerät gekauft und an den heimischen Computer angeschlossen werden.

Doch diese Vorteile scheinen den Kierspern, die in den vergangenen Wochen noch einen neuen Pass beantragt haben, wohl nicht so wichtig.

Vorteilhaft bei dem Massenansturm auf die Mitarbeiter des Bürgerbüros ist in diesen Tagen, dass die Beantragung des jetzt noch zur Verfügung stehenden Ausweises nur eine relativ kurze Verweildauer im Amt nötig macht. Um in Zukunft in den Besitz eines Ausweises zu kommen, sollten die Kiersper dann mehr Zeit mitbringen, da die Beantragung deutlich länger dauert.

Nach den Erfahrungen der Verwaltungs-Mitarbeiter müssen die Antragsteller trotz der großen Nachfrage nicht länger auf ihr Dokument warten, als bislang üblich. So seien Ausweise, die in der vergangenen Woche angefordert wurden, in dieser bereits ausgehändigt worden.

Eine letzte Chance auf den alten Ausweis haben die Kiersper noch am Freitag, da die Mitarbeiterinnen im Bürgerbüro Anträge noch bis 15 Uhr entgegennehmen. ▪ Johannes Becker

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