Alte Industrieanlagen als Informations- und Lernorte

Kierspe bringt die meisten historischen und frühindustriellen Objekte ins Regionale-Teilprojekt „Historische Industrie“ ein.

KIERSPE ▪ Ein weiteres Regionale-Teilprojekt, das Kierspe tangiert, und sogar sehr stark, ist der historischen Industrie entlang der Volme gewidmet: Aufgrund der schon frühzeitigen Nutzung der Wasserkraft als Antrieb für Wasserräder, Hämmer und zur Energiegewinnung ist die Landschaft im Volmetal durch die industriellen historischen Zeitzeugen geprägt. Da diese Relikte – teilweise auch heute noch in Betrieb – bedeutende Charaktermerkmale der Region sind, sollen sie künftig als Veranstaltungs-, Informations- und außerschulische Lernorte sowie Landmarken genutzt werden.

Die Denkmäler und weitere erhaltenswerte industriell geprägte Bausubstanz werden aktiviert, wenn dieses Teilprojekt umgesetzt wird, und dienen dann neuen Nutzungen.

Die bereits Anfang der 1990er Jahre sanierte Heesfelder Wassermühle mit neuen Angeboten wie Außenstelle des Standesamtes Halver, Tagungsstätte oder auch Bioladen sowie die Konzeptentwicklung für die ehemalige Firma August Hessmert beziehungsweise Walter Brune in Kierspe-Bollwerk als touristischer Zielort und zur Präsentation der Wasserkraft sind als Orientierung zu sehen. Der Komplex soll auch ein Museum zum Thema beinhalten.

Eine ansprechende Vermarktung der Standorte mit einer Kombination aus neuen, unter anderem auch gastronomischen Angeboten präsentiert diese als Zielorte entlang der Volme für Einheimische und Touristen. Besonderer Fokus liegt dabei auf den Industriezeitzeugen entlang des Volmebandes. Sie werden über den regionalen Radweg, die Skatingroute und die Bahn vernetzt.

Aber auch das Bakelitmuseum im Alten Amtshaus in Kierspe, das erste und einzige seiner Art, das sich deshalb Deutsches Bakelitmuseum nennen dürfte, kann als Veranstaltungsort für die Verleihung eines Innovationspreises für Erfindungen im Bereich der Kunststofftechnik genutzt werden und damit die industrielle, technologische Weiterentwicklung verdeutlichen. Hierzu sind die Industrie in Südwestfalen und die SIHK als Sponsoren zu gewinnen, so eine Idee.

In Kierspe sind als industrielle Objekte außerdem noch aufgeführt die Gießerei Schwanke im Kerspetal, die Fabrikantenhäuser, die Brennerei und die Ölmühle in Rönsahl sowie die Reidemeisterhäuser Schriever und Voswinkel, die Jubachtalsperre und die Rhader Mühle im Volmetal. Kierspe hat damit besonders viele Objekte in diesem Kontext zu bieten.

In Meinerzhagen zu finden sind die Eisenbahnbrücke Scherl, die Brennerei Krugmann und die Fürwiggetalsperre. In Halver sind es der Buschhauser Hammer, die Villen Carthausen und Wippermann, der Aussichtsturm Karlshöhe, die Häuser der Kunst, der Kulturbahnhof, die Schanzmannsmühle, die Büchermühle und die Löhrmühle sowie die Volmebrücke in Oberbrügge. Die Wasserturbinenanlage in Dahlerbrück, die Glörtalsperre und das Bauernhaus Wipperkühl sind es in Schalksmühle.

Ergänzt werden die Bauten durch die Wiedersichtbarmachung und Nutzung der Hammerteiche. Hier soll eigens ein „Hammerteichprogramm“ aufgelegt werden. Die Reaktivierung der Orte, gegebenenfalls in Verbindung mit dazugehörigen bestehenden oder ergänzenden Gebäuden, für die kleine Architekturwettbewerbe ausgeschrieben werden sollen, so ein Vorschlag, dient als Etablierung außerschulischer Lernorte und touristischer Ziele.

Um das jetzt geschnürte Gesamtpaket und die einzelnen Teilprojekte sowie deren Inhalte geht es auch bei der öffentlichen Abschlussveranstaltung des Regionale-Prozesses am Donnerstag, 20. Oktober, um 19 Uhr im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Kierspe. Nachdem es eine Auftaktveranstaltung in Meinerzhagen und dann Büdelungsveranstaltungen in allen vier Kommunen gab, findet dieses Bürgerforum am Ende nun in Kierspe statt. Nochmals werden dann die Inhalte des Handlungskonzeptes bezogen auf die einzelnen Städte und Gemeinden vom Büro ASS vorgestellt

Anwesend sein werden unter anderem dessen Vertreter Hans-Joachim Hamerla und Jutta Gruß-Rink sowie die Bürgermeister aller vier Kommunen. Die Bürger sind aufgefordert, Anregungen geben oder gegebenenfalls auch Bedenken und Kritik vorzubringen.

Rolf Haase

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