Alleefällbeschluss vielleicht ungültig

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Der gefällte Baum sah laut Reyher gesund aus.

KIERSPE - Möglicherweise ist der Beschluss des Umwelt- und Bauausschusses zur Kastanienallee nicht rechtmäßig und daher ungültig. Mit dieser Eröffnung meldet sich jetzt der Kiersper Landschaftswächter Hermann Reyher zu Wort.

Von Rolf Haase

Hintergrund ist eine Information seitens der Unteren Landschaftsbehörde beim Märkischen Kreis. Bekanntlich hatte das städtische Gremium in einer namentlichen Kampfabstimmung mit 11 Stimmen von CDU, UWG und FDP zu acht Stimmen von SPD, Grünen und Freien Wählern beschlossen, die Kastanienallee bei Haus Isenburg, kranke wie noch gesunde Bäume, komplett zu fällen und dafür Linden anzupflanzen, die über eine Alleefördermaßnahme finanziert werden sollen.

Reyher hatte in der vergangenen Woche festgestellt, dass die Stadt zwei Bäume gefällt hat. Dabei hat es sich wohl um die gehandelt, die im letzten Gutachten zur Entfernung vorgesehen waren. Aus Sicht des Landschaftswächters, der sich die Bäume vor Ort angesehen hat, bevor sie abgefahren wurden, sahen sie gesund aus.

Seitens des Märkschen Kreises hieß es, dass Alleen gesetzlich geschützt sind und nicht so einfach entfernt werden dürfen. Die erforderliche offizielle Anzeige seitens der Stadt Kierspe sei nicht eingegangen. Bevor entschieden werden dürfe, dass die Allee gefällt wird, müsse erst beantragt werden, dass sie aus dem Landschaftsschutzregister herausgenommen wird.

Reyher kritisiert an der Verwaltungsvorlage zum Fällbeschluss zudem, dass der Alleenschutz völlig unerwähnt geblieben ist. Auch andere Informationen hätten darin gefehlt: „So informierte der Märkische Kreis darüber, dass auch Ersatznachpflanzungen in bestehenden Alleen, wenn einzelne Bäume geschädigt sind, finanziell gefördert werden, um die Allee insgesamt zu erhalten“, so der Landschaftswächter. Sein Fazit: „Es handelt sich hier um eine Vorgehensweise der Stadtverwaltung, die nicht ordnungsgemäß gelaufen ist.“ Als fraglich gelte weiterhin, dass die Neuanpflanzung einer Allee finanziell förderungswürdig sein soll, wenn vorher dafür die alte gefällt wird.

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