Anwohner zweifeln an Notwendigkeit

Ist Baugebiet „Westlich Feldstraße“ erforderlich?

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Ein Knackpunkt ist für die Anwohner die Einmündung der Feldstraße auf die B 54: Die Situation würde sich durch mehr Fahrzeuge aus einem Neubaugebiet noch schwieriger gestalten.

Kierspe - „Die Notwendigkeit erschließt sich uns nicht“, erklären Ingrid Krull und Manuela Lellwitz stellvertretend für die Anwohner der Feldstraße, die gegen die Ausweisung und Erschließung des Baugebiets „Westlich Feldstraße“ sind. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf den Paragrafen 1 des Baugesetzbuches: Dort ist davon die Rede, dass die Kommunen Bauleitpläne aufzustellen haben, „sobald es für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung erforderlich ist“.

Angesichts der anderen Baugebiete in Kierspe, insbesondere Östlich Rathaus, halten es die Anlieger der Feldstraße nicht für erforderlich, ein weiteres Baugebiet „Westlich Feldstraße“ auszuweisen. Dies haben sie auch in einer Eingabe, die sie im September eingereicht haben, deutlich gemacht.

„Wir versuchen, unsere sachlichen Argumente gegen das Vorhaben gemeinsam vorzutragen“, erklären Lellwitz und Krull, wohlwissend, dass der eine oder andere Anwohner der Feldstraße persönlich betroffen ist und durchaus emotional reagieren könnte.

Ein Problem stellen auf der steilen Feldstraße auch Starkregen-Ereignisse dar.

Doch emotionale Reaktionen seien bislang ausgeblieben, auch bei der Besichtigung des Plangebiets durch die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung – an der viele Anlieger teilnahmen. Sie hatten sich aber auch entsprechend vorbereitet, denn in der Vergangenheit gab es insgesamt schon vier Treffen aller Feldstraßen-Anwohner, bei denen sozusagen ein Arbeitskreis gegründet wurde, der sich mit der Thematik befasst.

Neben der Frage, ob das Baugebiet erforderlich sei, bezweifeln die Anlieger auch, dass den Kriterien verkehrsschonend, kostengünstiges Bauen und altengerecht gefolgt wird, die im Regionalen Handlungskonzept aufgelistet sind. Zudem wird insbesondere die verkehrliche Anbindung des Neubaugebiets als Argument dagegen angeführt: Die steile Feldstraße ist sehr schmal, hat keine Gehwege und lässt einen Begegnungsverkehr so gut wie nicht zu.

Die Sicht auf die Volmestraße in Richtung Neuebrücke ist durch den Hang sehr eingeschränkt.

Und die Einmündung in die Volmestraße – die B 54 hat ebenfalls auf der Feldstraßen-Seite keinen Gehweg – sei äußerst problematisch, besonders für größere Fahrzeuge. Der vorhandene Verkehrsspiegel sei im Herbst und Winter oft beschlagen oder zugefroren und der Hang lasse nur ein geringes Blickfeld in Richtung Neuebrücke zu. Das wiederum führe zu der Frage, wie eine Schulwegsicherung aussieht, denn Ziel des Neubaugebiets soll es sicherlich sein, junge Familien dort anzusiedeln.

Bei Schnee kommt es zu gefährlichen Rutschpartien, die auf der B 54 enden. Ein Begegnungsverkehr ist nicht möglich.

Kein Gehweg, keine Überquerungshilfe und der Bau eines möglichen Kreisverkehrs dürfte noch etliche Jahre dauern. Daher würde sich der Verkehr bei insgesamt 28 Wohneinheiten (14 Häuser mit Einliegerwohnungen) und daher mindestens 28 weiteren Fahrzeugen deutlich erhöhen und die Situation auf der Feldstraße und der Einmündung in die B 54 verschlechtern.

Die im Vorentwurf angeführten 98 Fahrzeugbewegungen in 24 Stunden zweifeln die Anwohner an, vielmehr seien es voraussichtlich 243 Bewegungen, mindestens aber 187. Zudem sei es witterungsbedingt (bei Schnee) schon häufiger zu sehr gefährlichen Rutschpartien auf die B 54 gekommen, zumal „so manches Mal nicht vor 9 Uhr geräumt“ sei.

Die steile Feldstraße führt darüber hinaus bei Starkregen zu Überschwemmungen, nicht nur der Straße, sondern auch in einigen Häusern – als es oberhalb der Feldstraße noch ein Maisfeld gab, waren es Schlammlawinen, die bergab schossen. Zweifellos eine Reihe von Argumenten, die nach Ansicht der Anlieger gegen ein Neubaugebiet „Westlich Feldstraße“ sprechen würden.

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