Gesunde Brotgesichter

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Aus ihren bevorzugten Obst- und Gemüsesorten erstellten die Kinder der Kindertagesstätte „Rasselbande“ ein sogenanntes „Brotgesicht“. Erzieherin Ulla Ostermann half beim Schneiden der Paprika

Kierspe - Einige ungewöhnlich junge Kunden besuchten am Dienstagvormittag den Aldi-Markt an der Friedrich-Ebert-Straße. Acht Vorschulkinder der Kindertagesstätte „Rasselbande“ machten mit ihren Erzieherinnen bei der Aktion „Gesundes zweites Frühstück“ mit.

Die Veranstaltung war eine Premiere im Aldi-Konzernbereich Radevormwald, zu dem mit seinen insgesamt 52 Verkaufsstellen auch die Kiersper Filiale gehört. „Wir stellen seit längerer Zeit fest, dass bei unseren Kunden die Nachfrage nach Convenience Food (Fertiggerichte, Anm. d. Red.) steigt und steigt. Dabei erachten wir gesunde Ernährung als sehr wichtig und haben uns deshalb entschlossen, diese Aktion anzubieten. Schließlich sollte man schon in möglichst jungem Alter damit beginnen, die Kinder für das richtige Essen zu sensibilisieren“, sagte Verkaufsleiter Klaus Ostermann.

Die „Rasselbande“-Kita nahm die Einladung zum Marktbesuch gerne an, ist die Ernährung in diesem Kindergarten doch ohnehin einer der Themenschwerpunkte. Einmal pro Woche werde gemeinsam gefrühstückt, erzählt Erzieherin Ulla Ostermann. „Dann kommen nur gesunde und vitaminreiche Produkte auf den Tisch.“

Fünf Finger – fünf Portionen

Aus den Regalen im Aldi-Markt suchten sich die Kinder ihre Lieblingsprodukte heraus.

Gemeinsam mit Oecotrophologin Maike Grimmelt vertiefte die „Rasselbande“ ihr Wissen über Obst, Gemüse, Milchprodukte und Brotsorten am Dienstag noch einmal. Zunächst erarbeiteten die Kinder, wie viele Essensportionen aus den verschiedenen Bereichen sie täglich zu sich nehmen sollten. „Denkt immer an die fünf Finger an eurer Hand. Zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse sind ideal“, erklärte Grimmelt. Anschließend begaben sich die Kinder selbst auf Erkundungstour durch den Laden, um ihre Lieblingsobst- oder gemüsesorte zu finden.

So entstand ein reichhaltig gedeckter Tisch mit Paprika, Gurke, Apfel, Banane oder Tomate. Aus diesen Zutaten durften sich die Kinder jeweils ihre bevorzugten heraussuchen und daraus ein sogenanntes „Brotgesicht“ auf ihrem Teller kreieren. „Halt, wir fangen gemeinsam an zu essen!“, konnte Erzieherin Ulla Ostermann einige Kinder dabei kaum bremsen, weil der Heißhunger auf die gesunde Kost so groß war. Damit hatte Oecotrophologin Maike Grimmelt ihr Ziel, schon Kindergartenkinder für gesunde Ernährung zu sensibilisieren, erreicht. Denn die Essgewohnheiten des Nachwuchses bescherten ihr seit Jahren eine volle Praxis. „Ich habe es jetzt viel mehr mit Problemen wie Übergewicht, Allergien und Essstörungen zu tun“, berichtet sie. Auch bei Eltern fehle häufig das notwendige Wissen über richtige Ernährung.

Gemeinsames Einkaufen

Als Tipp gibt sie deshalb Eltern mit auf den Weg, die Lebensmittel möglichst gemeinsam mit den Kindern im Supermarkt einzukaufen und auch das Essen als Familie zuzubereiten: „So bekommen die Kinder schon ganz früh ein Gefühl dafür.“ Beispielsweise süße Brotaufstriche oder Süßigkeiten komplett aus dem Einkaufswagen zu verbannen und mit Verboten zu arbeiten, hält Grimmelt allerdings für den falschen Weg: „Diese Sachen dürfen auch mal gegessen werden, aber die Mischung macht es letztlich.“

Die stimmt zumindest in der Kita „Rappelkiste“, wo einmal im Monat „Süßkramtag“ ist. „An den übrigen Tagen achten wir darauf, dass die Kinder möglichst keine ungesunden Lebensmittel mitbringen“, sagt Ulla Ostermann.

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