Verkehrsunfall-Statistik

So entwickeln sich die Unfallzahlen in Kierspe

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Zu den spektakulären Unfällen gehörte auch dieser, der sich im Mai auf der Kölner Straße ereignete.

Kierspe - Die Zahl der Verkehrsunfälle in Kierspe ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 deutlich gesunken. Das geht aus der Verkehrsunfall-Statistik hervor, welche die Kreispolizeibehörde für den Bereich der Stadt Kierspe vorstellte. Die heimischen Beamten registrierten 461 Unfälle, im Jahr zuvor waren 549. Das entspricht einem Minus von 16 Prozent.

Und auch die Zahl der bei Unfällen schwer Verletzten hat abgenommen: Waren es 2017 noch zwölf Schwerverletzte, wurden ein Jahr später neun registriert. Im vergangenen Jahr gab es ebenfalls weniger Leichtverletzte zu vermelden: Deren Anzahl sank von 44 (2017) auf 35 (2018). Dagegen hat sich allerdings die Zahl der Unfälle mit tödlichem Ausgang in Kierspe verdoppelt: Im Jahr 2017 musste ein Todesopfer beklagt werden, im vergangenen waren es zwei: Am 6. Januar 2018 wurde eine 83-Jährige auf der B 237 zwischen Kierspe und Rönsahl von einem Auto angefahren. Sie erlag ihren schweren Verletzungen ebenso wie ein Säugling, der am 2. Juni in einem der beiden Fahrzeuge saß, die auf der K 25 zwischen Berkenbaum und Bollwerk frontal gegeneinander krachten.

Unfallflucht

Die Quote der Unfallfluchten stieg im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiwache Meinerzhagen deutlich an. In 248 Fällen entfernte sich ein Täter von der Unfallstelle, ohne den Schaden zu regulieren, 25 mehr als 2017. Insgesamt gelang der Polizei in Kierspe eine Steigerung der Aufklärungsquote von 33,73 auf 41,11 Prozent. Von den sechs Fahrerfluchten, bei denen Verletzte am Unfallort zurückblieben, erwischte die Polizei 66,67 Prozent der Täter. 2017 waren es noch 75 Prozent.

Motorradfahrer

An elf Verkehrsunfällen auf Kiersper Stadtgebiet waren im vergangenen Jahr Kradfahrer beteiligt. Dabei wurden sechs Motorradfahrer leicht verletzt und vier so schwer, dass sie stationär ins Krankenhaus mussten.

Senioren

Die Zahl der Unfälle, an denen Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahre beteiligt waren, sank im Wachbereich von 46 (2017) auf 41 (2018). Von den 45 beteiligten Senioren (2017: 53) wurden im vergangenen Jahr 17 Senioren verletzt (2017: 15), 13 leicht, vier schwer. In Kierspe gab es acht Leicht- und einen Schwerverletzten zu beklagen.

Junge Erwachsene

Weniger Unfälle, weniger beteiligte Personen – das trifft auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zu. 2018 waren im Bereich der Wache Meinerzhagen 68 Personen aus dieser Zielgruppe an insgesamt 61 Unfällen beteiligt. 2017 waren 79 junge Erwachsene in 67 Unfälle verwickelt. Dabei wurden insgesamt 31 Personen verletzt, einer mehr als im Vorjahr; in Kierspe waren es elf Leicht- und ein Schwerverletzter (2017: elf und zwei).

Jugendliche

Zurückgegangen ist ebenfalls im vergangenen Jahr die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Jugendliche (15 bis 17 Jahre) beteiligt waren: Bei 14 Unfällen (2017: 16) im gesamten Wachgebiet waren 15 Jugendliche (2017: 17) beteiligt. In Kierspe wurden sechs 15- bis 17-Jährige leicht und einer schwer verletzt (2017: acht und drei).

Kinder 

Bei 14 Unfällen unter Beteiligung von 18 Kindern – beide Zahlen wie im Vorjahr – im gesamten Wachbereich gab es in Kierspe 2018 einen getöteten Säugling zu beklagen. Zudem wurden allein in Kierspe zwei Kinder schwer und vier leicht verletzt. Schulwegunfälle gab es in Kierspe nicht. 

Der Chef der Polizei im Märkischen Kreis, Michael Kuchenbecker, wies bei der Präsentation der Unfallstatistik erneut auf die wachsende Personalnot auf der Wache hin. Nach und nach gingen immer mehr Kollegen in den Ruhestand, ohne dass ausreichend Ersatz zur Verfügung steht. Gleichzeitig bleibe die „Arbeit auf der Straße elementar wichtig“, so Kuchenbecker.

„Vor diesem Hintergrund bin ich superstolz auf die Kollegen.“ Nach den Worten des Leiters der Direktion Verkehr, Thomas Volkmann, steht die „Mission Zero“, also die stete Senkung der Unfallzahlen, auf der Polizei-Agenda ganz oben. Neben dem Fokus auf kreisweit 43 Unfallschwerpunkte stehen die Hauptursachen für Karambolagen längst fest. In Kierspe wie Meinerzhagen sind dies an erster Stelle die Fehler beim Abbiegen und Wenden (43), noch vor der Ursache Geschwindigkeit (32). Und auf dem dritten Platz der Unfallursachen liegt mit 20 Fällen „Alkohol am Steuer“.

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