Pressesprecher ganz in Grün

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Christian Schwanke (rechts) und Christopher Eichert zeigen die neuen Westen, die sie als Pressesprecher für die Freiwillige Feuerwehr Kierspe ausweisen.

Kierspe - Ab sofort kann man sie an ihren grünen Westen erkennen, die Mitglieder der Gruppe „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ der Freiwilligen Feuerwehr Kierspe.

Mitsamt der dazugehörigen Aufschrift „Pressesprecher“ beziehungsweise „Öffentlichkeitsarbeit“ signalisieren sie bei Einsätzen: Das hat schon seine Richtigkeit, dass hier ein Feuerwehrmann fotografiert. Das ist Teil seiner Arbeit, der macht das nicht fürs private Fotoalbum.

Seit gut zwei Jahren sei die Gruppe „ziemlich aktiv“, berichten die beiden Mitglieder Christian Schwanke und Christopher Eichert; seit 2014 hat die Wehr eine Facebook-Seite. Die wird stark wahrgenommen: Exakt 2596 mal wurde – Stand: Freitag – der „Gefällt mir“-Button geklickt. Die Beitragsreichweite, das entspricht in etwa der Personenzahl, die einen Beitrag sieht – liegt um ein Mehrfaches höher, nämlich bei 16 700. Die beiden Feuerwehrleute sind stolz darauf, nicht etwa aus Eitelkeit, sondern weil sie wissen, wie wichtig ein gutes Image gerade für eine Freiwillige Feuerwehr ist.

In Kierspe haben sie damit kein Problem, aber sie wollen selbst steuernd eingreifen. Das hat auch praktische Gründe: „Wir wollen dem Gaffen entgegenwirken,“ bringt Christian Schwanke es auf den Punkt. Dass Menschen aufmerken, wenn irgendwo Sirenen heulen und Feuerwehrwagen mit Blaulicht fahren, ist normal, dazu sind Signale schließlich da. Aber das große Interesse an den Einsätzen führte in früheren Zeiten dazu, dass Autofahrer sich direkt an die Einsatzwagen anhängten um ja nichts zu verpassen. Dieses Verhalten habe sich deutlich reduziert – die Feuerwehr informiert selber.

Und ist dabei sehr aktuell. Das musste auch ein Facebook-Schreiber erleben, der sich über nächtlichen Sirenenlärm beschwerte. Direkt nach dem Einsatz schauten die Mitglieder der Öffentlichkeitsgruppe auf die Seite, entdeckten den Beitrag und waren derart aufgebracht, dass sie auf der Stelle ihr Unverständnis formulierten, einigermaßen bissig und ironisch zugespitzt.

Der Erfolg war durchschlagend: Sämtliche Medien der Region berichteten darüber, selbst aus dem fernen Hamburg meldete sich ein Radiosender und bat um eine Stellungnahme. Inzwischen haben sich die Wogen längst geglättet. Der Schreiber der Beschwerde meldete sich bei der Feuerwehr und entschuldigte sich. „Das haben wir ihm hoch angerechnet,“ sagte Christopher Eichert dazu. Dieser Beitrag wurde dann allerdings kaum noch wahrgenommen.

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