50 Miniaturspaten fürs Stadtmarketing

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Gerd Reppel und Kristina Semeraro vom Stadtmarketingverein nehmen die letzten Spaten von Karl-Heinz Kraus (rechts) vom Heimatverein entgegen.

Kierspe - Das Produktionsziel ist erreicht – die letzten Afrika-Spaten sind übergeben. So ähnlich wird es vor Jahrzehnten schon einmal gewesen sein. Nur damals brach Arbeit weg, die Lohn und Brot sicherte. Die Einstellung der Miniaturen-Herstellung verschafft den Mitgliedern des Teams Schleiper Hammer nur mehr Freizeit.

Im November des vergangenen Jahres stellte der Stadtmarketingverein den Afrika-Spaten vor, der – gefertigt vom Heimatverein – Botschafter Kierspes werden sollte. „Die Miniaturausgabe des Spatens soll an die Zeit seiner Herstellung in unserer Heimat erinnern, die vielen Familien Arbeit und Brot brachte“, formuliert Gerd Reppel vom Vorstand des Marketingvereins.

Am Dienstag war er gemeinsam mit Kristina Semeraro, der Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins, zum Schleiper Hammer gefahren, um sich von Karl-Heinz Kraus, der das Projekt für den Heimatverein abgewickelt hat, die letzten Spaten aushändigen zu lassen. Insgesamt hatte der Verein 50 Spaten geordert, die nun alle produziert sind. Jeder einzelne von ihnen hat eine eingeschlagene Zahl, der ihn zum Unikat macht.

"Interesse war sehr groß"

„Die meisten Spaten wurden als Geschenk gekauft. Wobei wir immer wieder eine Warteliste abarbeiten mussten, da das Interesse sehr groß war“, erzählt Semeraro. Gerne seien die Spaten auch von Auswärtigen bestellt oder an diese verschenkt worden. 

Die Geschäftsführerin weiß von Exemplaren, die nach Halver, Marienheide und Meinerzhagen gingen. Mittlerweile wurde die Reservierungsliste abgearbeitet. Die restlichen Spaten werden am kommenden Samstag und Sonntag, 1. und 2. Dezember, auf dem Adventsmarkt im Schleiper Hammer zum Kauf angeboten. „Ich denke, die werden wohl schnell weggehen“, mutmaßt Kraus.

Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen komplett an den Heimatverein, das Stadtmarketing begnügt sich mit dem Imagegewinn. „Letztlich haben wir aber nicht einmal den Mindestlohn erwirtschaftet“, sagt Kraus schmunzelnd. Denn neben dem Schmieden auf den historischen Hämmern des Schleiper Hammers, mussten die Rohlinge dann auf der antiquierten Schere geschnitten werden.

Anschließend stand das Schleifen der Spaten auf dem Dienstplan – und dann das Einschlagen der Nummer. Zum Schwärzen wurden die Spaten noch einmal zum Glühen gebracht und anschließend in Öl getaucht. Bei diesem Arbeitsschritt musste der Verein lange auf die Hilfe des Schmieds Bernd Kluth zurückgreifen. 

Zu unregelmäßig die Hitze in der eigenen Kohleglut im Schleiper Hammer. Mittlerweile hat man aber dank einer Spende der Firma Fuchs technologisch aufgerüstet und einen eigenen Gasschmiedeofen angeschafft, der nun die komplette Produktion an Ort und Stelle ermöglicht.

In jedem Spaten stecken rund zweieinhalb Arbeitsstunden

Doch bevor der Spaten an seinen Besteller, den Stadtmarketingverein, ging, musste natürlich noch der Stiel – versehen mit zwei Löchern – eingesetzt werden. Kristina Semeraro band dann noch einen kleinen Lederriemen an den Stiel und zum Schluss platzierte Dieter Hermes den Spaten dann in der aufwendig gestalteten und von ihm entwickelten Verpackung. 

„Alles in allem stecken in jedem Spaten rund zweieinhalb Arbeitsstunden“, schätzt Kraus, der darauf hinweist, dass von den 25 Euro, die jeder Spaten kostet, noch der Materialwert abgezogen werden muss.

Ob die Produktion einer weiteren Kleinserie im kommenden Jahr noch einmal aufgenommen wird, ist noch nicht klar. Das Team des Schleiper Hammers, bestehend aus Karl-Heinz Kraus, Manfred Völker und Roland Hedderich, sowie dem beratenden Schmied Bernd Kluth, können sich auch ein anderes Schmiedeteil vorstellen. Klar ist aber, egal was gefertigt wird, es soll und wird einen Bezug zu Kierspe und natürlich auch dem Schleiper Hammer haben.

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