Ärger um den Gerätehausbau

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Marc Voswinkel (rechts) und Peter Christian Schröder regen die Bildung eines Arbeitskreises für den Gerätehausneubau an. ▪

KIERSPE ▪ Die detaillierten Angaben zur Standortsuche für ein zentral gelegenes neues Feuerwehrgerätehaus, die jetzt bekannt wurden, haben für Ärger bei SPD und Pro Kierspe gesorgt. Zumal beide Gruppierungen vor einiger Zeit eine Information zum Thema von der Verwaltung gefordert hatten, aber mit dem Hinweis, dass es noch nichts Konkretes gebe, abgespeist worden waren. Bereits existierende Pläne für den Bau seien gar keine Pläne, sondern bloß Skizzen, hatte es seitens des Bürgermeisters geheißen.

Auf Frank Emde schießen sich denn auch die Fraktionsvorsitzenden Marc Voswinkel und Peter Christian Schröder ein und üben massive Kritik an seiner Vorgehensweise ebenfalls im Fall anderer Themen wie der Offenen Ganztagsgrundschule der Bismarckschule, den Solarenergieanlagen auf dem Rathausdach oder auch dem Kindergarten Felderhof, wo Emde, so der Vorwurf der beiden, jeweils mit Alleingängen völlig unnötig für Aufregung und Verstimmung gesorgt habe.

„Wir waren einigermaßen verwundert, lesen zu können, auf welchem Stand die Planungen für das Gerätehaus aktuell sind und sogar, was dieses kosten soll“, erklärt Voswinkel. Der Bürgermeister gebe der Politik keinerlei Informationen und hier wirke sich zudem ganz fatal aus, dass er nicht mehr wie früher zu den interfraktionellen Runden einlade, die genau dem Informationsaustausch zwischen Verwaltung und Politik gedient hätten. „Das ist ein Unding, weil im Rat und in den Ausschüssen die Entscheidungen fallen und sich die Politik dazu frühzeitig Gedanken machen muss“, stellt der sozialdemokratische Fraktionschef fest. „So geht man nicht mit demokratischen Gremien um“, pflichtet hier der Pro Kierspe-Vertreter bei.

Der Bau des neuen Gerätehauses als Bestandteil des Brandschutzbedarfsplans sei dabei in der Politik absolut unstrittig. Gerne ließen sich bestimmt alle Parteien auch in die Verhandlungen als Vermittler einschalten, wie das angeklungen sei, nachdem es zwischen der Stadt und der Familie Bremicker als Eigentümer der von der Feuerwehr als „1a-Standort“ favorisierten Fläche gehakt hatte und die Gespräche aus dem Grund abgebrochen worden waren. Wie Peter Christian Schröder gehört hat, soll es daran gelegen haben, dass der Bürgermeister die Übernahme einer Ausfallbürgschaft über die Planungskosten in Höhe von rund 40 000 Euro durch die Stadt für den Fall abgelehnt hat, dass das Projekt auf den Bremicker-Wiesen doch nicht zum Tragen kommt. Ansonsten wären diese Kosten ganz normal Bestandteil der Gesamtinvestition und würden die Stadt in keiner Weise belasten, da angedacht war, dass die Familie Bremicker das Gerätehaus errichtet und an die Stadt für eine Laufzeit von 25 bis 30 Jahren vermietet.

Aus Sicht von Voswinkel und Schröder macht es wenig Sinn, nun nach weniger geeigneten Alternativstandorten zu suchen, nur weil die beiden Verhandlungspartner nicht miteinander zurecht kommen. Dann müssten eben andere mit dem Grundstückseigentümer verhandeln, konkret nennen sie hier den Beigeordneten Olaf Stelse. Gerne würde sich auch die Politik einbringen, da es um den Brandschutz in Kierspe gehe und um immerhin rund 150 ehrenamtliche tätige Feuerwehrleute.

Die beiden regen an, dass die Politik für den Gerätehausneubau einen Arbeitskreis, bestehend aus Politik, Verwaltung und Feuerwehr, bildet, wie er sich bereits bei dem Großprojekt der Vierfeldsporthalle sehr bewährt hat. ▪ rh

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